Geymüller-Schlössel
18. Bezirk, Pötzleinsdorfer Strasse 102
Gegenüber dem Pötzleinsdorfer Schlosspark liegt das Geymüllerschlössel, benannt nach dem ehemaligen Grundherren Johann Heinrich Geymüller (1754 - 1824). Das 1808 von einem nicht näher bekannten Architekten errichtete "Lustgebäude" zeigt, der Zeitmode entsprechend, eine Mischung von gotischen und orientalischen Stilelementen. Das Objekt ging später in verschiedene Besitzerhände über, unter anderem in jene des Johann Heinrich von Falkner-Geymüller, der sein Vermögen verprasste und nach einer (bestrittenen) Ansicht das Vorbild für Ferdinand Raimunds "Verschwender" abgegeben haben soll (daher auch im Volksmund "Verschwender-Villa"). Seit 1888 stand das Gebäude im Eigentum des Textilindustriellen Isidor Mautner, (daher auch Mautner-Villa), der es 1929 aufgrund der schlechten Wirtschaftslage an die Österreichische Nationalbank verpfänden musste. Die Hypothek ging 1938 auf die Deutsche Reichsbank über, die 1944 den jüdischen Privatbesitz auch formell "arisierte". 1948 verkaufte die Österreichische Nationalbank das Gebäude an die Republik Österreich, wobei der Direktor der Staatsdruckerei Dr.Franz Sobek den Kaufpreis (in Devisen) vorschoss und dafür ein lebenslanges Wohnrecht erhielt. Sobek brachte dort auch seine bekannte Uhrensammlung unter. Heute befindet sich in dem Schlössel ein auf seiner Sammlung beruhendes Uhrenmuseum und eine Expositur des Museums für angewandte Kunst.