Der Friedhof Matzleinsdorf
10. Bezirk
Über Jahrhunderte hinweg hatten die evangelischen Glaubensangehörigen keinen eigenen Friedhof, sondern wurden grundsätzlich neben den Katholiken auf dem gleichen Gottesacker (oder bestenfalls in einer separaten Abteilung) beigesetzt. Im Mai 1856 stimmte Kaiser Franz Joseph I. dem Entwurf einer neuen Ordnung zu, welche das Anlegen konfessioneller Friedhöfe regelte. Darauf beschloss die evangelische Gemeinde den Erwerb eines Grundstückes für einen eigenen Friedhof in Matzleinsdorf.
Vorgesehen war für den neuen Friedhof eine Grabkapelle, eine Unterkunft für den Totengräber, eine Leichenkammer und ein Raum für die Unterbringung des nötigen Materials. Das Gelände sollte von einer Steinmauer umschlossen werden. Da das Geld nicht reichte, finanzierte man den Bau mit zusätzlichen Spenden aus der Gemeinde. Bei der Einweihung des Friedhofes Matzleinsdorf am 7. Mai 1858 überreichte Theophil Hansen, der Planer der Anlage und Architekt der Friedhofskapelle (spätere Christuskirche) den Gemeindevorstehern feierlich die Schlüssel zu den Friedhofstoren. Schon bald war der Friedhof voll und musste durch Zukauf weiteren Landes vergrößert werden. Ein nochmaliger Zukauf von Grundstück für die Erbauung eines Krematoriums und einer Urnenabteilung wurde von der Stadt Wien nicht genehmigt. Der Friedhof Matzleinsdorf ist ein Ort der Ruhe inmitten des lauten Gebiets beim Matzleinsdorferplatz und der stark befahrenen Triester Strasse.
Am Friedhof Matzleinsdorf sind begraben: Adele Sandrock, 19. August 1863 - 30. August 1937 war eine deutsch-niederländische Schauspielerin. Sie wurde wurde als Adele Feldern-Förster in Rotterdam geboren. Der Durchbruch gelang ihr 1889 im Theater an der Wien. Von 1902 bis 1905 wirkte sie am Deutschen Volkstheater in Wien, konnte aber an ihre früheren großen Erfolge nicht mehr anknüpfen. Durch den Tonfilm konnte sie ab 1930 ihr komisches Talent voll ausleben und wurde für die Nachwelt dadurch berühmter als durch ihre erfolgreichen Theaterrollen. Adele Sandrock blieb zeitlebens unverheiratet und wohnte bis zuletzt zusammen mit ihrer Schwester in Berlin. Todesursache waren die Nachwirkungen eines Unfalls, den sie 1936 erlitten hatte