Ungarisch: Ujkörtvéles

Nördlich von Eltendorf, an der Straße nach Kukmirn, liegt der Ortsteil Zahling mit ca. 450 Einwohner, der wohl die älteste und farbigste Geschichte aufzuweisen hat.

Allgemeines: Zahling ist eine Streusiedlung. Neben dem Ortszentrum, das seiner Anlage nach ein Angerdorf ist, gibt es auf den Hügeln verstreut kleine Ansiedlungen, die für das südliche Burgenland typisch sind und auch als Berghäusersiedlungen bezeichnet werden.

Diese sind:
* Harberg im Westen
* Bobisberg im Norden
* Meisterberg im Nordosten
* Fidischgraben im Nordosten
* Käferberg im Osten

Der Name entstand aus "Solar", der slawischen Bezeichnung für einen Salzbeamten. Zahling war eine Raststätte im regen Salzhandel vom Salzkammergut bis zum Südosten. Der Ortsteil war schon früh eine Pfarre - sie wird anlässlich einer Visitation im Jahre 1498 erwähnt. Davon zeugt eine zersprungene Glocke im Turm, in der die Jahreszahl 1404 eingraviert ist. 1799 wurde eine römisch-katholische Schule als Holzhaus errichtet, eine evangelische wurde im Jahre 1859 erbaut. Während beider Weltkriege war auch dieser Ort Kampfgebiet: beide Kriege erforderten insgesamt 50 Gefallene - ein sehr großes Opfer für diesen kleinen Ort.

Geschichte: 
Trotz der bescheidenen Größe kann der Ort Zahling auf eine lange, bedeutungsvolle Vergangenheit zurückblicken. Uralte Funde in der unmittelbaren Umgebung von Zahling und im Dorfhotter selbst beweisen das hohe Besiedlungsalter von Zahling. Im Jahre 1951 wurde ein jungsteinzeitliches Lochbeil entdeckt, welches laut einem Befund des Bundesdenkmalamts aus der Zeit um 2000 bis 2500 v. Chr. (Neolithikum) stammt.

Römerzeit: Zahling liegt an der alten römischen Verbindungsstraße von Celeia nach Sabaria und nach Carnuntum. Durch seine beherrschende Lage, der Nähe zur Römerstraße und mehreren Hinweisen in der Bauweise wurde der Turm der alten römisch-katholischen Kirche vermutlich als Römerturm verwendet. Aus dieser Zeit wurden etliche Römergräber entdeckt.

Zeit der Ungarnkriege: Erwähnungen belegen, dass zur Zeiten der Awaren und Magyaren (um 1000 n. Chr.) Zahling (neben Güssing, Mogersdorf, Pinkafeld und Lutzmannsburg) als Stützpunkt diente. Nach der letzten großen Ungarnschlacht kehrte wieder Frieden in diesem Gebiet ein, so dass sich im 14. Jahrhundert wieder eine Ansiedlung entwickeln konnte.

Erste urkundliche Erwähnung von Zahling: 1346 ordnete der Ungarnkönig Ludwig I im Kukmirner Hotter eine Grenzberichtigung an. Nach diesen Aufzeichnungen (Jandrisevits, Band I, Seite 1346) wurden die Orte Zahling (als Zolal, aber auch Zolar) und auch Limbach (liba) erstmals urkundlich erwähnt.

Die Zeit der Feudalherrschaft: Aus Aufzeichnungen die die Abgaben an den Feudalherren belegen, kann das rasche Wachstum der Ortschaft belegt werden. Im Jahre 1540 besaß Franz Batthyány im Gebiet von Zahling drei Gehöfte, welche durch 12 Sessionisten bewirtschaftet wurden. Im Jahre 1691 waren es dann bereits 50 Söllner und 19 Sessionisten. Am 2. Oktober 1862 fand in Zahling eine kleine Revolte statt. Einige Bauern fühlten sich bei der Grundablöse von den Grundherren benachteiligt und setzten den Vizegespan des Komitates Vasvar, Andreas Schleim und den Vizestuhlrichter von Güssing, Karl Ratz fest. Der Aufstand wurde noch am selben Abend militärisch niedergeschlagen.

Die Zeit des Ersten Weltkrieges: Im Jahre 1914, dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, wurden alle wehrfähigen Männer meist zu ungarischen Regimentern eingezogen. 16 Männer kehrten nicht mehr aus dem Krieg zurück.

Der Anschluss des Burgenlands an Österreich: Laut der Friedensverträge von St. Germain und Trianon kam das Burgenland 1919 zu Österreich. 1921 wurde Zahling von einer Abteilung von 25 ungarischen Freischärlern besetzt. Die Großdeutschen mussten flüchten und ein halbes Jahr lang wurde die Bevölkerung von den Ungarn unterdrückt. Als im Oktober eine Abteilung der österreichischen Gendarmerie in Heiligenkreuz stationiert wurde, mussten die Freischärler aufgeben.

Die Zeit des Zweiten Weltkrieges: 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus. Dieser Krieg brachte für die Bevölkerung größere Not als der Erste Weltkrieg. Fast in jeder Familie waren Opfer zu beklagen und viele Männer kamen als Verwundete zurück. Mehr als 30 Männern kostete der Krieg das Leben, etliche blieben vermisst. Am 11. April 1945 kam eine erste Vorhut der Russen nach Zahling.

Die Jahre des Wiederaufbaus bis zur Gegenwart: Zu den wichtigsten Aufgaben beim Wiederaufbau gehörte die Verbesserung der Infrastruktur. 1956/1957 wurde der erste Güterweg ausgebaut. Im September 1951 wurde in Zahling der elektrische Strom eingeleitet. Durch Regulierungen wurden viele Hektar sumpfiger Wiesen in fruchtbares Ackerland umgewandelt. Im Jahr 1971, dem Zeitpunkt der Gemeindezusammenlegungen im Burgenland, wurde Zahling ein Ortsteil der Gemeinde Eltendorf. In den Jahren 1981 und 1982 errichtete die Gemeinde eine Aufbahrungshalle. Die Tennisanlage wurde im Jahre 1980 errichtet.

Gegenwart: 1998 wurde ein mehrtägiges Fest von der Vereinsgemeinschaft Zahling (Freizeitverein, Freiwillige Feuerwehr, ÖKB, Verschönerungsverein und Tennisclub) veranstaltet, um 300 Jahre Zahling zu würdigen. Im Rahmen eines Festakts fand auch ein Klassentreffen der Jahrgänge 1906/1907 bis 1982/1983 statt. Außerdem wurde eine Chronik ("Zahling – Von den Anfängen bis in die Gegenwart") aufgelegt.

Die Filialkirche Hl. Laurentius: Die Kirche liegt auf halbem Hang östlich von vom Ort; sie war bis zum Ende des 17. Jh. Pfarrkirche. In den Jahren 1884 und 1960 wurde sie restauriert. Der Bau ist eine kleine, in der Bausubstanz romanische, einschiffige Kirche mit eingezogener niedriger Halbkreisapsis. An der Westseite gibt es ein Rundbogenportal mit profilierter Rahmung. Der Innenraum der Kirche: Flachgedecktes Schiff ohne Jochteilung; rundbogiger Triumphbogen; einfacher barocker Nischen-Säulenaltar, das Kruzifix auf dem Kastenaltar stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jh.; das Altarbild ist neu.

Die evangelische Pfarrkirche: Erbaut im Jahre 1791, Weihe 1794. Der Bau ist eine einschiffige Salkirche, der südliche Fassadenturm ist mit einem Spitzhelm versehen. Das Innere der Kirche: flache Decke, Täfelung und Einrichtung ist aus Holz, dunkel gebeizt und zum Teil geschnitzt. Die Kirche wurde in den letzten Kriegstagen durch Artilleriebeschuss zerstört. Im Jahre 1948 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen und im Mai konnte die Kirchenweihe vorgenommen werden. Eine neuerliche Restaurierung fand in den Jahren 1978/79 statt.

Die Entwicklung des Schulwesens: Im Zuge der Theresianischen Schulreform durch Probst Johann Ignaz Felbinger kam es auch in Zahling 1779 zur Gründung einer Schule, welche von der katholischen Pfarrgemeinde eingerichtet und geführt wurde. 1853 wurde dann die evangelische Schule erbaut. Nach dem Anschluss an Deutschland im Jahre 1938 hörten die konfessionellen Schulen auf zu bestehen. Seit dieser Zeit gab es in Zahling nur eine allgemeine öffentliche Volksschule. Mit Ende des Schuljahres 1982/1983 wurde die Volksschule von Zahling geschlossen. Seit dem Schuljahr 1983/1984 besuchen die Zahlinger Schüler die Volksschule in Eltendorf.

Partnergemeinde: Seit 1987 besteht eine Partnerschaft mit Zahling in Bayern, Deutschland.

Wappen: Im Rahmen der 300-Jahr-Feier wurde ein Wappen für Zahling entworfen. Der Amboss im Wappen deutet auf die Legende hin, dass Zahling einmal eine kleine Stadt mit 40 Schmieden und 2 Kirchen war. Diese Stadtlegende wurde durch den Fund eines Prangers genährt. Für die Untermauerung dieser Theorie fehlen jedoch weitere Beweise.

Persönlichkeiten:
* Julius Nikles (* 1924), Landwirt und Politiker
* Rudolf Muhr (* 1950), Germanist
* Jakob Ernst (* 1998), Basketballprofi

Text Geschichte, Wappen, Persönlichkeiten: Wikipedia

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