Ungarisch: Vasfarkasfalva

Wolfau ist eine Marktgemeinde im Burgenland im Bezirk Oberwart in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Vasfarkasfalva.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Wolfau ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Die Geschichte der Gemeinde Wolfau lässt sich bis knapp vor dem Beginn der Römerzeit zurückverfolgen. Schon vor Christi Geburt lebten Menschen hier im Gebiet der heutigen Marktgemeinde Wolfau. Das beweisen Reste eines Grabdenkmales, die 1934 auf der Thörwiese gefunden wurden und im Landesmuseum in Eisenstadt ausgestellt werden. Die Bevölkerung, die diese Gegend damals bewohnte, gehörte dem keltisch-pannonischen Menschenschlag an.

Vom 6. bis zum 8. Jahrhundert war das Gebiet jedoch fast menschenleer, da es aufgrund von fehlenden natürlichen Hindernissen vor den Einfällen fremder Völker wie Awaren, Germanen, Magyaren und Türken nahezu ungeschützt war.

Im 9. Jahrhundert wurde es dann in das fränkische Reich eingegliedert und im Zuge der "Bayrischen Kolonisation" besiedelt. Nach einer Urkunde aus dem Jahr 1257 entstand so zwischen den heutigen Orten Wolfau und Allhau die Grenzwächtersiedlung "Erunsd", die später in den Ort Wolfau eingegliedert wurde.. Wolfau selbst wurde erstmals im Jahr 1365 unter dem Namen "Walho" urkundlich erwähnt. In späterer Folge finden sich aufgrund der wechselnden Geschichte verschiedene Namen in den Urkunden: "Walfaw" (1455), "Valho" (1481), "Balfo" (1496), "Balhó", "Bolfau" (1773) und schließlich durch die Übersetzung des deutschen "Wolfau" das ungarische "Vasfarkasfalva".

Ebenso häufig wie der Name wechselten auch die Besitzer dieser Gegend. Von 1257 bis 1365 war unser heutiges Wolfau im Eigentum der ungarischen Adelsfamilie Köveskuti. Nach 1365 gehörte das Gebiet zur Herrschaft Buchschachen. In den folgenden 120 Jahren wechselten noch dreimal die Besitzer, bis dann 1482 das Eigentum an die Brüder Wilhelm und Georg Baumkircher und somit zur Herrschaft Schlaining überging. Die Herrschaft Schlaining wiederum ging im Jahr 1527 an die ungarische Hochadelsfamilie Batthyany. In deren Besitz blieb sie bis 1849.

Bemerkenswert ist auch die Entwicklung der Bevölkerungszahl der Gemeinde Wolfau. Nach den Statistiken hatte Wolfau im Jahr 1869 1.561 Einwohner. Die Einwohnerzahl erhöhte sich in den folgenden Jahren ständig, sodass sie im Jahr 1900 1.714 betrug. Diese 1.714 Wolfauer lebten in 266 Häusern. In der Folge nahm die Bevölkerungszahl jedoch laufend ab, bis sie im Jahr 1961 nur 1.211 betrug. Ab diesem Jahr stieg die Einwohnerzahl wiederum. Laut Volkszählung betrug sie im Jahr 1991 1.333. Diese 1.333 Personen lebten nunmehr in 415 Häusern.

Das herausragendste Ereignis in der jüngeren Geschichte der Gemeinde Wolfau ist die Erhebung zur Marktgemeinde aufgrund der kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung für das obere Lafnitztal und die Verleihung des Gemeindewappens am 20. September 1992.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Vasfarkasfalva verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland. Marktgemeinde ist Wolfau seit 1992 (durch VO 75).

Söhne und Töchter der Stadt:
Peter Wagner (* 7. Juni 1956), Schriftsteller und Regisseur

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bauernhaus (ObjektID: 8659): Sandriegel 12 (Wolfau 112).
Dreifaltigkeitskapelle (ObjektID: 8662): neben Wolfau 468, Die Kapelle steht bei den Berghäusern. Das Ölbild der Hl. Dreifaltigkeit im Inneren gehörte ursprünglich zum Hochaltar der Pfarrkirche.
Evangelisches Bethaus, befindet sich in der Dorfmitte
Kath. Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit (ObjektID: 8656): Die Pfarrkirche wurde 1732 erbaut und 1769 bis 1775 unter anderem um den Turm mit Spitzhelm erweitert. Seither wurde sie mehrfach erneuert und restauriert. Der Hochaltar wurde 1757 aufgestellt, im 20. Jahrhundert aber zweimal umgestaltet. Der Kreuzaltar an der östlichen Schiffwand enthält ein gutes Kruzifix aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Wanderwege: Der Rundweg mit Start beim Aussichtsturm in Wörterberg führt durch die Orte Wörterberg und Wolfau.
Wolfau, WappenWolfau, SkulpturWolfau, WappenWolfau, BlumenfigurWolfau, BrunnenWolfau, Evangelisches BethausWolfau, Feuerwehrhaus1Wolfau, GemeindeamtWolfau, KindergartenWolfau, Pfarrkirche Hl. DreifaltigkeitWolfau, KriegerdenkmalWolfauWolfauWolfauWolfauWolfau1WolfauWolfauWolfau1Wolfau1WolfauWolfau1WolfauWolfau, TennisplatzWolfau, Volksschule, errichtet 1910Wolfau, Ortstafel