Das abwechslungsreiche Hügelland rund um die Gemeinde bietet dem Gast zahlreiche Möglichkeiten einen Urlaub oder Ausflug zu genießen. Der Mittelpunkt und das Wahrzeichen der Gemeinde Weichselbaum, ist die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung in Maria Bild. Zu dieser Kirche pilgern das ganze Jahr hindurch zahlreiche Wallfahrer, die dort nicht nur das Wahrzeichen, sondern auch die wundervolle Landschaft bewundern können.

Durch Weichselbaum fließen u.a. die Raab, der Hotterbach und der Schusterbach.

Geschichte und Entwicklung: Nur wenige Funde in der Umgebung von Jennersdorf weisen darauf hin, dass in der Gemeinde Weichselbaum bereits in der Urgeschichte spuren menschlichen Lebens vorhanden waren. So wurde im Grieselsteiner Wald sowie in der Umgebung der römischen Grabhügel von Rax eine Lochaxt gefunden, die der jüngeren Steinzeit zugeordnet wird.

Etwas zahlreicher sind die Funde aus der Römerzeit. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden einige Reliefplatten im Raxer Wald und ein römischer Grabstein im Kandlgraben in Ober-Rax ausgegraben sowie um das Jahr 1936 einige römische Hügelgräber im Gebiet um Jennersdorf entdeckt.

Im Jahre 1184 wurde das Gebiet von Weichselbaum der von König Bela III. gegründeten Zisterzienserabtei St. Gotthard unterstellt. Die Zisterzienser des Stiftes Heiligenkreuz in Niederösterreich hatten in St. Gotthard eine Niederlassung gegründet.

Weichselbaum wurde im Jahre 1187 unter dem Namen "Badafalu" (falu=Dorf), und zwar als Meierhof von St. Gotthard, erstmals schriftlich in einer Urkunde des Papstes Urban III. erwähnt. Somit entstand hier einer der ersten Meierhöfe an der Raab. Die im Norden gelegene Ortschaft Rosendorf (Pöcsfalu) wurde gleichzeitig mit Weichselbaum, Jennersdorf und Mogersdorf als Meierhof zu St. Gotthard gehörig erwähnt.

Die Namensgebung für den Ortsteil um die Wallfahrtskirche geht auf folgende Sage zurück: "Auf dem Bergkogel, wo heute die Kirche steht, fanden die Bewohner auf einem Weichselbaum ein Marienbild hängen. Sie beteten davor, und es geschah ein Wunder. Darauf wurde an der Stelle die Kirche erbaut. Daher der Name: Maria Bild zu Weichselbaum."

Das Kloster und dessen Stiftsgüter nahmen eine günstige Entwicklung, bis die Zeit der Glaubenskämpfe und der Türkenkriege anbrach. (Schlacht bei Mohacs: 1526).

Die Schlacht von Mogersdorf im Jahre 1664 befreite das Land endgültig von den Türken. Nach einigen friedlichen Jahrzehnten brach 1704 der "Kuruzzenkrieg" aus, der bis 1708 dauerte. Ungarische Magnaten revoltierten gegen das habsburgische Herrscherhaus. Im Jahre 1734 übergab Kaiser Karl VI. die Abtei zu St. Gotthard mit all seinen Gütern wieder den Zisterziensern von Heiligenkreuz. Dieser Inbesitznahme gingen lange Verhandlungen und eine Zahlung von 100.000 Gulden voraus.

Im Jahre 1750 erfolgte der Bau der Kirche Maria-Bild; 1793 entstand die Pfarre Maria-Bild. Eine Volkszählung, die während der Regierungszeit Josef II. in Ungarn (1784 - 1787) durchgeführt wurde, bringt erste Aufschlüsse über die Einwohnerzahl der Gemeinde Weichselbaum. Demnach verfügte das damalige "Badafalva" über 471, Horvatfalu über 419 und Pocsfalu über 96 Einwohner.

1848, in der Zeit der Bauernbefreiung, wurde die jahrhundertelange Herrschaft des Klosters St. Gotthard beendet. Der Grundbesitz wurde auf die Bauern, die Abgaben an den Pfarrer und Kantor zu leisten hatten aufgeteilt.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging durch das Auftreten der Reblaus die Weinkultur weitgehend zugrunde. Die Weingärten wurden nun teilweise als Ackerfläche genutzt.

Die Bevölkerungszahl - es waren durchwegs Landwirte mit kleinen Besitzflächen - betrug um 1890 rund 1700. Doch die Existenzgrundlage vieler Menschen war vernichtet, und sie waren gezwungen, abzuwandern.

Bis zum Jahre 1921 gehörte das Gebiet um Weichselbaum zum Stuhlrichteramt St. Gotthard.

Durch den Anschluss Burgenlands an Österreichs wurden die Gemeinden Weichselbaum, Krobotek und Rosendorf selbständig und unterstanden verwaltungsmäßig dem Bezirk Jennersdorf.

Die Arbeitsplätze in St. Gotthard, das bei Ungarn blieb, gingen jedoch dadurch verloren, und die Menschen mussten weiter ab- oder auswandern, was zu einer steten Verarmung des Gebietes führte. 1938 erfolgte der Anschluss an das Deutsche Reich und die Auflösung des Burgenlandes.

Weichselbaum und die angrenzenden Gemeinden gehörten bis 1945 zum Kreis Feldbach, Gau Steiermark.

Vom Zweiten Weltkrieg blieb auch Weichselbaum nicht verschont. Mehr als 100 Menschen mussten ihr Leben lassen - teils auf den Schlachtfeldern - teils wurden sie als Zigeuner oder Gegner des Nationalsozialismus in Lager verschleppt.

Im September 1944 wurden in der Volksschule in Maria Bild Ostwallarbeiter (Gefangene aus Frankreich, Griechenland, Italien) einquartiert. Sie errichteten gemeinsam mit der Ortsbevölkerung von Mogersdorf her einen großen Wall gegen die herannahenden Russen. Im Zollhaus von Weichselbaum stand die Verpflegungsstelle. Ende März 1945 wurde die Bevölkerung nach St. Marein am Pickelbach in der Steiermark evakuiert. Die Rote Armee war bereits in Richtung Jennersdorf und Fehring vorgestoßen. Hier versuchten der Volkssturm und Reste der SS in erbittertem Kampf, die russischen Truppen zurückzudrängen. Noch am Karsamstag wurde die Wallfahrtskirche in Maria Bild von Artilleriegeschossen schwer getroffen. Zwölf Häuser gingen in Brand auf, das Schulhaus wurde erheblich beschädigt, das Wirtschaftsgebäude des Pfarrhofes brannte ab.

Vergewaltigungen, Schändungen und Plünderungen standen in den folgenden Wochen nach den Kampfhandlungen auf der Tagesordnung. Nachdem ein Teil der russischen Besatzungstruppen abgezogen und eine Kommandatur der Russen eingerichtet worden war, begann sich das Leben im Dorf langsam zu normalisieren.

Nach dem Krieg wurden die Gemeinden Weichselbaum, Krobotek und Rosendorf wieder autonom; die Verwaltung erfolgte weiterhin vom Kreisgemeindeamt Mogersdorf aus. Am 1. Jänner 1971 wurden diese drei Gemeinden zur Großgemeinde Weichselbaum vereinigt. Mit der Großgemeinde Mogersdorf schloss sich die Gemeinde Weichselbaum zu einem Gemeindeverband zusammen, dessen Sitz in Mogersdorf war.

Nach 1945 wurden gewaltige Aufbauarbeiten geleistet.

Bis 1953 gab es drei Volksschulen. Von 1947 bis 1950 erfolgte die Elektrifizierung. Bald darauf wurden Wasserleitungen errichtet. Straßen und Wege wurden ausgebaut sowie die Rüsthäuser renoviert und eine Bahnhaltestelle errichtet. Im Jahr 1985 wurde ein Musikerheim in Krobotek gebaut. In den Ortsteilen Weichselbaum (1985) und Rosendorf (1986) erfolgte der Ausbau der Ortskanalisation.

Bei der 800-Jahr-Feier 19987 erfolgte die Weihe des Gemeindehauses mit dem Kindergarten. 1988 wurde der Gemeindeverband Mogersdorf - Weichselbaum aufgelöst, und seither erfolgt die Verwaltung der Gemeinde Weichselbaum vom Gemeindeamt in Maria Bild aus.

Weiters ist per 31.12.1989 auch der Standesamtsverband mit Mogersdorf aufgelöst worden; die Gemeinde Weichselbaum führt daher seit 1.1.1990 auch ein eigenes Standesamt. Im Jahr 1991 wurde ein zweiter Verbindungsweg zwischen Krobotek und Maria Bild geschaffen. Auch in den nächsten Jahren wurden von Seiten der Gemeinde eine Reihe von Aktivitäten gesetzt: Die Ortsdurchfahrten von Weichselbaum und Rosendorf wurden ausgebaut und neu gestaltet. 1992 erfolgte die Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses (mit einer Wohnung) in Rosendorf. Krobotek bekam 1993 einen eigenen Kinderspielplatz.

1994 wurde das Feuerwehrhaus (mit drei Wohnungen) in Krobotek gebaut, in Maria Bild erfolgte die Friedhofsanierung.

Im selben Jahr wurden die Wassergenossenschaften Rosendorf, Krobotek I und II und Maria Bild an den Wasserverband Unteres Raabtal angeschlossen. Ebenso konnte die Gemeinde mit dem Ausbau Kanalisationsanlage in Maria Bild beginnen, welche mittlerweile nicht nur in Maria Bild sondern auch in Krobotek abgeschlossen ist. Somit sind alle Ortsteile der Gemeinde kanalisationsmäßig voll aufgeschlossen. Weiters wurde in Maria Bild ein Gemeindebauhof mit einer Abfallsammelstelle errichtet.

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