Ungarisch: Alsolö(vö), Kroatisch: Dolnje Sice

Unterschützen ist ein Ortsteil mit 2403 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) der Gemeinde Oberschützen im Burgenland im Bezirk Oberwart in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Felsőlövő(vő), der kroatische Ortsname Dolnje Sice. Durch Unterschützen fließt der Willersbach und der Goberlingbach.

Unterschützen stellt ein typisches Straßendorf dar. Eine Besonderheit des Ortes sind die unter Denkmalschutz stehenden "Kittinge" aus dem Jahr 1740 - ca. 1790. Es handelt sich um aus Holzstämmen gezimmerte Blockwerkspeicher mit Spitztonnenwölbung und Lehmbewurf, deren Funktion in der Aufbewahrung des bäuerlichen Erntegutes bestand (siehe Auflistung unter Kultur und Sehenswürdigkeiten).

Geschichte: Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zum Königreich Ungarn, dessen westlicher, deutschsprachiger Teil nach den Verträgen von St. Germain und Trianon der Republik Österreich zugesprochen wurde.

Zur Zeit des ungarischen Grenzschutzsystems Gyepű war Oberschützen eine Siedlung freier, ungarischer Bogenschützen. Diese wurden nach Beteiligung an dem Aufstand 1271 in die Nähe von Güssing vertrieben und es siedelten deutsche Kolonisten. Vom 1392 erfolgten Kauf und Anschluss an die Herrschaft Bernstein durch die Kanizsay bis zum Freikauf von der Herrschaft 1840 war Oberschützen Teil dieser. In der Zeitspanne von der Excorporation aus Ungarn 1447 bis zur Reincorporation 1647 war es mit dem gesamten Rest der Herrschaft Teil Niederösterreichs.

In den Jahren 1822 bis 1827 terrorisierte die Räuberbande Stradafüßler das Grenzgebiet zur Steiermark und Niederösterreich. Das heutige Burgenland wurde von der Bande als Rückzugsraum genutzt und besonders das ehemalige Waldwirtshaus in der Sixtina sowie das heute nicht mehr existierende Waldwirtshaus in der Wartenau bei Unterschützen waren oft Treffpunkt der Stradafüßler. Ihr Anführer, der berühmt berüchtigte Holzknechtseppl, unterhielt eine Liebesbeziehung mit Anna Weber, der Besitzerin des Waldwirtshauses in der Wartenau. Der Legende nach wurde die Bande am 12. März 1827 von alarmierten Soldaten dort verhaftet und nach Pinkafeld gebracht, wobei Historiker dieses konkrete Datum anzweifeln.

Seit 1898 durfte offiziell – aufgrund der Standardisation der geografischen Namen – nur der ungarische Ortsname Felsőlövő verwendet werden.

1971 wurden die Gemeinden Aschau im Burgenland, Schmiedrait, Unterschützen und Willersdorf mit Oberschützen zusammengelegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Seit dem Sommer 2005 ist die Eisenbahnlinie zwischen Oberwart und Oberschützen, ein Nebenast der Pinkatalbahn, wieder für Züge befahrbar. Ein gemeinnütziger Verein (FROWOS-Freunde der Bahnlinie Oberwart-Oberschützen) hat die Strecke revitalisiert und betreibt Bummelfahrten mit Motordraisinen. Ebenfalls sehenswert ist die Au in der Willersdorfer Schlucht. Es befindet sich auch ein interessantes Museum (Haus der Volkskultur) in dem Dorf, und es existiert auch ein relativ neuer Campingplatz am Ortsrand, inmitten eines kleinen Waldes.

2003 wurde das Haus der Volkskultur errichtet, das mittlerweile drei Vereine beherbergt. Besitzer des Hauses ist die Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft (Hianzenverein, 1996 gegründet), eingemietet sind weiters das Burgenländische Volksliedwerk und der Museumsverein Oberschützen. Das Haus versteht sich als Kompetenzzentrum für die burgenländische Volkskultur und sucht derzeit noch nach einem vierten Partner.

Bei sechs Bauernhäusern des Ortes ist noch ein Kitting alten Bautyps aus dem 18. Jahrhundert erhalten. Der gezimmerte Speicher ist außen mit hellem Lehm verputzt und trug ursprünglich ein Strohdach. Er diente der Lagerung von Lebensmitteln und Kleidung:

* Kitting (ObjektID: 8312), Unterschützen 10, Kitting alten Bautyps, diente der Lagerung von Lebensmitteln und Kleidung
* Kitting (ObjektID: 8311), Unterschützen 3a, Kitting alten Bautyps, diente der Lagerung von Lebensmitteln und Kleidung
* Kitting (ObjektID: 8313), Unterschützen 51, Kitting alten Bautyps, diente der Lagerung von Lebensmitteln und Kleidung
* Kitting (ObjektID: 8314), Unterschützen 67, Kitting alten Bautyps, diente der Lagerung von Lebensmitteln und Kleidung
* Kitting (ObjektID: 8315), Unterschützen 71, Kitting alten Bautyps, diente der Lagerung von Lebensmitteln und Kleidung
* Kitting (ObjektID: 8316), Unterschützen 73, Kitting alten Bautyps, diente der Lagerung von Lebensmitteln und Kleidung
* Evang. Pfarrkirche A.B. (ObjektID: 8309), der große neogotische Bau mit schlankem Südturm entstand in den Jahren 1859 bis 1861.

Anschlussdenkmal: Ein Mahnmal von geschichtlicher Bedeutung ist das Anschlussmahnmal, das 1939 anlässlich des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 errichtet wurde. Es ist ein Mahnmal an die große Zustimmung bei der Abstimmung über den Anschluss Österreichs an das Großdeutsche Reich. Es war das größte Denkmal seiner Art in Österreich. Die tempelartige Anlage ist eines der wenigen erhaltenen Denkmäler der Zeit des Nationalsozialismus in Österreich und sorgt noch heute für Diskussionen und Kontroversen. 1997 wurde daran eine Bedenk- und Mahntafel angebracht.

Im Oktober 2010 fand der erste Jenő-Takács-Klavierwettbewerb in Oberschützen statt, an dem junge Pianistinnen und Pianisten aus Österreich, Ungarn, Deutschland, Israel, Serbien und Lettland teilnahmen.

Bildung: Oberschützen beherbergt derzeit eine für seine Größe außergewöhnliche Anzahl an Bildungsstätten. Vorhanden sind ein Kindergarten, eine Volksschule, eine Sporthauptschule, zwei Gymnasien und ein Institut der Kunstuniversität Graz.

1814 wurde mit dem Bau einer evangelischen Volksschule begonnen. Bald darauf erlebte die Oberschützen durch das Wirken des Pfarrers Gottlieb August Wimmer, dem die Gemeinde die Gründung seiner höheren Schulen verdankt, einen bedeutenden Aufschwung.

Als nach dem Ende des Ersten Weltkriegs das vormalige Deutschwestungarn als neues Bundesland Burgenland zu Österreich kam, waren die Evangelische Lehrerbildungsanstalt (LBA) (heute Evang. RG und ORG) und das Evang. RG heute BG/BRG/BORG Oberschützen die einzigen höheren Schulen des jüngsten Bundeslandes. 1938 wurden beide Schulen im Zuge des Anschlusses verstaatlicht und als staatliche Schulen bis 1945 weitergeführt. 1946 wurden das frühere Evang. RG als Bundesrealgymnasium und das Internat als Bundeskonvikt wiedereröffnet. Die ehemalige Lehrerbildungsanstalt blieb zunächst geschlossen und nahm erst 1958 als Evangelische Lehrerbildungsanstalt Oberschützen wieder den Betrieb auf.

Eine weitere Bereicherung des Bildungsangebotes erfuhr der Schulort Oberschützen 1965 durch die Errichtung einer Expositur der Grazer Musikakademie (heute Institut Oberschützen der Kunstuniversität Graz). Die Expositur war zunächst in verschiedenen Gebäuden provisorisch untergebracht, bis schließlich im Jahr 1982 das Kultur- und Hochschulzentrum fertiggestellt war und dort in einem Teil des Kulturzentrums eine Heimat gefunden wurde. Im Jahre 1966 bekam Oberschützen eine Hauptschule; das neue Hauptschulgebäude mit einem Turnsaal war 1972 fertig.

Persönlichkeiten:
Johann Neubauer (1880–1970), Mundartdichter
Wilhelm Knabel (1884–1972), ungarndeutscher Schriftsteller, Lehrer und Publizist
Tobias Portschy (1905–1996), Jurist und nationalsozialistischer Politiker
Reinhold Polster (1922–2009), Politiker und Präsident der Landwirtschaftskammer
Ernst Kurz (* 1935), Politiker
Herwig Brunner (* 1942), ehemaliger Universitätsprofessor für Biochemie in Stuttgart
Tony Wegas (* 1965), Sänger und Musiker
Markus Kern (* 1974), Musikdozent, Komponist und Musiker

Radwege: Durch die Ortschaft führt der B 54 Pinkaradweg und der B 51 - Junioren Rad-WM Strecke mit einer Länge von 14 km (siehe auch www.best-of-burgenland.com mit einer Beschreibung aller Radwege des Burgenlandes).

Text: Wikipedia

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