Ungarisch: Strém, Kroatisch: Štrem, Russisch: Штрем

Strem ist eine Marktgemeinde im Bezirk Güssing im Burgenland in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Strém. Die Ortschaft wird vom Limpigraben, dem Hausgraben, dem Schöngraben und vom Strembach durchflossen.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Der Ort Strem liegt in einer breiten Niederung des Strembaches.

Gemeindegliederung: Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011):

Deutsch Ehrensdorf (150)
Steinfurt (128)
Strem (598)
Sumetendorf (55)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Deutsch Ehrensdorf, Steinfurt, Strem und Sumetendorf.

Das südlich milde Klima am Beginn der ungarischen Tiefebene und die reizvolle Umgebung machen Strem zum lohnenden Urlaubsziel. In einer Landschaft, wo der Charakter der Ortschaft den Eindruck vermittelt, dass hier die Zeit stehen geblieben ist, kommt jeder Erholungssuchende auf seine Rechnung. Die Durchschnittstemperatur zwischen Mai und September liegt bei 23 Grad.

Geschichte: Auf dem Ried Schloßriegel sind noch Reste einer mittelalterlichen Wasserburg vorhanden, welche vermutlich um 1300 unterging. Der Ort wurde im Jahre 1647 zum Markt erhoben.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Strém verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Marktgemeinde ist Strem seit 1997.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Kath. Pfarrkirche hl. Antonius von Padua, erbaut 1852, in der Ortsmitte, Kirchenplatz 1
Antoniuskapelle, aus dem 18. Jahrhundert, an der Straße nach Urbersdorf, Lindenstraße
Josephskapelle
Herz-Jesu-Kapelle
Wegkapelle

Wirtschaft und Infrastruktur: Im Jahr 2003 wurde die "Öko-Energie Strem" gegründet, die derzeit rund 100 Gebäude im Ort Strem mit Fernwärme versorgt. Als Ausbaustufe wurde 2005 die Biogas Strem Betriebs- und ErrichtungsgmbH. & Co. KG gegründet. In dieser werden erstmals in Österreich ausschließlich nachwachsende Rohstoffe zur Erzeugung von Strom und Wärme verwendet. Aus dem Aufwuchs von rund 300 ha landwirtschaftlicher Fläche werden aus Gras, Klee, Mais und Sonnenblume 500 kW elektrischer Strom und rund 600 Kilowatt thermische Energie gewonnen. Dies entspricht etwa der Versorgung von 1.200 Haushalten mit Strom und 90 Haushalten mit Wärme.

2009 erhielt Strem die Auszeichnung Klimaschutzgemeinde in der Kategorie "Gemeinde kleiner als 1.500 Einwohner".

Persönlichkeiten:
Josef Schatz (1920–1999), Politiker (ÖVP) und Landwirt
Gottfried Schatz (* 1936), Biochemiker
Dorothea Schittenhelm (* 1954), Politikerin
Kurt Garger (* 1960), Fußballspieler und -trainer

Obiger Text: Wikipedia

Radwege: Durch Strem führen der Jubiläumsradweg R1 und der Weinidylle-Radweg.

Ortsnamensformen: Strem: 1443, Streen 1482, Sthren 1496, Stryn 1538, Stren 1556, Strem 1610, Streem 1774, Ström 1752.

Deutung: "Sicher ist, dass der Ort nach dem Strembach benannt wurde. Der Name der Strem darf auf sl. Strem zurückgeführt werden. Dieses wiederum scheint eine m-Ableitung zur idg. Wurzel streu- "fließen" oder vielleicht zu deren Ablautsstufe streu- zu sein. Welcher indogerm. Sprache dieses anzusetzende vorslawische streum- entnommen ist, lässt sich nicht genau sagen." (Kranzmayer/Bürger, 1957, S. 149)

"Der an Güssing vorbeifießende Strembach hat einen slavischen Namen. Dass aber weder slov. strmen "steil" noch strumen "Strömung, Flussarm" zugrundeliegen kann, hat bereits Moór (S. 30/1) angedeutet, allerdings ohne den {201} Zusammenhang zu erkennen. Es ist nämlich von slov. strémen in der Bedeutung "Faden, Faser, Arm" als Bachname auszugehen (vgl. 1265 Ztremen), was im Madj. zunächst (1157/1230) Ezturmen (1.*Esztürmen) und weiterhin *Eztörmen ergab. Aus dieser Form stammt der Name Estermenbach für den obersten Lauf des Gewässers. Hier hat also das Madjarische vermittelt und das ist ja bei der geringen Entfernung von Oberwart (4 km) nicht auffallend. Am Unterlauf hingegen übersetzten die Madjaren slov. strémen durch csik "Streifen", was für die Richtigkeit meiner Deutung zeugt. Der Bachname wurde aber auch ins Deutsche übersetzt, wobei allerdings ein sonderbares Missverständnis unterlaufen ist. Da nämlich slov. strémen auch "Steigbügel" (mhd. stegereif) bedeutet, hat man den slov. Namen als *Stegereifpach eingedeutscht und über *Stegref- *Stegrf *Stegrs- zu Stegersbach umgewandelt; so heißt heute noch ein am Oberlauf des Strembaches gelegener Ort, auf den der Beleg Stegraifebach von 1289 bezogen wird. Außerdem gibt es westlich vom Strembach einen Wasserlauf namens Stegersbach, der in der Steiermark bei einem zweiten Orte Stegersbach südwestl. v. Friedberg entspringt und bei Wörterberg in die Lafnitz fällt. Auch dieser wird ursprünglich strémen geheißen haben. Bei der irrigen Übersetzung ins Deutsche mag vielleicht die Vorstellung mitgewirkt haben, daß in dem slav. Wort ein ähnlicher Sinn zu suchen sei, wie er in der mhd. Redensart sich nern von dem stegereif "vom Straßenraub leben" zum Ausdruck kommt, eine Ansicht, deren Entstehung in dieser unsicheren Grenzgegend ganz begreiflich erscheint. Man darf den deutschen Namen Stegersbach nicht für ursprünglich halten, weil die aus dem Bachnamen zu erschließende slav. Benennung strémen, die unabgeleitet und unzusammengesetzt ist, eben nur "Steigbügel" bedeuten könnte und weil eine der mhd. Redensart entsprechende slav. Wendung nicht bezeugt ist. Auch spricht der madj. Name Csik für slov. strömen "Faden, Wasserarm". Die deutsche Namensform "Strembach", älter Strem (vgl. den gleichnamigen Ort nördl. v. Heiligenbrunn), ist aus *Strem'n entstanden wie altmundartlich khem, nem mhd. kemen, nemen." (Steinhauser, 1931, S. 309f)

"An der Westseite des Ortes, ca. 100 m westlich der Straße zu den Stremer Berghäusern, liegt im Wiesengelände zwischen dem Eisenbahndamm und dem regulierten Steinfurter Bach ein vermutlich künstlich bis zu 2 m aufgeschüttetes (bzw. in dieser Nähe noch erhaltenes) ovales Plateau (Durchmesser 50 - 60 m). Es ist rings umgeben von einem deutlich sichtbaren, 5 - 10 m breiten Graben, der sich zum Eisenbahndamm hinzieht. Dieses Plateau, von mehreren Ackerstreifen durchzogen, ist der Rest einer ehemaligen Wasserburg, im Volksmund "Schlossriegel" genannt. Über den flachen Hügel hin sind zahlreiche Ziegelbruchstücke verstreut, die sich im westlichen Teil häufen." (Schmeller, 1965, S. 207)

Dehio bringt die Angabe "Um 1300 geschleift (?)." (S. 301) Dies scheint sich auf folgende Bemerkung in Karl Ulbrich, Der "Schlossriegel" von Strem im Südburgenland (Burgenländische Heimatblätter 11 (1949), S. 54 - 60), zu beziehen. "Leider sind aber über die Burganlage selbst keine konkreten geschichtlichen Daten bekannt, so dass man auf Analogien angewiesen ist. Vielleicht ist sie im Gegensatz zu Homma, doch im Zuge des Friedensschlusses von Hainburg (1291) geschleift worden." (S. 57) Wie dem auch sei, es scheint, als falle der historische Bezug zu den Stremer Bieresoh etwas stegreifartig aus.

Hochwasserschutz: Rückhaltebecken am Limpigraben: Für die Herstellung des Hochwasserdammes in Strem sind rund 4.000 m³ Schüttmaterial verwendet worden, die Dammkrone erreicht eine maximale Höhe von 3 Meter und eine Breite von 6 Meter. Das Rückhaltebecken am Limpibach hat eine Dammlänge von 160 Meter und ein Speichervolumen von 61.000 m³. Die Errichtungskosten betragen 550.000,- Euro und wurden mit 45 % Bundesmittel, 40 % Landesmittel gefördert. Für die Gemeinde Strem verbleibt ein Interessentenbeitrag von 15 %. Durch das Rückhaltebecken wird das HQ100 am Limpigraben von 32,0 m³/s auf 22,5 m³/s reduziert. Weiters wurden die Rekultivierungsarbeiten sowie die erforderlichen Wegbefestigungen, wie auch geringfügige Linearmaßnahmen fertiggestellt. Ebenso erfolgte der Ausbau des stromabwärtigen Bachprofiles, wodurch Überflutungen des Limpibaches bzw. Rückstau bei Hochwasserführung der Strem verhindert werden.

Strem, OrtstafelStrem, Tratschplatz (Dorfplatz)Strem, Tratschplatz (Dorfplatz)Strem, FeuerwehrStrem, MilchsammelstelleStrem, MilchsammelstelleStrem, KircheStrem, Alte MühleStrem, Denkmal KapellenstraßeStrem, Bildstock Josefa TrinklStrem, Heiliger AntoniusStrem, Hianznpfod (Hianznpfad)StremStremStremStremStremStremStrem, VolksschuleStrem, VolksschuleStrem, StrembachStrem, RadwegeStrem, StremtalstraßeStrem, StremtalstraßeStrem, ökoEnegielandStrem, Stremer BurgStrem, KriegerdenkmalStrem, KriegerdenkmalStrem, KriegerdenkmalStrem, Kriegerdenkmal
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