Ungarisch: Bugloc

Schreibersdorf ist ein Straßendorf im südlichen Burgenland und liegt auf ca. 435m Seehöhe. Mit ungefähr 240 Einwohnern ist es der zweitgrößte Ortsteil von Wiesfleck. Mit seinen Wanderwegen oder dem Naturlehrpfad ist Schreibersdorf sehr erholsam. Nach der Anstrengung noch einen Kaffee im Sonnengarten oder Gasthof Schuh und man kann den Tag getrost ausklingen lassen. Am 19.6.1986 wurde das Dorf von einem Hochwasser heimgesucht. Durch Schreibersdorf fließen der Fröscheraubach, der Kirabach und der Wiesenbach.

Die Mehrheit der Bewohner ist protestantisch. Ihr kirchliches Zentrum ist das etwa 200 Jahre alte Schul- und Bethaus, auch "Turmschule" genannt. In diesem Gebäude wurden früher alle Volksschüler unterrichtet.

Geschichte: Nach Litschauer Franz wurde Schreibersdorf schon 1338 erstmals urkundlich erwähnt. Historisch teilt diese Gemeinde das Schicksal mit aller Gemeinden, die unter dem Herrschaftseinfluß von Bernstein standen. Prickler weist in seiner "Geschichte der Herrschaft Bernstein" auf die Relatoriae-Urkunde des Eisenburger Kapitels vom 4. Mai 1388 hin, in der "Strebertorfh" erstmals erwähnt, urkundlich aufscheint. In späteren Unterlagen wird der Ort auch "Irofalu" genannt, was eine Übersetzung ins Ungarische sein könnte. Später und bis zum Anschluss an Österreich hieß der Ort "Buglóc".

Von einer Schule, die auch von den evangelischen Kindern aus Schönherrn besucht wurde, hören wir erstmals 1830. Damals wurde in Räumen einer aufgelassenen Glasfabrik unterrichtet. 1861 wurde eine neue Schule geweiht. Durch Kriegseinwirkung ging im April 1945 sämtliches in der Volksschule Schreibersdorf aufliegendes Aufzeichungsmaterial über Schule und Gemeinde verloren.Am 28. Juni 1959 wurde die neue Volksschule geweiht.

Von 1874 bis 1880 wurde in Schreibersdorf-Thalheim fabriksmäßig Glas erzeugt. Ab 1895 bis 1901 baute eine französische Firma Braunkohle ab. Das Betriebsgebäude war das nunmehrige "Dr.-Kiesel-Heim". Die Kohle wurde mit einer Seilbahn zur Eisenbahnstation "Alt Pinkafeld" gebracht. Wegen der Unergiebigkeit des Kohlenvorkommens und der damit verbundenen Unrentabilität wurden Abbau und Seilbahn eingestellt.

7. Nov. 1954 Elektrifizierung von Schreibersdorf
1964 Bau eines Erholungsheimes
März 1967 das erste Gelähmtenheim entsteht im Burgenland
2. Nov. 1958 Kriegerdenkmalweihe

Anlässlich der 50jährigen Zugehörigkeit des Burgenlandes zu Österreich hatte der Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Schreibersdorf auf die Initiative seines Obmanns Adolf Pöll ein Denkmal erreichtet. Es ist ein Gedenkstein, der aus Margaretener Sandstein vom Bildhauer Josef Lehner aus Ollersdorf errichtet wurde. Dem Gedenkstein ist auf einer Seite ein Bergknappe, auf der anderen Seite ein Glasbläser eingemeißelt, und zwar als Symbol dafür, daß es in der Gemeinde einmal ein Kohleberwerg und eine Glasbläserei gab. Auf der dritten Seite ist das Burgenlandwappen eingemeißelt, und die vierte Seite trägt die Inschrift "50 Jahre Burgenland". 1971 erfolgte die kirchliche Einweihung und Segnung. 

Text Geschichte: www.wiesfleck.at

Schreibersdorf, OrtstafelSchreibersdorfSchreibersdorfSchreibersdorfSchreibersdorfSchreibersdorf, Erholungs- und SportanlageSchreibersdorf, FeuerwehrSchreibersdorf, Kriegerdenkmal