Ungarisch: Radafalva

Rudersdorf ist eine Marktgemeinde im Bezirk Jennersdorf im Burgenland in Österreich mit 2176 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015). Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Radafalva.  Am 1. Jänner 1971 wurden die Gemeinden Rudersdorf und Dobersdorf zusammengelegt und bilden seither einen eigenen Ortsteil. Im Rahmen des 600-jährigen Jubiläums (1991) wurde Rudersdorf zum Markt erhoben (durch VO 81). Durch Ruderdorf fließen unter anderem  die Lafnitz, der Lahnbach, der Rudersdorfer Bach, der Kuhbergbach, und der Marbach.

Geschichte: Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Radafalva verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Entstehung des Ortsnamens Rudersdorf: Für die Entstehung des Ortsnamens "Rudersdorf" gibt es gleich mehrere Theorien. Die erste Erklärung ist sehr einfach: In alten Zeiten war zwischen Fürstenfeld und dem heutigen Rudersdorf ein See gelegen, an dessen Ufer die Fürsten von Fürstenfeld ein Jagdschloss und ein großes Jagdrevier hatten. Da die Fürsten zum Schloss hinüberruderten, benannte man das um das Schloss herum entstandene Dörflein "Rudersdorf".

Nach einer anderen Version wird Rudersdorf vom Personennamen Ruodolf, ungarisch Rodolf, abgeleitet, ausgehend von der alten Namensform Ruodolvesdorf = "Dorf des Rudolf". 1391 scheint Rudersdorf unter der magyarischen Bezeichnung "Radofalva" in der von König Sigismund für Ladislaus von Sáró bestimmten Urkunde auf. Die Zollstätte Rudersdorf war ein sogenanntes Dreißigstamt. Dreißigstämter waren ehemalige ungarische Zollstätten entlang der westlichen Grenze. Die Bezeichnung "Dreißigst" geht darauf zurück, dass man bei der Einfuhr und später auch bei der Ausfuhr den dreißigsten Teil einer Ware als Zoll einhob. Diese Verzollung wurde unter dem ersten ungarischen König Stephan eingeführt.

Schon im Mittelalter, um 1336, war Rudersdorf eine Dreißigststelle und ein Mautplatz. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Dreißigstamt in Rudersdorf aufgelassen. Rudersdorf gehörte bis etwa 1380 zur Burg Güssing.

Wappen: Blasonierung: In blauem Schild golden über einem Dreipaß von je fünf Nüßchen und je einem Blatt der Flatterulme im Schildhaupt ein allseits anstoßendes geschwungenes Frontale einer Fenstersohlbank mit einer Guttula in der Mitte und je drei Guttulae an den seitlichen Lätzen.

Wirtschaft und Infrastruktur: Im Ort gibt es zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe. Unter anderem findet man in Rudersdorf eine Niederlassung der Firma Sattler und die Firma Katzbeck, welche zugleich zu den größten Arbeitgebern der Region gehören. Rudersdorf liegt direkt an einer wichtigen Ost-West Verbindung der B319, welche die Südautobahn (A2) mit dem Grenzübergang Heiligenkreuz im Lafnitztal verbindet. Zur Verbesserung der Infrastruktur in der Region und zur Entlastung der Gemeinden in der Region plant die ASFINAG eine Schnellstraße von der Südautobahn zum Grenzübergang in Heiligenkreuz (Fürstenfelder Schnellstraße).

Mühlen: Das Lafnitztal beginnt in Rohrbrunn und und findet sein Ende in Heiligenkreuz. Entlang der Lafnitz kann man fast in jeder Ortschaft eine Mühle finden. Die meisten dieser Mühlen sind nicht mehr in Betrieb und wurden zu Wohnhäuser umgebaut:
Rudersdorf - "Fritz-Mühle"
Dobersdorf - "Bagdie-Mühle"
Königsdorf - "Rauscher-Mühle"
Eltendorf - "Buchmann-Mühle"
Heiligenkreuz - "Wollinger-Mühle"

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
R.K. Pfarrkirche Rudersdorf hl. Florian (ObjektID: 11511): Die 1862 erbaute römisch-katholische Pfarrkirche Rudersdorf weist eine neoromanische Einrichtung auf.
Schloss Batthyány: Das Schloss ist ein ehemaliger Meierhof mit ebenerdigem Herrenhaus und liegt am östl. Ortsrand, neben der Fa. Sattler. Es wurde um 1750 von Graf Emmerich Batthyány erbaut. 1890 erfolgte der Anbau von 2 Ecktürmen. 1920 wurde das Schloss von der Familie Sattler erworben.
Antoniusäule (ObjektID: 11516), seit 15. Oktober 2002, Antoniusplatz, die Säule am westlichen Ortsrand stammt aus dem 18. Jahrhundert und zeigt die Leidenswerkzeuge in flachem Relief.
Gasthof Schabhüttl, ehem. Gasthaus Zur ungarischen Krone (ObjektID: 11619), Hauptstraße, Rudersdorf 31
Hofanlage Finkhaus (ObjektID: 11513), Hauptstraße, Rudersdorf 35
Evangelisches Schul- und Bethaus (ObjektID: 11515), seit 15. Oktober 2002, Rudersdorf 56
Ehem. Schloss, Textilfabrik Sattler (ObjektID: 11512), Hintergasse 1, das Schloss ist ein zweigeschoßiger Meierhof erbaut vom Grafen Batthyány im Jahr 1750.

Persönlichkeiten:
Adolf Brunner (1900–1963), Politiker und Textilarbeiter
Josef Reichl (1913–2003), Politiker
Adolf Erkinger, österreichischer, nationalsozialistischer Politiker

Textteile: Wikipedia

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