Ungarisch: Jobbagyujfalu, Kroatisch: Lorbica

Die Gemeinde gehört zur Großgemeinde Mischendorf und liegt im südlichen Burgenland im Bezirk Oberwart. Der ungarische Ortsname ist Jobbagyujfalu, der kroatische Lorbica.

Dieser kleine, idyllische Ort im Bezirk Oberwart grenzt an die Dörfer Bachselten, Güttenbach, Neuberg, Jabing und an die Marktgemeinde Großpetersdorf. Ein Bauern- und Arbeiterdorf! Ein Dorf vieler Auswanderer!

Dieses Gebiet war schon in frühgeschichtlicher Zeit bevölkert. Man fand auch mehrere Grabhügel aus der Römerzeit, die jedoch leider zerstört wurden. Urkundlich wird der Ort zuerst im Jahre 1496, unter dem ungarischen Namen "Neudorf", erwähnt. Im 16. Jahrhundert kamen auch kroatische Siedler in diesen Ort.

Rohrbach gehörte in dieser Zeit zur Herrschaft Rotenturm. Nach mündlicher Überlieferung mussten die Leute abwechselnd Sauerwasser zum Grafen (Erdödy) nach Rotenturm bringen. Man weiß aber nicht mehr, wo die Quelle ist und vermutet sie zum Teil im "Brunngraben", was schon der Name andeutet, teils aber nimmt man an, dass sie im "Hochholz 11" gewesen sein soll.

Der Name "Rohrbach" wird bereits 1697 bei einer Kirchenvisitation verwendet.

Die im Jahre 1827 erbaute Kirche wurde im Jahre 1836 Christi Himmelfahrt geweiht.

Rohrbach an der Teich besteht aus dem Dorf und der Bergsiedlung "Rohrbacher Bergen". Wo jetzt die Berghäuser stehen, waren 1839 Weingärten und Weideflächen der Herrschaft. Die Arbeiter wohnten in Erdkellern. Sie bekamen 10% der Ernte. Damit mussten sie ihre Familien erhalten. Es war ein kärgliches Leben. Im Herbst brachten sie den Wein fort. Später wurden die Gärten aufgeteilt. Jede Familie erhielt den gleichen Teil.

Die erste Schule des Ortes wurde um 1860 errichtet. 1912 wurde eine neue Schule gebaut, nachdem schon ab 1911 zweiklassig unterrichtet worden war.

Früh hatte Rohrbach eine "Wasserleitung". Ein großer Windbrunnen (um 1870 bis 1880) leitete den Leuten das Wasser ins Reservoire. Von dort holten die Leute das Wasser. Der Windbrunnen war 32 m hoch und ganz aus Eisen. 1949 stürzte er um und wurde nicht mehr aufgestellt.

1890 fielen 20 strohgedeckte Häuser einem Großbrand zum Opfer. Viele Einwohner wurden dadurch noch ärmer. Sie versuchten ihr Glück in der Neuen Welt. Da sie fleißig und zähe waren, gelangten die meisten von ihnen zu bescheidenem Wohlstand. Manche kehrten heim und kauften sich eine Wirtschaft. Es blieben aber viele in Amerika und ließen einige Jahre später Frau und Kinder nachkommen. Sie zeigen immer noch ihrem Heimatdörflein die Verbundenheit. 1925 wurde mit Hilfe der "Rohrbacher Amerikaner" der Ausbau der Kirche begonnen. Bittbriefe, die der damalige Lehrer Eugen Fendt an die ausgewanderten Rohrbacher nach Chicago schickte, bewirkten einen großen Erfolg. Von dem Ergebnis der Sammlung wurden der Altar, die Glocke, Orgel und Monstranz gekauft. Das Kreuz auf dem Dorfplatz spendeten die "Rohrbacher Amerikaner" 1906 in Dankbarkeit. Die Namen der Spender sind auf Marmortafeln verewigt.

Aus der Chronik der Schule ist zu entnehmen, dass in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges dieses abseits vom Lärm der großen Welt gelegene Dorf nicht verschont blieb. Heute noch weiß man zu erzählen: Deutsche Nachhut und russische Vorhut stießen in den ersten Apriltagen 1945 in unserem kleinen Dorfe hier zusammen. Bittere Kämpfe! Die Leute flüchteten in die Keller. Ein deutscher Soldat war im Walde neben dem Friedhofe von Russen eingeschlossen. Er hatte den Anschluss an seine Kameraden verpasst. War er vielleicht vor unmenschlicher Strapaze im Schützenloch eingeschlafen? Er mag wohl in seiner großen Bedrängnis zur Mutter Gottes um Hilfe gebetet haben, denn nach dem Kriege kam er und errichtete an dieser Stelle ein Marterl aus tiefster Dankbarkeit. Seit 1945 wurde im Ort viel an Aufbau geleistet. Das Dorf erlebte einen gewaltigen technischen Aufstieg (Elektrisches Licht, Telefonanschluß, Straßenbau, Kanalbau). In den letzten Jahrzehnten hat Rohrbach an der Teich sein Antlitz sehr verändert. Wo einst schwer befahrbare Feldwege waren, sind heute gut ausgebaute Güterwege. Nach allen Seiten ist Rohrbach an der Teich offen. Gute Straßen verbinden dieses einst so abseits gelegene Dorf mit der Außenwelt. Mit dem Auto sind es nur ein paar Minuten nach Großpetersdorf.

Schulisch gehört Rohrbach wie alle Gemeinden im Teichbachtal zur Hauptschule Kohfidisch. Im Rahmen der Schülerfreifahrt bringen Schulbusse die Kinder zur Schule und gleich nach dem Unterricht wieder heim - selbst in die Rohrbacher Berge. Auch ein Kindergarten hat in Rohrbach bestanden, der im Jahr 2001 geschlossen werden musste. Die alte Schule wurde dem Boden gleichgemacht. Der hohe hölzerne Feuerwehrturm am Dorfanfang ist längst nicht mehr. Die Kirche aber erstrahlt in neuem Glanz und neue Häuser säumen die Hauptstraße in Richtung Großpetersdorf.

Unverändert geblieben in Rohrbach an der Teich sind die Menschen in ihrer Herzlichkeit, Gemütlichkeit, in ihrem Fleiß und in der Liebe zur Heimat. Diese Heimatliebe verbindet die Rohrbacher von daheim mit allen ihren Auswanderern, wo immer jene in der weiten Welt draußen verstreut leben.

Im Zuge der Umsetzung des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes wurden 1971 die Gemeinden Mischendorf, Kotezicken, Kleinbachselten, Großbachselten, Rohrbach an der Teich und Neuhaus zur Großgemeinde Mischendorf zusammengelegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Katholische Filialkirche Christi Himmelfahrt (ObjektID: 8279), die im Jahr 1827 erbaut wurde, steht auf der Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mischendorf. Der Hochaltar ist im neogotischen Stil.

Radwege: Rohrbach an der Teich ist eine Station des Berghäuser Radweges B 55, bei einer Streckenlänge von 43,3 km. Als Berghäuser bezeichnet man im Südburgenland die über den Niederungen gelegenen Ortsteile einer Gemeinde. Stets bergauf und bergab führt der B 55 Berghäuser-Radweg durch waldreiches, ruhiges Gebiet. Eine genaue Beschreibung mit allen Details findet man auf www.fahr-radwege.com (siehe auch www.best-of-burgenland.com mit einer Beschreibung aller Radwege des Burgenlandes).


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