Ungarisch: Rödöny

Riedlingsdorf ist eine Marktgemeinde im Burgenland im Bezirk Oberwart in Österreich und liegt an der Pinka. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Rödöny.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Riedlingsdorf ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte: Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Rödöny verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Eisenbahn: In Riedlingsdorf ist eine Haltestelle der Pinkatalbahn. Momentan ist diese Strecke bis Großpetersdorf in Betrieb. In Planung bzw. Überlegung ist eine weitere Verlängerung der Strecke ins ungarische Szombathely.

Söhne und Töchter der Marktgemeinde: Erwin Kaipel (* 1952), Bürgermeister und Abgeordneter zum Nationalrat.

1331: Erste urkundliche Erwähnung unter den Namen RADOMFALVA.
1388: Die Ortschaft heißt nun RODINSTORFF und gehört zur Herrschaft Bernstein.
1392: Die Ortschaft heißt REUDENSTORFF.
1435: Die Ortschaft heißt RUDINGSTORFF.
1459: Am 14.April kommt es auf dem Lampelfeld, einem Ortteil, der an die Stadt Pinkafeld grenzt, zu einer Schlacht zwischen den Truppen des Habsburgers Friedrich III. und seines Rivalen Matthias Corvinus.
1532: Unter Ibrahim Pascha dringen 3000 osmanische Kämpfer in die Oststeiermark vor. Da einige Nachbarorte, wie Pinkafeld und Buchschachen, niedergebrannt werden, wird wahrscheinlich auch Riedlingsdorf zerstört.
1569: In einer Urkunde der Herrschaft Bernstein wird der Ort nun als RIEGERSTORFF bezeichnet. Mit der Zugehörigkeit zu Bernstein ist unsere Ortschaft Teil des Besitztumes der Familie Königsberg. Der Ort besteht aus 90 bewohnten Gebäuden, seine Einwohner bauen neben Getreide auch Wein an.
1648: Der Ort heißt RIEDLINGSTORFF. Die Besitzverhältnisse wechseln ebenfalls, da die Herrschaft Bernstein von der Familie Batthyany erworben wird.
1697: Mitglieder der ehemaligen Herrscherfamilie Königsberg waren bereits seit Jahrzehnten Anhänger Martin Luthers, daher sind auch in Riedlingsdorf von 700 Einwohner 570 evangelisch.
1795: Die erste evangelische Schule wird errichtet.
1811: In der Ortsmitte wird der Grundstein für den Bau der katholischen Kirche gelegt. Fünf Jahre später wird sie vom Bischof von Steinamanger eingeweiht.
1832: Im Ort leben 1173 Personen in 181 Häusern.
1849: Das Schulhaus ('Turmschule') wird neu errichtet. In ihm werden bis 1970 viele Generationen von Riedlingsdorfern unterrichtet.
1899: Im Ort leben 1665 Personen in 220 Häusern. Diese Einwohnerzahl wird in den folgenden Jahren nicht mehr erreicht.
1914 - 1918: Der 1.Weltkrieg fordert unter der Riedlingsdorfer Bevölkerung 43 Opfer.
1921: Das Burgenland kommt als Folge der Friedensverhandlungen mit den Siegermächten des Weltkrieges zu Österreich. Der Ort, der während der ungarischen Herrschaft RÖDÖN geheißen hat, trägt nun endgültig den Namen RIEDLINGSDORF.
Die wirtschaftliche Not zwingt viele Riedlingsdorfer nach Amerika auszuwandern. Auch vor dem ersten Weltkrieg und nach dem zweiten Weltkrieg wagen viele Ortsbewohner den riskanten Sprung über den Ozean.
1938: Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich. Das Burgenland wird geteilt und Riedlingsdorf wird Teil der Steiermark.
1939 - 1945: Der zweite Weltkrieg und die nationalsozialistische Gewaltherrschaft fordern unter der Bevölkerung einen Blutzoll von 100 Menschenleben. Die Rote Armee marschiert in den Ort ein und Riedlingsdorf bleibt bis 1955 Teil der russischen Besatzungszone.
1970 - 1980: Unter Bürgermeister Gustav Schranz werden zahlreiche Infrastrukurprojekte, wie der Bau der neuen Volksschule, die Regulierung der Pinka, die Errichtung der Ortswasserleitung, des Abwasserkanals und der Leichenhalle, sowie die Grundzusammenlegung in Angriff genommen. Sie bilden noch heute die Basis für das Leben in der Gemeinde.
1990 - 2000: In der Gemeinde werden zahlreiche private Neubauten errichtet, die strukturellen Änderungen in Gesellschaft und Wirtschaft führen zu einem spürbar höherem Wohlstand. Am Ende des Jahrtausends leben ca. 1600 Personen in über 500 Häusern in der Ortschaft.
2000: Neue Infrastrukturprojekte, wie die Neugestaltung des Ortszentrums, werden in Angriff genommen.


Riedlingsdorf, OrtstafelRiedlingsdorfRiedlingsdorfRiedlingsdorfRiedlingsdorfRiedlingsdorfRiedlingsdorfRiedlingsdorfRiedlingsdorfRiedlingsdorf, Evangelisches BethausRiedlingsdorf, Altes FeuerwehrhausRiedlingsdorf, GemeindeamtRiedlingsdorf, SpielplatzRiedlingsdorf, Ortstafel