Ungarisch: Mencser

Der Ort liegt unterhalb der Burg Bernstein. Die 1. Nennung erfolgte im Jahre 1388. Der Name Rettenbach geht auf einen Rettungsschacht der Burg zurück. Eine Besonderheit in der Ortschaft, die ca. 350 Einwohner zählt, ist die naturbelassene Mineralquelle. Der ungarische Ortsname ist Mencser.

Namensgebung: Der Name Rettenbach scheint im Jahr 1388 erstmals als Rotumpoh auf. Aus Rotumpoh wurde Reutempach , 1668 Retenbach , 1773 Reuttenbach und im 19. Jahrhundert dann endgültig Rettenbach. Jedenfalls hängt der Name des Ortes irgendwie mit dem rötlichen Wasser des Baches zusammen. Früher mögen ja Sümpfe das Tal bedeckt haben und die rötliche Färbung des Baches wird wahrscheinlich größer gewesen sein. Das Wasser ist sehr eisenhältig (Säuerling). Andererseits könnte auch das hier vorkommende Gestein (vor allem Kupfer- und Schwefelkies) mit dem Rot etwas zu tun haben. Eine andere Deutung leitet den Namen von "Retten" ab. Angeblich soll sich die Burgbesatzung in Notzeiten durch einen unterirdischen Gang vom tiefen Schlossbrunnen aus nach Rettenbach gerettet haben; eine Sage erzählt, dass man eine Ente in den Bernsteiner Schlossbrunnen geworfen hätte, die dann in Rettenbach herausgekommen sei.

Geschichte: Das Gebiet um Rettenbach dürfte schon seit der Jungsteinzeit (3000 - 2000 v. Christus) besiedelt worden sein. Das Bernsteiner Gebirge, zu dem auch Rettenbach zählt, lieferte den Menschen wichtige Stoffe für die Erzeugung von Faustkeilen, Hämmern, Äxten usw. Das können uns zahlreiche Bodenfunde aus der Gegend in und um Rettenbach bestätigen. Die Grabhügel waren einst Bestattungsstätten der einheimischen Bevölkerung. Einer der bedeutendsten Funde ist ein römischer Grabstein , der im Haus Roth Nr. 14 eingemauert wurde und noch immer sichtbar ist.

Bis ins 9. Jahrhundert bedeckten den größten Teil Rettenbachs und der späteren Herrschaft Bernstein dichte Wälder. Nur die Täler der Pinka und Tauchen waren von Slawen besiedelt, wie diese Flussnamen und die Dorfnamen Grodnau und Goberling beweisen. In der Karolingerzeit kam das Erzbistum Salzburg um Pinkafeld zu beträchtlichem Grundbesitz und entfaltete eine reiche kolonisatorische Tätigkeit. Ob die Früchte dieser ersten deutschen Siedlung durch den Magyareneinbruch völlig vernichtet wurden oder ob in dem von den großen Heerstraßen abgelegenen Bergland zwischen Pinka und Zöbern sich Reste der deutschen Siedler erhalten haben, lässt sich nicht mehr feststellen. Im 12. und 13. Jahrhundert , in denen das Gebiet zweifelsohne zu Ungarn gehörte, wurde es von der 2. bayrischen Kolonisation mit einem dichten Siedlungsnetz überzogen.

Zwischen 1569 und 1645 stieg die Häuserzahl um 8 Häuser an. Besonders hoch war der Bevölkerungsstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die große Zahl der Bevölkerung ergab sich aus der langen krieglosen Periode. Zwischen 1868 und 1910 sowie zwischen 1910 und 1945 sind deutliche Rückgänge in der Einwohnerzahl festzustellen. Zwischen 1868 und 1910 fällt die erste Auswanderungsperiode nach Amerika, die vor allem in Bernstein und in Rettenbach stark zu spüren war.
Der Rückgang der Bewohner Rettenbachs zwischen 1910 und 1945 ist durch die beiden Weltkriege und deren Folgen zu erklären. Dazu kamen noch verstärkte Auswanderungen . In der Zeit von 1914 - 1921 wanderten einige Rettenbacher (11 Leute) nach Amerika und Kanada aus. Andere flüchteten entweder nach Ungarn oder Niederösterreich.
In den Siebzigerjahren kam es zu einem starken Anstieg der Häuserzahl in Rettenbach. Dies zeigt der Bevölkerungsanstieg zwischen 1971 und 1981, als die Einwohnerzahl von 339 auf 375 Personen anstieg.

Ortsteile:
Der Ortsteil Dorf stellt das Zentrum des Ortes dar. Hier befindet sich auch das Gemeindehaus, das gleichzeitig als Feuerwehrhaus genutzt wird.
Grom nennt man den Ostteil des Ortes. Die Häuser stehen in der Nähe des Kienbergbaches. Der Name kommt daher, weil der Ortsteil in einem langen, engen und steilen Graben liegt.
Anger ist der Ortsteil gegen Stuben. Hier fand sich die Dorfgemeinschaft zusammen und verrichtete gemeinsam Arbeiten. (Kohlenbrennen).
Die westliche Häusergruppe nennt man Scheckerl. Zerstreute Häusergruppen gaben dem Ortsteil einst den Namen.
Die Hintergossen wird deshalb so genannt, weil sie hinter der Dorfstraße verläuft.

Zu Rettenbach gehören außerdem noch die Teile Schmelz und Spitzwiese. In der Schmelz wurde ab 1770 Schwefelkies verhüttet, der in Bernstein gefördert wurde.

Neben den typischen Ortsteilbezeichnungen entwickelten sich im Laufe der Zeit auch besondere Hausnamen, die einerseits auf den Berufsstand (z.B. Dorfschmied, Richter, Josefers, Müllner, Weber, Schneider-Böhm usw.) und andererseits auf die Lage des Hauses deuteten (Sulzfleck, Riegerlkoller, Heh-Bock usw.). zurück zu "Lage" weiter zu "Name"

Quelle und Weblink mit ausführlichen Beschreibungen: www.rettenbach.at


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