Ungarisch: Nagysároslak, Kroatisch: Šerešlaka

Moschendorf ist eine Gemeinde im Bezirk Güssing im Burgenland in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Nagysároslak und der kroatische Šerešlaka. Durch Moschendorf fließt der Moschendorfer Bach.

Wer Erholung, Ruhe und Entspannung sucht, für den ist Moschendorf der richtige Urlaubsort. Hier gibt es Wanderwege durch den Wald, der Pinka entlang und über die Wiese sowie gutausgebaute Radfahrwege. Fischteiche bieten die Möglichkeit zum Angeln. Buschenschenken im Weinberg laden zum Verkosten eines guten Tropfens ein. Aber auch Liebhaber des Uhudlers können hier ihren Bedarf decken. Die südburgenländische Vinothek bietet Spitzenweine der Weinidylle an. Sehenswert ist das Weinmuseum.

Geografie: Die Gemeinde liegt im unteren Pinkatal im Südburgenland, direkt an der Staatsgrenze Österreich/Ungarn. Moschendorf ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Nachbargemeinden: Auf Grund der Grenzverhandlungen zwischen Österreich und Ungarn 1922/1923 wurde der nördliche Nachbarort an der Pinka, Postrum/Szentpéterfa, an Ungarn rückgegliedert. Da der südliche Nachbarort, Pinkamindszent, ebenfalls zu Ungarn gehört, grenzt das Gemeindegebiet im Norden, Osten und Süden an Ungarn, nur im Westen an das Inland.

Zeittafel:
Moschendorf wurde um 1230 erstmalig urkundlich erwähnt. Diese Siedlung hieß damals "Vilamaszar" oder ähnlich (nicht bestätigt).
(13. Jh. - erste urkundliche Erwähnung)
1482 - wird der Ort "Saroslak" genannt; "Saros" = Sumpf, Lak = Wohnstätte
1564 - "Nemetsaroslak", "Nemet" = deutsch
1600 - erstmalige Nennung "Moschendorf"; 330 Einwohner, mos ( Mittelhochdeutsch )
1532, 1605 - Verheerung durch Kriege
1664, 1704 - Überschwemmungen, Pest
1630, 1863 - Brände zerstören den Ort
1713 - Errichtung einer Kirche und der Pfarrschule
1773 - eigene Pfarre, 754 Einwohner
1882 - Gründung der Feuerwehr
1921 - Anschluss an Österreich; Bekenntnis der Bevölkerung vor der Entente-Kommission
1920 - 1939 - starke Auswanderung nach den USA - es leben mehr Moschendorfer in Amerika als in Moschendorf selbst.
1914 - 1918 - Opfer des Krieges: 25 Soldaten
1939 - 1945 - Opfer des Krieges: 29 Soldaten und 18 Zivilpersonen
1945 - Moschendorf war 14 Tage Kampfgebiet
1971 - Eingliederung in die Großgemeinde Strem
1995 - Moschendorf wird wieder eine selbständige Gemeinde

Geschichte: Der Ort wird schon im 13. Jhdt. urkundlich benannt, und zwar unter dem Namen "Lak". Im Jahre 1482 wird Moschendorf "Saroslak" genannt (Saros = Sumpf, Lak = Wohnstätte). Die Bezeichnung Moschendorf taucht erst im Jahre 1600 urkundlich auf (Mos - mhd. Moos, Moor). Der Ort hatte zu dieser Zeit 330 Einwohner. Die Grundherrn von Moschendorf waren die Batthyány, zuerst in Güssing, und dann im 17. Jhdt. in Körmend sesshaft. In diesem Jahrhundert war einmal der obere Teil des Ortes (Obertrum) an die Erdödy in Eberau verpfändet.

Im 17. Jhdt. nahm die Bevölkerung Moschendorfs um ein Drittel ab. Es ist anzunehmen, dass sich die Dezimierung aus Kriegsverwüstungen, Überschwemmungen und Verödungen durch die Pest ergab. 1630 war die Gemeinde außerdem von einem verheerenden Brand heimgesucht worden.

Über die Entwicklungsgeschichte unserer Gemeinde bis zum Beginn des 18.Jhdts., vor allem über die Entwicklung der Einwohner, ihre Besitzungen, ihren Sozialstatus etc. wie auch über örtliche Gegebenheiten erfahren wir einiges aus den vorhandenen Urbaren und Dica-Aufzeichnungen:
Aus den Konskriptionsdaten von 1720 wissen wir, dass Einfelderwirtschaft betrieben wurde, wobei der Boden das Vierfache des angebauten Getreides trug.

1713 wurden eine eigene Kirche und eine Pfarrschule im Ort errichtet.
1754 war Moschendorf eine rein deutsche Siedlung mit insgesamt 107 Häusern und 848 Einwohnern.
1773 entstand eine eigene Pfarre.
1863 zerstörte ein furchtbarer Brand im Ort das Schulhaus und die Kirche, 1882 kam es zur Gründung der Feuerwehr.

Der Erste Weltkrieg fügte der Gemeinde neuerlich großen Schaden zu, insgesamt hatte man den traurigen Verlust von 15 Menschenleben zu beklagen.
Im Zuge der Anschlussverhandlungen zeigte sich ,dass die Moschendorfer einen Anschluss an Österreich sehr begrüßten. Nachdem die Entente-Kommission sogar vor Ort tagte und sich viele Bürger beherzt zu Österreich bekannten, fiel die Entscheidung zugunsten Österreichs an Ort und Stelle.
In der folgenden Krisenzeit, die von Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot geprägt war, suchten viele Moschendorfer im Ausland ihr Glück.

Zwischen 1920 und 1939 boomte die Auswanderung nach Amerika. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges lebten mehr Moschendorfer in Amerika als hier in ihrer Heimat.

Auch der Zweite Weltkrieg traf die Gemeinde mit aller Härte. 14 Tage lang wurde die Gemeinde zum Kriegsschauplatz, zu Kriegsende musste die traurige Bilanz von 29 toten Soldaten und 18 getöteten Zivilpersonen gezogen werden. Im Mai des Jahres 1945 errichtete die russische Besatzungsmacht in Moschendorf ein Sammellager für ca. 7.000 Ostarbeiter (Ukrainer). In der Folge waren Plünderungen und Brandschatzungen durch die Belagerer an der Tagesordnung. Es war dies eine schreckliche Zeit für die Moschendorfer. Erst mit dem Abtransport der Ostarbeiter durch 500 amerikanische Lastkraftwagen am 22. August 1945 konnte mit den Aufräumungsarbeiten begonnen werden. Hierbei wurden die Einheimischen von den seinerzeit nach Amerika ausgewanderten Moschendorfern großzügig unterstützt.

1958 begann man mit dem Bau einer neuen Volksschule, die am 6. Nov. 1960 eingeweiht wurde.
1960 bekam Moschendorf eine Ortswasserleitung.
1962 begann man mit dem Bau des Güterwegenetzes.
1971 kam es zur Eingliederung des Ortes in die Großgemeinde Strem.
1974 wurde die Kläranlage fertiggestellt und in Betrieb genommen.
1978 errichtete die Gemeinde eine Aufbahrungshalle im Friedhof.
1981 fand die Gründung des Kulturvereines statt, der mit der Errichtung eines Weinmuseums begann, das sich eines regen Besucherzustromes erfreut. In diesem Jahr wurde auch das neuerbaute Feuerwehrhaus eingeweiht.
1990 entstand eine Tennisanlage, die feierlich eröffnet wurde.
Von 1991 bis 1994 erfolgte der Ausbau der Ortsdurchfahrt und die Anlegung der Gehsteige.
Im Jahr 1995 wurde Moschendorf wieder eine selbständige Gemeinde.

Am 12. Juli 1998 wurde das neu errichtete Gemeindeamt mit integriertem Jugendraum und Startwohnungen gesegnet. Gleichzeitig erhielt die Gemeinde Moschendorf das Recht zur Führung eines Gemeindewappens.
Am 3. September 2000 wurde das "alte Zollhaus" seiner neuen Bestimmung übergeben. Die Gemeinde erwarb das Gebäude und errichtete 4 weitere Startwohnungen für Jungfamilien. Im Herbst 2000 wurde die neue Turn- und Veranstaltungshalle fertig gestellt und für die Benützung freigegeben.

Wappen: Blasonierung: "In dem von Grün und Gold gespaltenen Schild ein farbverwechseltes Haus; das Haus wird überhöht von einem grünen Rebstock mit zwei Trauben (vorne) und einem einwärts steigenden Ochsen (hinten)."

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Familienkapelle (ObjektID: 28687), Moschendorf 95, vor dem Gemeindeamt
Gnadenstuhl (ObjektID: 28686), seit 2013, nähe Friedhof
Güssinger Bahn, in einem abgelegenen Waldstück in der Nähe von Moschendorf befindet sich noch eine Brücke der ehemaligen Bahnverbindung Güssing-Körmend.
Holzkreuz beim Weinmuseum
Holzkreuz bei Pinkataler Weinstraße
Hubertuskapelle, beim Weinmuseum
Kath. Pfarrkirche hl. Rosalia (ObjektID: 28684)
Kreuz mit der Jahreszahl 1910
Kriegerdenkmal neben der Kirche
Kriegerdenkmal am Friedhof
Wassererlebniswelt
Weinmuseum Moschendorf

Persönlichkeiten:
Stefan Behm (1929–2005), Landwirt, Bürgermeister von Moschendorf, Abgeordneter im Burgenländischen Landtag.
Verena Dunst (* 1958), österreichische Politikerin (SPÖ), Landesrätin der Burgenländischen Landesregierung, ist hier aufgewachsen und lebt in Moschendorf.

Wanderwege: Duch Moschendorf führt der 5,40 km lange Rundweg.

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