Ungarisch: Máriafalva

Mariasdorf (ungar. Máriafalva) ist eine Marktgemeinde mit 1159 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im südlichen Burgenland in Österreich. Durch Mariasdorf fließt der Tschabach und der Schützenbach.

Bekannt ist Mariasdorf besonders durch die wunderschöne, spätgotische Kirche zu Mariä Himmelfahrt. Sie wurde vermutlich in der Zeit zwischen 1400 und 1490 errichtet. Einzigartig sind der neugotische, aus farbiger Majolika errichtete Hochaltar, die Kanzel und das Taufbecken.

Die Marktgemeinde Mariasdorf umfasst die Katastralgemeinden bzw. Ortschaften (außer Mariasdorf jeweils Dorf): Bergwerk (2011: 103 Einwohner), Grodnau (319), Mariasdorf (454), Neustift bei Schlaining (157) und Tauchen (164).

Geschichte: Die Landschaft um Mariasdorf war uraltes Siedlungsgebiet. Diese Tatsache wird durch einige spärliche Funde, die bis in die frühe Bronzezeit zurückreichen, sowie durch das Auffinden zahlreicher keltischer Hügelgräber, belegt. Urkundlich erwähnt unter dem Namen "Menhard" taucht Mariasdorf in der "Relatoriae" - Urkunde vom 4. Mai 1388 aus dem Dunkel der Geschichte. Aus dieser Urkunde geht hervor, dass damals der ungarische König Sigismund die Herrschaft Bernstein mit allen dazugehörigen Dörfern u. Weilern - darunter auch Mariasdorf - den Brüdern Kanizsai verpfändete; dieses Pfandgut ging aber schon 1392 als freies Eigentum in deren Besitz über.

Unter ihrer Herrschaft wurde für die Bergknappen ein kapellenartiges, besonders sorgfältig ausgestaltetes Kirchlein errichtet. Noch heute stellt die Kirche ein Juwel mittelalterlicher Baukunst dar.

Mit der Übernahme der Herrschaft im Jahr 1644 durch Adam Batthyány wurden auch die letzten protestantischen Prediger, die einen wesentlichen Teil zum Aufstieg des Schulwesens beigetragen hatten, vertrieben. Erst das Toleranzpatent Kaiser Joseph II. gewährte den Protestanten die freie Religionsausübung. Das römisch-katholische Schulhaus wurde im Gemeindekataster von 1770 erstmals erwähnt, das evangelische Schulgebäude wurde 1845 eingeweiht.

1849 wurde Mariasdorf von einer verheerenden Brandkatastrophe heimgesucht, die großen Schaden anrichtete. Auch von der Auswanderung nach Amerika in den Jahren 1899 bis 1913 war Mariasdorf stark betroffen, wodurch das Dorf stark entvölkert wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, die spätgotische Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt zählt zu den schönsten des Burgenlandes.
Evangelisches Schul- und Bethaus (ObjektID: 8228), Mariasdorf, Nr. 26
Grabsteine (ObjektID: 8227) auf dem Kirchhof, Mariasdorf, an der Ostmauer des ehemaligen Friedhofs sind Fragmente von Grabsteinen aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu sehen.
Bildstock, nähe Sportplatz
Bildstock an der L263 , an der Kreuzung zur Mariasdorfer Landesstraße
Kreuz (beim nordöstlichen Ortsanfang)

Wanderwege: In Mariasdorf und Umgebung befinden sich die Rundwanderwege  Mariasdorf W71, Neustift/Schlaining W 72, Grodnau W 73 und Tauchen W 74. Durch Mariasdorf mit Start in Oberschützen führt der Panoramaweg W54.

Wappen: Blasonierung: In Rot über einem mit einem goldenen Bergwerksstollen belegten grünen Dreiberg eine goldene, schwarzbedachte Kirche, begleitet von natürlichen Pappelbäumen. Das Wappen wurde am 16. April 1988 verliehen.

Ortsteile:
Neustift bei Schlaining: In einer Urkunde von 1388 wurde ein kleines Dorf namens "Hoffh" (=Hof) erwähnt, das mit ziemlicher Sicherheit im Gemeindegebiet des Ortes Neustift gelegen war. Dieses Dorf wurde wahrscheinlich im Türkenzug von 1532 dem Erdboden gleichgemacht. Von der Herrschaft Bernstein wurde vielleicht an der Stelle des zerstörten Ortes ein neues Dorf namens Neustift gegründet, welches aus „drei Häusern und einer Mühle“ bestand und in einem Urbar aus dem Jahr 1569 erstmals urkundlich aufscheint. Das frühere Schulhaus der Gemeinden Bergwerk, Neustift und Sulzriegel steht in Neustift und wurde im Jahr 1889 eingeweiht.

Bergwerk: Aus der Mitte des 14. Jahrhunderts stammen die ersten informativen historischen Unterlagen über diesen Ort. Man nimmt an, dass hier der zu den in mehreren geschichtlichen Berichten erwähnten Eisen-, Kupfer- und Schwefelhütten zugehörige Bergbau bereits zur Zeit der Güssinger Grafen betrieben wurde. Durch den florierenden Bergbau entstanden im Laufe der Zeit etliche Häuser um das Bergwerk „Neustift-Bernstein“; diese Ansiedelung hatte damals noch keinen eigenen Namen. Erst in einem Urbar des Jahres 1645 wurde das Dorf „Perckwerck“, also Bergwerk, das damals schon aus 40 Häusern bestand, zum ersten Mal erwähnt. Bereits 1790 stand ein Schulgebäude in der Gemeinde Bergwerk, zu dem die Kinder der drei Gemeinden Neustift, Bergwerk und Sulzriegel Zutritt hatten.

Grodnau: Unter den ältesten slawischen Siedlungsnamen ist auch bereits der Name des Dorfes Grodnau für das 12. Jhdt. anzunehmen. Erstmals erscheint der Ortsname in Urkunden von den Jahren 1388 als "Kroghdnugh" und 1392 als "Karadna". Durch die Nähe zur Burg Bernstein als auch zum Schwefel- und Kupferbergwerk Neustift kam es durch die dadurch gebotenen Verdienstmöglichkeiten zum verhältnismäßig raschen Wachstum des Dorfes. Nachdem sich 1669 die Brüder Paul und Christoph Batthyány die Herrschaft Bernstein-Pinkafeld geteilt hatten, kam Grodnau zu Pinkafeld. 1763 unterstand es der Herrschaft von Jormannsdorf. Heute ist Grodnau ein Ortsteil der Marktgemeinde Mariasdorf.

Tauchen: Wie Mariasdorf und Grodnau wurde auch Tauchen im Jahr 1388 erstmals urkundlich erwähnt; der Ort trug damals den Namen „Thohun“. In einer Beglaubigungsurkunde von 1392 trifft man auf den Namen „Thohany“. In dieser Zeit befand sich eine Mautstelle der Herrschaft auf der damals bedeutsamen Straße durch Tauchen. Das Dorf wuchs im Laufe der Zeit nur langsam. Bekannt wurde Tauchen durch den Braunkohleabbau von 1880 bis zur Schließung der Grube 1967.

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