Ungarisch: Lovászod (Lovászad)

Der Ort Luising gehört zur Gemeinde Heiligenbrunn. Das Dorf bildet eine Katastralgemeinde und liegt im Bezirk Güssing im südlichen Burgenland (Österreich) nahe der ungarischen Grenze. Am 1. Jänner 2015 hatte der Ort 75 Einwohner.

Geschichte: Der Ort gehörte seit dem Mittelalter wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Während Heiligenbrunn schon ab 1921 zum neu gegründeten österreichischen Bundesland Burgenland kam, wurde die Katastralgemeinde Luising erst am 26. September bzw. 10. Oktober 1922 von der Alliierten Grenzkommission der Republik Österreich zugesprochen und dieser am 10. Jänner 1923 übergeben.

Geografie: Luising liegt zwischen der Strem und der Pinka.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Filialkirche hl. Anna, Luising 6, in klassizistischem Stil im Jahre 1932 erbaut.
Wegkapelle, am westlichen Ortsausgang.
Kreuzigungsgruppe, am östlichen Ortsausgang.
Schloss: Am Nordrand der Ortschaft befindet sich der Ansitz von Alfons Mensdorff-Pouilly, ein ungewöhnliches Beispiel eines um das Jahr 2000 errichteten neohistoristischen Schlossbaus
Friedhofskreuz, befindet sich auf dem gemeinsamen Friedhof von Hagensdorf und Luising.
Glockenturm, befindet sich auf dem gemeinsamen Friedhof von Hagensdorf und Luising.

Schachblume: Über einen Naturschatz der ganz besonderen Art können sich die beiden Sprengel Luising und Hagensdorf in der Gemeinde Heiligenbrunn freuen. Auf den insgesamt etwa fünfzig Hektar Wiesen, die vom Land unter strengsten Naturschutz gestellt wurden, gedeiht eine umfangreiche Population der ansonsten europaweit vom Aussterben bedrohten Schachblume. Der hemmungslose Einsatz von Spritzmitteln in landwirtschaftlichen Monokulturen (Stichwort Maisanbau) führte mancherorts bereits zum vollständigen Verschwinden der anmutigen Lilienart. Dank des Reservats in Luising dürfte die Erhaltung der Art allerdings gesichert sein.

80 Jahre Luising bei Österreich (aus 2001)
Als das Burgenland 1921 zu Österreich kam, blieb das kleine Dorf Luising bei Ungarn. Das war für die Bewohner besonders bitter, weil die für die Luisinger zuständige Kirche, die Schule und der Friedhof in Hagensdorf, also nunmehr im Ausland, lagen, da Hagensdorf zu Österreich gekommen war. Hagensdorf und Luising, das war ein gewachsener, schwer zu trennender Lebensraum.
Der mutige Pfarrer Josef Mischinger (Pfarrer in Hagensdorf und Luising von 1917-77, also 60 Jahre lang) scharte ein paar mutige Bauern um sich und begann für den Anschluss an Österreich zu agitieren. Zuerst wandten sie sich an die Bezirks- und Landesbehörden. Als das nichts half, machten sich Rudolf Wiener, der mir diese Geschichte erzählt hat, und sein Freund Thomas Pail, der später nach Amerika auswanderte, auf den Weg nach Ödenburg, wo sie von der Interalliierten Grenzkommission empfangen wurden.
Als die Magyaren dies erfuhren, versuchten sie zunächst mit Versprechungen, dann mit Drohungen diese Intervention zu unterbinden. So kam eines Tages der zuständige Notar Szombathelyl aus Pinkamindszent nach Luising, ließ den Ort von 30 Gendarmen umstellen und wollte die Bauern zwingen, ihre Unterschrift auf ein vorbereitetes Papier zu setzen, das den Verbleib des Dorfes bei Ungarn forderte. Nur einer ließ sich einschüchtern und unterschrieb. Als die Repressalien zunahmen, musste ein Teil der Männer nach Österreich flüchten. Dann änderten die Ungarn wieder ihre Methode:
In der Nacht vom 18. zum 19. Juli 1922 überfiel eine Einheit ungarischer Freischärler, die sich in der Nähe der Mühle von Ungarisch Bieling gesammelt hatten, den Ort Hagensdorf, der von 50 österreichischen Gendarmen und Volkswehrmännern aus Graz verteidigt wurde. Dieser Angriff wurde abgeschlagen.

Den Höhepunkt und zugleich die größte Gefahr brachte der 20. August. Für diesen Tag war die von den Luisingern erbetene Interalliierte Grenzkommission angemeldet. Der Notar Szombathelyl verschwieg die Ankunftszeit, die für 10 Uhr angesetzt war, weil er wusste, die Luisinger würden wie jeden Sonntag um diese Zeit in der Sonntagsmesse in Hagensdorf sein. Daher besetzte er mit 50 ungarischen Bauern aus Pinkamindszent und mitgebrachten ungarischen Fahnen das Dorf. So sollte der Kommission eine falsche Stimmung und ein von Magyaren besiedeltes Dorf vorgetäuscht werden. Zum Glück hatten die Alliierten Verspätung, weil die Straßen so schlecht waren. Als sie um 16 Uhr in Luising eintrafen waren die Luisinger Bauern wieder zurück und das Dorf zeigte sich wieder österreichisch gesinnt. Die Alliierten kamen zu der Entscheidung, die die einzig richtige war: Luising kommt zu Österreich!

Bei aller Freude darüber soll aber nicht vergessen werden, dass an jenem 10.Jänner 1923, als österreichische Truppen in Luising einmarschierten, 10 Gemeinden, die schon bei Österreich gewesen waren, wieder nach Ungarn zurückfielen: Klein- und Großnahring, Ober- und Unterschilding, Ober- und Unterradling, Deutsch und Ungarisch Großdorf, Prostrum und Pernau.

Gedanken zum Friedhof (Copyright: ORF Burgenland):

Getrennte ewige Ruhe
"Im Tod sind alle gleich" - von dieser alten Weisheit lässt man sich offenbar in den südburgenländischen Gemeinden Hagensdorf und Luising nicht beeindrucken: Auf dem gemeinsamen Friedhof wird genau unterschieden, wo der Verblichene sein Leben geführt hat.
Hagensdorfer links, Luisinger rechts
Die Gemeindegrenze von Hagensdorf und Luising führt genau durch die Mitte des Friedhofs: Links des Weges werden die Hagensdorfer begraben, rechts die Luisinger.
"Salomonischer" Friedhof
Auch die Lage des Friedhofshügels bevorzugt keine Gemeinde: Vom Friedhofshügel aus sind beide Ortschaften nicht zu sehen. Nach Hagensdorf sind es eineinhalb Kilometer. Nach Luising ebenso.
Alles mal zwei
Im geteilten Friedhof auf dem gemeinsamen Hügel geht es streng, aber gerecht zu. Es gibt alles zwei Mal: einen Friedhofsbaum für die Hagensdorfer, einen für die Luisinger. Einen Wasserhahn für Luising, einen für Hagensdorf. Genauso wird es mit den Friedhofsbankerln und mit den Gießkannen gehalten.
Machtwort ums Kreuz
Das Friedhofskreuz ist die einzige Ausnahme. Früher gab es zwar zwei Kreuze, aber das war dem damaligen Bischof von Steinamanger dann doch um eines zu viel und er sprach ein Machtwort: ein Friedhof, ein Kreuz.
Vom Sterben und Leben am Hügel
Der Friedhofshügel ist künstlich aufgeschüttet und hat eine Geschichte, die eng mit dem Leben und Sterben in der Region verbunden ist.
Vom Grab zur Burg ...
Ursprünglich war der Friedhofshügel wahrscheinlich ein urgeschichtlicher Grabhügel, der dann im Mittelalter zu einer Burg mit Kapelle und Wassergraben ausgebaut wurde, sagt der Archäologe Karl Kaus.
...und von der Burg zum Grab
Aus dieser Burgkapelle wurde dann die erste Pfarrkirche. Rund um die Kirche entstand wieder ein Friedhof. Die Kirche wurde später aufgegeben - die Entfernung zu den Ortschaften war zu unbequem. Der Friedhof aber blieb.
Ungewöhnliche Details
Aber auch sonst hat der gemeinsame geteilte Friedhof einige Besonderheiten aufzuweisen: Während auf anderen Friedhöfen Kindergräber meist versteckt oder bei der Friedhofsmauer zu finden sind, liegen sie in Hagensdorf-Luising an prominentester Stelle beim Friedhofskreuz.
Zauberzeichen gegen böse Geister
Außerdem wurden in so machen Gräbern Zauberzeichen angebracht, die die Toten vor bösen Geistern und Hexen schützen sollen.

Wanderwege: Durch Hagensdorf und Luising führt die Schachblumen-Runde (10,3 km) und die Wegkreuz-Runde (4,3 km).
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