Ungarisch: Lipotfalva

Loipersdorf ist eine Gemeinde im Burgenland im Bezirk Oberwart in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Lipótfalva.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Ortsteile der Gemeinde sind Kitzladen und Loipersdorf im Burgenland.

Bereits in der keltisch-römischen Zeit der ersten nachchristlichen Jahrhunderte war das heutige Gemeindegebiet besiedelt. Zeugnisse davon geben die "Hunnenhügel" im Ried "Bodwald" - Loipersdorf sowie in den Rieden "Katwald" und "Lafnitzwald" - Kitzladen.

Die Gründung des von Anfang an deutschen Dorfes dürfte spätestens gegen Ende des 13. Jh. erfolgt sein. Die Benennung der Ansiedelung ist wahrschein­lich auf einen Kolonistenführer namens "Luitpold" (= Leopold) zurückzuführen. Im Jahr 1334 scheint der ungarische Name "Lipotfaiva" erstmals urkundlich zum Besitz der Familie Köveskuti gehörig auf. In geschichtlichen Aufzeichnungen des 15. Jh. finden wir Loipersdorf im Besitz des Wilhelm Baumkirchner und damit unter der Herrschaft Schlaining. 1527 schenkte König Ferdinand I. dem Türkenhelden Franz I. v. Batthyäny dieses Gebiet, das in der Folge unter ungarische Herrschaft kam.
Das Dorf Loipersdorf wurde 1652 vom damaligen Grund­herrn Adam Batthyäny an die"„freiherrlich"" Familie derer von Rindsmaul verpfändet. Um 1750 gehörte Loipersdorf zur Herrschaft Rechnitz. Das Kastell im Hammerwald ist heute noch ein sichtbares Relikt dieser Zeit. Damals bestand auch ein Hammerbetrieb, in dessen Umgebung sich eine eigene kleine Kolonie mit rund 80 Bewohnern gebildet hatte. Dieser Fabrikbetrieb lässt sich bis in Jahr 1850 verfolgen und dürfte zuerst wahrscheinlich der Glaserzeugung gedient haben; später spricht die Josephinische Landaufnahme der Jahre 1782 bis 1785 von einer Messing­fabrik, einer Nadelfabrik und einem Hammerbetrieb.
Die röm.-kath. Bevölkerung von Loipersdorf war damals der Pfarrgemeinde Kitzladen zugehörig; die evangelischen Bewohner schlossen sich nach dem josephinischen Toleranzedikt des Jahres 1781 der Pfarre Markt Allhau an. Um die Jahrhundertwende schaffte sich der Ort eine Glocke an; ab diesem Zeitpunkt gab der angestellte Glöckner auch Schulunterricht. Die Glocke hing in dem vor der Schule aufgestellten hölzernen Glockenhaus. Nach der Befreiung der Untertanen aus ihrer Leibeigenschaft durch die Gesetze des Revolutionsjahres 1848 begann die Gemeinde im darauffolgenden Jahrzehnt einen Urbarialprozess gegen den Grundherrn, den Grafen Gustav Batthyäny in Rechnitz, um etwaige Grundstücksabtretungen und Ablösesummen der neu vermessenen und zusammengelegten Liegenschaften an die vormaligen Untertanen festzulegen. Die Streitparteien schlössen im Jahr 1863 vor dem Urbarialgericht in Steinamanger einen gütlichen Vergleich.
Das Schulwesen betreffend darf erwähnt werden, dass im Jahr 1902 die evangelische und 1912 die römisch-katholische Schule errichtet wurden.

Die beiden Weltkriege zogen auch Loipersdorf arg in Mitleidenschaft. Nach 1945 erfolgte ein wirtschaftlicher Aufschwung in der Gemeinde, der sich besonders durch die starke Bautätigkeit und den Ausbau der Verkehrswege bemerkbar machte. Zum Vorteil der landwirtschaftlichen Bevölkerung wurde eine Kommmassierungsverfahren durchgeführt; weiters wurde eine Regulierung des Stögersbaches in die Wege geleitet, um Überschwemmungen vorzubeugen.
Durch beide Maßnahmen hat die Gemeinde gleichsam ein neues, harmonisches Gesicht erhalten.

Wappen: Am 22. Sept. 1996 wurde der Gemeinde Loipersdorf-Kitzladen das Recht verliehen, ihr eigenes Wappen zu führen.

Die Infrastruktur wurde nach und nach verbessert, und im Jahr 1971 wurden die früheren Gemeinden Loipersdorf und Kitzladen aufgrund des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes zur Gemeinde Loipersdorf-Kitzladen vereinigt.
Die kommunalen Schwerpunkte lagen im Neubau der Volksschule, deren Einweihung 1976 erfolgte.
Auch der Ortsbildgestaltung war besonderes Augenmerk gewidmet; so z. B. der Neugestaltung der Parkanlage am Hauptplatz 1975 und der Ortsdurchfahrt in Loipersdorf 1977. Der Freizeitbereich erhielt durch die Errichtung von Tennisplätzen (1979) eine zusätzliche Bereicherung.
Für die Infrastruktur von Bedeutung war, durch den Bau von Trafostationen und Erdgasleitungen im Ortsteil Loipersdorf eine ausreichende Energieversorgung zu erhalten. In diese Zeit fällt auch die Neuerrichtung der Aufbahrungshallen in beiden Ortsteilen.
Von wirtschaftlicher Bedeutung war der Bau der Südautobahn und die damit verbundene Errichtung der Autobahnstation Rosenberger. Neben der Volksschule entstand ein Kindergarten; der Neubau des Feuerwehrhauses im Ortsteil Kitzladen ergänzte die Ausbauphase zur qualitativen Anhebung der bestehenden Gemeindeeinrichtungen. 1989 erfolgte die Verwaltungstrennung von der Gemeinde Grafenschachen, und die Gemeinde entschied sich für den Bau eines eigenen Gemeinde- und Standesamtes. Das Objekt wurde nach nur fünf Monaten Bauzeit fertig gestellt und am 23. Dezember l994 der Gemeinde übergeben. Die feierliche Einweihung erfolgte im Mai 1995; einige Monate später, am 30. September, eröffnete die Gemeinde eine Bücherei. Der in Loipersdorf geborene Fußmaler Heinz Haiwachs leistete mit einer Präsentation seiner Werke im Zuge der Eröffnungsfeier einen künstlerischen Beitrag.
Das durch den Neubau abgetragene Kriegerdenkmal wurde ebenfalls neu gestaltet. Als Standort wurde ein Platz vor dem neuen Gemeindehaus gewählt. Als Künstler konnte Mag. Bruggschwaiger aus dem Burgenland beauftragt werden. Die Einweihung am 31. Okt. 1995 fand im Beisein der höchsten Repräsentanten des Burgenlandes statt; Höhepunkt der Feierlichkeiten war der "Große Österreichische Zapfenstreich", gespielt von der Militärmusikkapelle Burgenland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Evangelisches Schul- und Bethaus (ObjektID: 8206), Loipersdorf im Burgenland 80, das Gebäude stammt vermutlich aus dem 18. Jahrhundert. Um 1800 wurde ein hölzerner Glockenturm errichtet. 1902 wurde es umgebaut, Mitte des 20. Jahrhunderts umfassend renoviert.
Schloss, Kastell Loipersdorf (ObjektID: 8205), Loipersdorf 148, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wahrscheinlich aus einem älteren Bau entstanden. Im Erdgeschoß des einfachen zweigeschoßigen Hauses befindet sich eine früher offene Halle, die heute mit verglasten Türen abgeschlossen ist.

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