Ungarisch: Kukmér

Kukmirn (ungarisch Kukmér) ist eine Marktgemeinde mit 2029 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Bezirk Güssing des österreichischen Burgenlandes. Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Eisenhüttl, Kukmirn, Limbach und Neusiedl bei Güssing. Durch Kukmirn fließt der Angerbach und der Bach von Kukmirn (rechter Zubringer zum Angerbach).

Die Marktgemeinde Kukmirn liegt im westlichen Teil des Bezirkes Güssing, inmitten einer sanften Hügellandschaft, ohne Industriebetriebe, beherrscht von der Landwirtschaft mit Obstbau, Viehzucht und Ackerbau. Schwammerlsucher treffen bei günstiger Witterung auf Pilze aller Art. Besonders Frühling (Baumblüte) und Herbst (Apfelernte) gehören zu den schönsten Jahresabschnitten. Der Obstbau hat im Ort Kukmirn Tradition. Neben Streuobstwiesen, die im gesamten Gemeindegebiet, vor allem in Neusiedl bei Güssing und Limbach vorkommen, werden in Kukmirn die Bäume auf Drähten gezogen und in Hicken gepflanzt.

Der Weinbau, früher ein weit verzweigter Erwerbszweig, wurde nicht zuletzt durch das Wüten der Reblaus um die Jahrhundertwende (19./ 20. Jh. ) auf wenige Riede zurückgedrängt. Diese werden heute wieder gepflegt, man kann Eigenbauwein, auch Uhudler, bei einigen Buschenschenken genießen. Auf sportlichem Sektor bietet die Gemeinde 7 Tennisplätze, Sport- und Kinderspielplätze, eine Minigolfanlage, Eisschießmöglichkeiten, Fischen und Jagen.

Geschichte: Der Ort Kukmirn gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Kukmér verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland. Marktgemeinde ist Kukmirn seit 1981 (durch VO 6).

Der Ort Eisenhüttl (Jezerjani) zählt zum Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten. Er wurde – wie viele andere burgenländische Ortschaften – im 16. Jahrhundert von kroatischen Kolonisten neu besiedelt. Die Ortsbevölkerung war noch in der Zwischenkriegszeit überwiegend kroatischsprachig; seit der Nachkriegszeit ist der Anteil der kroatischen Volksgruppe stark rückläufig und lag zuletzt nur mehr bei rund 11 % (2001).

Am 1. Juni 2011 wurde vom Gemeinderat das vollständige Übereinkommen über den Plan der Vermögensaufteilung beschlossen und damit die Trennung der Stammgemeinde "Marktgemeinde Kukmirn" in die neu zu bildenden Gemeinden "Limbach" und "Kukmirn" sowie die Stellung des Antrages an die Landesregierung auf Erlassung einer Trennungsverordnung. Das Land lehnte die Trennung jedoch mit Verweis auf eine angeblich nicht gegebene nachhaltige Lebensfähigkeit der Einzelgemeinden Anfang 2012 ab.

Ortsnamensformen: Cucumirn 992 (unsicher), Kukmer 1283, Kukmyr 1360, Kwgmer 1433, Kethmer 1437, Kekmer 1450, Kwthmer1469, Kukemer, Kwkmeer, Kwkmer 1475, Guckmiriensis {193} pastor 1654, Kuckmieriensis 1663, Kuckmiern 1665, Guckmirn 1667, Kukmieren 1773, Kukmiern 1786.

Deutung: "Für den ON Kukmirn wurde bis zur Zeit keine befriedigende Etymologie gefunden. E. Moór versucht, dt. Kukmirn auf einen magy. Lokativ Kuk(e)méren zurückzuführen und magy. Kukmér als eine Rückentlehnung aus dem Deutschen zu erklären. Da jedoch in Ungarn weder Kukméren noch Kukmér als Ortsname (ON) nachweisbar ist, darf angenommen werden, dass der ON nicht magy. Ursprungs ist, sondern sich wahrscheinlich ein altbairisches Wort hinter ihm verbirgt. Aus der dt.-mdal. Aussprache und aus der magy. Namensform könnte auf mhd. mer "Meer" geschlossen werden in dessen älterer Nebenbedeutung "Sumpf". Der erste Wortbestandteil kuk- meint wohl den Kuckuck. Die Frage der Datierung kann mangels einer brauchbaren Etymologie nicht beantwortet werden." (Kranzmayer/Bürger, 1957, S. 88)

'Le limier' ist 'der Spürhund'. Die (falsche) Verweiblichung 'la lumiere' führt über 'die Erleuchtung' zur 'Birne'. Ein deutsches Wort 'Lumiere' gibt es nicht. Grimm verzeichnet lediglich: "MIERE, f. name der pflanzen anagallis arvensis, roter hühnerdarm, und alsine, morsus gallinae KILIAN, aus welchem es aufgenommen und weiter in meier entstellt wurde. MIERE, f. ameise; ein niederdeutsches und niederl. Wort, mit weitreichender verwandschaft". - Im Zusammenhang mit dem Problem der "Spur", die anderswo auftaucht, exemplifiziert an Ameise und Wurm, erscheint en passant im Term "Lichtabdruck der Glühbirne" (S. 363 und 367) die ausgesparte Verbindungslinie.

Wappen: Blasonierung: Gespalten von Gold und Rot ein Apfel in verwechselten Farben. Der Apfel symbolisiert den Obstanbau in der Region.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bildstock, Marktplatz bzw. Untere Dorfstraße
Ehem. Evangelisches Schul- und Bethaus (ObjektID: 28587), Kukmirn 2
Evang. Pfarrkirche A.B., Toleranzkirche (ObjektID: 28586), erbaut zwischen 1784 und 1786. Turm mit Zwiebelhelm (1811). Neben Turm römerzeitliche Pfeilerbasis. Saal ohne Jochteilung. Die umlaufende Empore befindet sich auf schweren toskanischen Säulen. Klassizistischer Kanzelaltar vom Ende des 18. Jahrhunderts.
Kath. Pfarrkirche hl. Josef (ObjektID: 28585), spätbarocker Bau von 1760 bis 1765. Vorgebauter dreigeschoßiger Westturm mit Spitzhelm, im Erdgeschoß offene Vorhalle. Schiff mit gleich breitem Polygonalchor. Triumphbogen über Doppelpilastern. Im Chorjoch Platzl-, in der Apsis Kappengewölbe. Hochaltar um 1770.
Kirchenruine Kircheck (ObjektID: 28884), Kircheck (Grundstücksnummer 2719 oder 2919), ungeklärt!
Wegkreuz, Schöngrund
Wohnhaus, ehem. evang. Pfarrhof (ObjektID: 23133), Kukmirn 1, errichtet in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Biedermeierfassade.

Wanderwege: 9 markierte Wanderstrecken mit unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden laden zum Laufen, Wandern und Nordic Walken ein.
K1: Rund ums Apfeldorf Runde, Start: Marktplatz Kukmirn, Panoramatafel Obsthof Zotter
K2: Golden Delicious Runde, Start: Marktplatz Kukmirn
K3: Wildpark Runde, Start: Marktplatz Kukmirn
K4: Blumental Runde, Start: Marktplatz Kukmirn, Panoramatafel Obsthof Zotter
K5: Uniqa Runde, Start: Panoramatafel Hotel Lagler
K6: Wald & Wiesen Runde, Start: Marktplatz Kukmirn
K7: Kirchäcker Runde, Start: Marktplatz Kukmirn
K8: Obsthof Zotter Runde, Start: Marktplatz Kukmirn, Panoramatafel Obsthof Zotter
K9: Williamsbirnen Runde, Start: Marktplatz Kukmirn

Kukmirn, OrtstafelKukmirn, Golden Delicious Runde, K2, Obsthof HoanzlKukmirn, Golden Delicious Runde, K2, Obere DorfstraßeKukmirn, Golden Delicious Runde, K2, Untere DorfstraßeKukmirn, Evang. Pfarrkirche A.B., ToleranzkircheKukmirn, Kath. Pfarrkirche hl. JosefKukmirnKukmirnKukmirnKukmirnKukmirnKukmirn, SportplatzKukmirn, VolksschuleKukmirn, Schi-Wanderclub, LiftKukmirn, KindergartenKukmirn, FeuerwehrKukmirn, Gemeindeamt, Friseur "Haarstudio Karina Kemetter"Kukmirn, Golden Delicious Runde, K2, Apfelhof Flieder