Ungarisch: Sarosszek

Kotezicken ist eine Gemeinde mit etwa 330 Einwohnern im Bezirk Oberwart und seit 1971 ein Ortsteil der Gemeinde Mischendorf. Bei Kotezicken mündet der Zickenbach in die Pinka.

Erklärung des Ortsnamens: Die genaue Entstehung des Ortsnamens ist bis heute nicht ganz geklärt. Wahrscheinlich ist er als "Gehau " (mundartlich "Kho") an der Zicken zu verstehen. Bekanntlich legten die ungarischen Grenzwächter zum Schutz gegen feindliche Angriffe vom Westen her solche Verhaue an.

An anderer Stelle wird erwähnt, dass der ungarische Name "Saroszeg " gewesen sein soll. Die alten ungarischen Grenzwächter verstanden unter "szeg " eine schlammige, sumpfige Stelle oder ein solches Wasser. Der Name "Zicken " leitet sich ebenfalls vom ungarischen "Szeg " ab.

Urkundlich wird Kotezicken erstmals 1469 erwähnt. Die erste Besiedlung erfolgte jedoch vermutlich durch die Illyrer und Kelten, wie eine freigelegte Grabkammer am nordöstlichen Ausgang des Ortes beweist.

Zunächst von Kleinadeligen bewohnt, wurde der Ort im 15. Jhdt. von den Erdödys erworben. Diese errichteten hier zwei Mühlen. Aus Prozessakten des Jahres 1592 geht hervor, dass jeder der zwei Pächter jährlich 16 "Metzen" Frucht sowie drei Gulden und 50 Kreuzer zu leisten hatte. Gleichfalls legte dieses Grafengeschlecht die heutige Bundesstraße Großpetersdorf - Güssing an. Um dieselbe aufrecht erhalten zu können, existierte über den Mühlbach eine Mautbrücke. Seit 1928 besteht auf dieser Straße ein regelmäßiger Autobus-Linienverkehr.

Das Ortsbild: Der Ort ist ein typisch burgenländisches Straßendorf. Das Ortsbild zeigt westlich des Mühlbaches, der ein Seitenarm der Pinka ist, einen Teil, der als "Neudörfl " bezeichnet wird. Fast scheint es, als wäre dieses Neudörfl ein eigener Ort.

Kotezicken heute: Kotezicken war bis 1971 eine selbstständige Gemeinde. Seit der Gemeindezusammenlegung im Jahre 1971 ist Kotezicken ein Ortsteil der Gemeinde Mischendorf.

Die römisch-katholische Kirche des Ortes dürfte bis 1654 zu Großpetersdorf gehört haben. Seither ist sie der Pfarre Mischendorf angeschlossen.

Die Volksschule, die 1951 neu gebaut wurde, wird derzeit einklassig geführt und von 16 Schülern besucht.

Die Freiwillige Feuerwehr Kotezicken, die 1987 ihr 100-jähriges Bestehen feierte, ist der einzige aktive Verein in Kotezicken. Über 30 Mitglieder pflegen ein reges Vereinsleben. Die Feuerwehr spielt eine wesentliche Rolle im örtlichen Leben.

Bei der Volkszählung im Jahre 1991 hatte Kotezicken 121 Häuser und 395 Einwohner.

Im Orte überwiegte bis in die Fünfzigerjahre die bäuerliche Bevölkerung. Die damals einsetzende Mechanisierung bewirkte, dass mit weniger Arbeitskräften die Bearbeitung der Wiesen und Felder möglich wurde. Viele mussten die Landwirtschaft aufgeben und sich ihr Geld als Arbeiter verdienen. Die Zahl der "Pendler " wurde immer größer. Heute pendelt ein Großteil der Einwohner nach Wien und in die umliegenden Städte aus.

An gewerblichen Betrieben findet man nur eine Mühle mit Sägewerk, ein Kaufhaus, eine Autowerkstatt und zwei Gasthäuser.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Kirche hl. Laurentius: (ObjektID: 8268) Die katholische Filialkirche hl. Laurentius steht auf der Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mischendorf. Sie wurde 1848 als einfache Dorfkirche mit einem halbrunden Chor und einem Westturm mit Spitzhelm errichtet.

Kotezicken, OrtstafelKotezicken, im Hintergrund ist die Kath. Kirche hl. Laurentius zu sehenKotezickenKotezickenKotezickenKotezicken, Gemeindeamt und FeuerwehrKotezicken, beim Gemeindeamt und FeuerwehrKotezicken, VolksschuleKotezicken, Kreuz, Schwestern aus Amerkia: Theresia Heinberg, Aloisia Haas, Stefanie Kovacs, Rosalia LakingerKotezicken, Ortstafel