Ungarisch: [Egyhazas]Füzes

Kohfidisch ist eine Marktgemeinde mit 1437 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Burgenland im Bezirk Oberwart in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Gyepűfüzes und weist auf die Bedeutung der Ortschaft im Rahmen des ungarischen Grenzschutzes Gyepű im Mittelalter hin. Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Harmisch, Kirchfidisch und Kohfidisch. Durch Kirchfidisch fließen der Bach von Kirchfidisch, der Greutbach und der Gerenthbach.

Geschichte: Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Gyepűfüzes verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Während des Zweiten Weltkriegs war Kohfidisch Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Verbänden der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee. Am 6. April kam es sogar zu heftigen Nahkämpfen im Kofidischer Schloss, nachdem es Einheiten der sowjetischen 26. Armee gelungen war, in den Ort einzubrechen. Die deutsche 1. Gebirgs-Division konnte den Angriff zurückschlagen und für einige Tage sogar den Csaterberg wieder in die Verteidigungslinie miteinbeziehen. Nach dem Rückzug der deutschen Einheiten in der Nacht vom 11. auf den 12. April in Richtung Lafnitztal wurde Kohfidisch letztendlich besetzt und Teil des sowjetischen Fronthinterlandes, während an der steirischen Grenze die Kämpfe bis zur deutschen Kapitulation weitergingen.

1971 wurden die Gemeinden BadersdorfHarmisch und Kirchfidisch mit Kohfidisch zusammengelegt. 1993 wurde Badersdorf wieder selbstständig. Marktgemeinde ist Kohfidisch seit 1993 (durch VO 81, 7/1982).

Wappen: Das am 9. Mai 1982 verliehene Wappen zeigt: "In dem von Blau und Gold gespaltenen Schild vorne aus einem Radviertel eine goldene Hirschstange wachsend, hinten aus einem grünen Bergviertel ein blauer Rebstock wachsend."

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Kath. Pfarrkirche hll. Petrus und Paulus (ObjektID: 7714), Am Kirchenriegel 5, die römisch-katholische Pfarrkirche Hll. Petrus und Paulus und ist den Heiligen Petrus und Paulus geweiht und gehört zum Dekanat Rechnitz. Die Kirche wurde in erhöhter Lage um 1740 erbaut. Um 1770 wurde ein Westturm angestellt. 1779 wurde die Kirche zur Pfarrkirche erhoben. 1868 wurde der Bau nach Osten erweitert. Die Ausrichtung des Kirchengebäudes ist SW - NO. Das langgezogene Langhaus hat ein Schiff mit vier Jochen mit Kreuzgratgewölben zwischen Gurten und Pilastern. Vor der SW-Fassade ist der Kirchturm mit einem Spitzhelm angestellt. Im Nordosten wurde die Kirche mit zwei Querschiffarmen und einem Chor erweitert, mit je einer fünfseitig geschlossenen Apsis. Zu beiden Seiten des Chores sind Sakristeien angebaut. Eine Glocke goss 1818 Andreas Haller, Sabaria. Die zweite Glocke goss Friedrich Seltenhofer aus Ödenburg 1880.

Persönlichkeiten:
Leopold Enzenberger (1883–1937), Landwirt und Politiker
Franz Polzer (* 1929), Landesbeamter und Politiker

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