Ungarisch: Borosgödör

Inzenhof ist eine Gemeinde mit 340 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Burgenland im Bezirk Güssing in Österreich.

Die Gemeinde Inzenhof liegt inmitten der sanften Hügel des Güssinger Hügellandes direkt an der ungarischen Grenze. Dem Besucher werden zahlreiche idyllische Wander- und Radfahrwege in unberührter Natur geboten.

In den umliegenden Weingärten reift unter anderen Weingärten reift unter anderem auch der mittlerweile wieder zum Verkauf zugelassene Uhudler. Erwähnenswert sind zum Teil noch gut erhaltene Weinkeller im Fuchsgraben und Kranichgraben, erbaut aus Lehm und Holz mit Stroheindeckung.

Bis zum Bau einer eigenen Schule wurden die Kinder in Oberradling unterrichtet. Der erste Lehrer in Inzenhof war Johann OBERLOHR, der am 7. Januar 1812 im Alter von 57 Jahren starb. Der 2. Lehrer Franz TITZ verstarb am 16. Oktober des selben Jahres. Am 2. März 1832 wurde die Tochter des Lehrers Michael MÜLL geboren. Am 9. Dezember 1835 verstarb die Frau des Lehrers Paul BUCZOLITS. In den Jahren 1838 - 1845 wurden drei Kinder von Lehrer Franz VINDISCH geboren. 1895 wurde die Volksschule in Inzenhof neu errichtet und Tschanigraben angeschlossen.

Die St. Emmerichs-Kirche an der ungarischen Grenze zwischen Inzenhof (Bezirk Güssing) und Oberradling (Rönök) stand jahrzehntelang im so genannten "Todesstreifen". Zuletzt war sie nur mehr eine Ruine. Als 1989 der Eiserne Vorhang fiel, begann man den Wiederaufbau voranzutreiben.

Geschichte: Wann Inzenhof gegründet wurde und vom wem, ob von Ungarn oder von Deutschen, ist ungewiss. Ebenso ungewiss ist, woher der Ortsname Inzenhof stammt. Als die Grafen von Güssing 1327 von den Ungarn in der "Güssinger Fehde" geschlagen wurden, gehörte das Inzenhofer Gebiet dem Güssinger Grafen Heinz. Nach ihm wurden seine Untertanen Hienzen genannt, und daraus ging dann vermutlich der Ortsname Hienzenhof hervor. Im Taufbuch des 17. Jahrhunderts wird der Ortsname öfters auch Hinzenhof geschrieben, und im Gemeindesiegel hieß er auch 1878 noch so. 1336 wurde das Gebiet von Inzenhof in einer Schenkungsurkunde (erstmals) erwähnt. König Karl Robert schenkte es dem Kanzler und Probst von Stuhlweißenburg Thatamer und seinen Brüdern für die Treue. Von den Ungarn wurde das Gebiet damals nach seinen vielen Gräben "Gödör" genannt. In der Folge wechselten mehrmals die Besitzer des Inzenhofer Gebietes, größtenteils gehörte es aber den Batthyánys. Nach einer herrschaftlichen "Conscription" aus dem Jahre 1750 hatte Inzenhof 517 Einwohner und 50 Häusern, es wohnten also im Durchschnitt mehr als 10 Personen in den damaligen winzigen Häusern. In Fuchsgraben, Granigraben, Taschengraben und Weingartenberg befand sich nach obiger Conscription "schöne Weingebierg mit edlen Sorten", das zu zwei Drittel von Auswärtigen und ein Drittel von Einheimischen besessen wurde. Schulmäßig gehörte Inzenhof einst zur Schule von Oberradling, die sich in der Nähe des Friedhofes und der Kirche vom hl. Emmerich befand. Später baute die Gemeinde Inzenhof eine eigene Schule. Erste Aufzeichnungen davon stammen aus dem Jahr 1812 (Text Geschichte: www.inzenhof.at/chronik.pdf).

Wappen: Am 28. März 2011 wurde vom Gemeinderat für die Gemeinde ein Gemeindewappen beschlossen. Dieses stellt die in Inzenhof geschichtlich belegten Häuser mit Strohdach und den Weinbau dar. Blasonierung: "Über goldenem Schildfuß in Rot ein goldenes Haus mit schwarzen Fensteröffnungen und einem goldenen Giebeldach, das Dach beseitet von zwei einwärts gekehrten goldenen Trauben 4:3:2:1 mit zwei goldenen Blättern." Die Gemeindefarben wurden mit Rot/Gold festgelegt.

Die Wappenverleihung erfolgte am 13. Mai 2012 im Rahmen eines Festaktes durch den Landeshauptmann des Burgenlandes, Hans Niessl.

Gemeindezusammenlegung:  Durch die Zusammenlegung der Gemeinden Neustift bei Güssing, Inzenhof, Großmürbisch, Kleinmürbisch und Tschanigraben per 01.01.1971 zur Großgemeinde Neustift bei Güssing war Inzenhof für 20 Jahre nur mehr Ortsteil. Durch Erkenntnis des Verfassungsgerichthofes, durch den die Zusammenlegung als verfassungswidrig aufgehoben wurde, wurde die Gemeinde Inzenhof mit 01. Juni 1991  wieder eine selbstständige Gemeinde

Geschichte: Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Borosgödör verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
4 Zollhäuser (ObjektID: 28574), Inzenhof 144, 145, 146, 147.
Bildstock Johann Lang, erbaut 1955.
Friedhof hinter der St. Emmerichs-Kirche.
Kapelle, die Neustifter Wegkapelle zur Heiligsten Dreifaltigkeit befindet sich an der Kreuzung Wiederberger Landesstraße/Inzenhofer Landesstraße.
Kirche Inzenhof, befindet sich in der Ortsmitte.
Kreuz aus Stein, bei der Kreuzung nach Tschanigraben.
Kriegerdenkmal, beim Inzenhofer Dorfplatz, neben dem Gasthaus Kurta.
St. Emmerichs-Kirche, befindet sich an der ungarischen Grenze zwischen Inzenhof (Bezirk Güssing) und Oberradling (Rönök).
Märchenwanderweg von Hobbybastler Josef Wolf.
Zöllnerkreuz, befindet sich vor der St. Emmerichs-Kirche auf österr. Staatsgebiet.

Gewässer: Entwässert wird Inzenhof und Tschanigraben durch den Fuchsgraben, den Kranigraben, den Tschanigraben und den Hausergraben.

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St. Emmerichs Kirche (eigener Artikel):
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