Ungarisch: Vasnyulfalva, Kroatisch: Zajčje Selo

Hasendorf war ein Teil der Pfarre St. Nikolaus. Der Friedhof von Hasendorf wurde erstmals im Jahr 1812 urkundlich erwähnt. Die Kinder wurden bis zum Jahr 1874 in der Schule von St. Nikolaus, danach in Punitz (Lehrer war Johann PERNITZ) und ab dem Jahr 1875 in Tobaj unterrichtet (Lehrer Karl EIGEL).
Westlich der Güssinger-Tobajer Straße, an einem mit Obstbäumen bestandenen Hügel, den eine dichte Waldkulisse abgrenzt, liegt die ziemlich geschlossene, kleine Gemeinde Hasendorf. Einst war sie rein kroatisch, heute (1928) sind alle auch der deutschen Sprache mächtig.

Am 23. August 1971 wurde von Ortspfarrer Dr. Zehenthofer die Weihe des neuen Feuerwehrhauses vorgenommen (Quelle B.G. 1971, Ausgabe 1).

Über den Ursprung des Namens und wohl auch über die Entstehung des Ortes gibt uns ein im Güssinger Gemeindeprotokoll enthaltener Prozess aus dem Jahre 1626 Aufschluss: Prozess des Adeligen Peter Baraszovich gegen die Adelige Katharina Zaychich in der Person des Klägers erklärt Georg Horvatich folgendes: Am vergangenen St. Georgstag ist eine Beschwerde über ein gewisses Gut und über den Söllner Mihicza Malich geführt worden, welches Gut Simon Zaychich für seinen treuen Dienst von dem längst verstorbenen Franz Batthyány (gest. 1566), unserem Herrn, zum Geschenke bekam. Dieses Gut ist vor langer Zeit unter seine beiden Söhne Peter und lwan, aufgeteilt worden. Von diesen besaßen es die Söhne des Peter Zaycz in männlicher Linie. Als Peter Zaycz im Sterben lag, verordnete er testamentarisch, dass das Gut, falls die männliche Linie erlischt, der weiblichen Linie zufalle. Seit 24 Jahren genießt nun, die weibliche Linie das Gut und ich besitze es nach der weiblichen Linie, da ich von der Tochter des Simon Zaychich Barbara als Sohn abstamme. Ich bin daher nicht fremd und sehe mich infolge der Blutsverwandtschaft als rechtmäßigen Besitzer, obwohl mir dieser Tage Michael Somsghi sagen ließ, dass er mit mir verhandeln wolle. Nun ist er aber nicht erschienen. Ich verlange gegen die Geklagte (Katharina Zaychich) eine Erklärung, ob das Gut mir zukomme oder nicht. Ich habe nach dem Stammbaum unseres Geschlechtes dargelegt, welches Recht ich dazu habe."

"Da die Geklagte aus Hartnäckigkeit bei der Verhandlung nicht erschien wurde folgendes beschlossen: Da der Empfänger des Gutes von Zayczdorf Sinion Zaychich war und das Gut nur der männlichen Linie gebührte, Peter Zaycz aber in seinem Testament bestimmte, dass es beim Erlöschen der männlichen Linie auf die Weibliche übergehe und Katharina Zaycz dasselbe als Glied der weiblichen Linie 24 Jahre lang genoss, wird nach dem Gesetz die eine Hälfte des von dem Ahnen Simon Zaycz hinterlassenen Gutes dem aus der weiblichen Linie abstammenden Peter Baraszovich und die andere Hälfte dem genannten Söllner Mihicza Malich zugesprochen, jedoch unbeschadet dessen, falls Katharina Zaycz in irgendwelches Gut Geld investiert hätte." So im Prozess.

Nach der hier angeführten Familie Zavcz (d. i. Hase) wurde die Gemeinde lange Zeit hindurch Zayczfalu (Zayczdorf), später Hasendorf benannt. Die Adeligen Baraszovich und Zaych werden im Güssinger Gemeindeprotokoll einige Male genannt, dann verschwindet sie gänzlich. Nicht aber so die Nachkommen der Familie Mihicza Malich. Diese lebt in der Gemeinde Hasendorf heute noch und kann auf so manchen ihrer Ahnen stolz sein. Denn die drei Malich, lwan, Peter und. Gregor, mussten angesehene Persönlichkeiten gewesen sein, da der Reihenfolge nach zwei von ihnen vom Jahre 1642 bis 1691 im Güssinger Stadtgericht als Geschworene verzeichnet sind und die zwei letztgenannten. längere Zeit das Amt eines Waisenvaters bekleideten. Daraus lässt sich schließen, dass zu jener Zeit Hasendorf zur Güssinger Gerichtsbarkeit und weil. der Grundherr Franz Batthyány (geh.1497, gest. 1566) dem Simon Zaychich dort ein Gut verlieh, zur Grundherrschaft Güssing gehörte. Bei der Teilung der herrschaftlichen Güter zwischen Graf Christoph und Graf Paul von Batthyány, im Jahre 1662 wurden denn auch vom Gebiete Hasendorf dein letzteren 1 3/4 ganze Session und 1/2 öde Session zugeteilt, welcher Besitz schließlich der Familie Draskovich durch Einheirat zufiel.

Im Jahre 1750 besaßen die Untertanen von Hasendorf 16 Ochsen, 13 Kühe, 20 Kälber, 26 Schweine und 6 Bienenstöcke. Die Volkszählungen ergaben folgende Seelenzahl: 1745 - 53, 14-49 - 54, 1812 -115, 1832 - 113, 18.10 - 95, 1845 - 68, 1849 - 72. Heute (1928) sind es 138.

Kirchlich gehörte Hasendorf zur St. Nikolauser Pfarre und steht seit 280 Jahren (1928) unter Leitung der Franziskaner von Güssing. Dafür musste nach den alten kanonischen Visitationsberichten die Gemeinde mit den anderen Filialgemeinden den am Nikolaus bestandenen Pfarrweingarten bearbeiten und die Bauern der Geistlichkeit als Predigtgeld jährlich 12 Kronen die Söldner und Witwen 6 Kronen geben und die Gemeinde 2 Fuhren Brennholz ins Kloster zu Güssing liefern.

1779 hatte die Gemeinde noch keine Glocke und keinen Friedhof. Die Toten trug man auf den Friedhof von St. Nikolaus, in dessen Mitte die ur. alte Kirche stand. 1812 befindet sich nach einer Urkunde im Ort schon ein Friedhof, ein Kreuz und eine Glocke. In jener Urkunde heißt es, seitdem Hasendorf einen Läuter und einen Friedhof besitzt, weigert sich die Gemeinde zur Erhaltung des Schulhauses von St. Nikolaus beizusteuern und dortigen Schullehrer Frucht und Wein zu geben.

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