Ungarisch: Németújvár, Russisch: Гюссинг

Zu unserer umfangreichen Webseite mit allen Ortsteilen: www.guessing.net

Güssing (ungarisch Németújvár [Deutsch-Neuburg], kroatisch Novigrad [Neuburg]), ist eine Stadt im Burgenland in Österreich. Güssing hat 3711 Einwohner (Stand 1. Jänner 2015) und ist Sitz der Bezirkshauptmannschaft des Bezirks Güssing.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortsteile: (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015):

Glasing (120)
Güssing (2755)
Krottendorf (232)
Langzeil
Rosenberg
Sankt Nikolaus (205)
Steingraben (173)
Urbersdorf (228)
Ludwigshof [seit 2006]

Geschichte: Die Wurzeln Güssings gehen auf ein Suburbium zurück, das im Schatten der Burg Güssing entstand und sich mit einem linsenförmigen Anger um den Burgfelsen legte. 1427 wurde es civitas und 1459 civitas et suburbium genannt. Seit dem 16. Jahrhundert war Güssing freie Stadt mit vollem Stadtrecht. Im Jahr 1619 war sie mit einer Ringmauer umgeben und bestand aus vier Stadtteile: Vorstadt (Mühlviertel), untere Stadt (Standort des Schlosses Drašković), innere Stadt (Klosterkirche bis zum Rathaus) und Hochstadt. 1540 erhielt der Magnat Franz Batthyány vom böhmisch-ungarischen König und späteren Kaiser Ferdinand I. für Güssing die Erlaubnis zur Erschließung von Erzminen, und 1549 verlieh ihm Ferdinand darüber hinaus das Recht, Märkte in Güssing abzuhalten. In der Stadt findet jeden ersten Montag des Monats ein Markt statt.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Németújvár (deutsch: Neuburg) verwendet werden.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 der Republik Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Güssing beherbergte seit dem 17. Jahrhundert eine bis zum Ende des 19. Jahrhunderts florierende jüdische Gemeinde. Der Anschluss Österreichs und die unmittelbar darauf einsetzende Verfolgung der Juden führten noch 1938 zur Zerstörung dieser 250 Jahre alten Gemeinde. Mindestens 14 jüdische Personen, die 1938 in der Stadt gelebt hatten, fielen der Shoah zum Opfer. Heute erinnern eine Gedenktafel am 1953 errichteten Rathaus und der alte jüdische Friedhof an diese Epoche. Zwei weitere Güssinger verloren während der Zeit des Nationalsozialismus aufgrund ihrer politischen Gesinnung im Konzentrationslager Dachau ihr Leben.

1973 wurde Güssing zur Stadt erhoben.

Bahn: Güssing hatte früher einen Bahnanschluss. Das Bahnhofsgebäude wurde im Jahr 1899 errichtet. Heute erinnert fast nichts mehr an die Bahnlinie zwischen Güssing und Körmend, die vor allem dem Holztransport gedient hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg schien eine Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs sinnlos, weil der Verkehr nur nach Ungarn ausgerichtet war und der Eiserne Vorhang nunmehr die Bahnstrecke trennte. Der Bahnverkehr wurde eingestellt, die Gleiskörper verrotteten. Heute führt die neue Bundesstraße B 56 zwischen Güssing und Strem vor allem auf dem Terrain des ehemaligen Bahnkörpers entlang. Das Bahnhofsgebäude in Güssing wurde renoviert und steht noch heute. Zum kompletten Artikel (in Bearbeitung!!).

Städtepartnerschaften: Belgien Nijlen, Belgien

Gewässer: Die beiden bekanntesten fließenden Gewässer sind die Strem und der Zickenbach.

Weitere Bäche und Gräben in Güssing sind:
Graben von Pusstawald - linker Zubringer zur Strem, beim Aktivpark in Güssing
Bach von Hasendorf - rechter Zubringer zur Strem
Graben von Ludwigshof- linker Zubringer zur Strem, in Güssing
Zickenbach - rechter Zubringer zur Strem, in Güssing
Bach vom Fischteich - rechter Zubringer zur Strem, in Güssing
Schindergraben - linker Zubringer zur Strem, in Güssing

Hochwasserereignis in Güssing am 26.2.2013: Ein relativ geringer Anstieg der Lufttemperatur auf 4°C in Kombination mit dem Regen verursachte ein rasches Schmelzen des kurze Zeit davor gefallenen und noch unverfestigten Neuschnees. Laut Messungen des Hydrographischen Dienstes im Burgenland, waren in der großflächig vorhandenen Schneedecke etwa 60 Liter Wasser pro m² gespeichert. Gleichzeitig transportierte eine Warmfront in der Nacht vom 25. auf 26.2. feuchte Luftmassen aus dem Südosten nach Österreich und brachte im südlichen Burgenland Regen. Mit etwa 35 Liter Regen pro m² innerhalb von 24 Stunden war vor allem das Gebiet zwischen Oberwart und Güssing betroffen . Diese Regenmengen alleine wären kein Problem und könnten ohne weiteres in den Gewässern abgeführt werden, doch gemeinsam mit dem Schmelzwasser ergibt das immerhin 95 Liter Wasser pro m². Diese doch enormen Wassermengen führten im Südburgenland zu Hochwasser und Überflutungen. An der Strem am Pegel Güssing betrug der Abfluss 86 m³/s – der mittlere Abfluss liegt hier bei etwa 1 m³/s. So ein Ereignis kommt statistisch gesehen nur alle 10 Jahre vor. Weiter flussabwärts brachte der Unterlauf des Hausgraben noch weitere Wassermassen in die Strem, was am Pegel Heiligenbrunn zu Ausuferungen führte (HQ10-30). Der Abfluss der Pinka entsprach am Pegel Woppendorf und Moschendorf einem 10-jährlichen Ereignis. An der Raab und der Lafnitz lagen die Pegelstände zwischen HQ1 und HQ5 (Text: https://www.bmlfuw.gv.at).

Wanderwege (mit Fotos und Wegbeschreibung): Hianznpfad (12,4km), Ramsar Rundweg (5,08 km), Wasserweg (ca. 7 km für eine Strecke), Clusiusweg (14,7 km), Koaglroas (12,8 km), Öko-Energieweg (19,2 km)

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Alte Bezirkshauptmannschaft (ObjektID: 28765), Clusiusweg 4, 17. Jahrhundert. Biedermeierfassade, vermauerte Pfeilerarkaden.
Alte Hofmühle (= Auswanderer- + Joseph-Reichl-Museum) (ObjektID: 28771), Stremtalstraße 2, die Alte Hofmühle ist ein am Ende des 18. Jahrhunderts errichtetes Gebäude in der Stadt Güssing im Burgenland. Das Burgenländische Auswanderermuseum zeigt mit persönlichen Gegenständen, Bildern und Dokumenten die Geschichte der Auswanderung vom Burgenland nach Amerika und das Leben der Burgenländer in Amerika. Das Josef-Reichl-Museum beschreibt Leben und Werk des Dialektautors und Heimatdichters Josef Reichl (1860–1924).
Denkmal Kameradschaftsbund (Friedensdenkstätte), neben Hauptplatz 6, Andenken an Oberst Franz Vollmann.
Ehem. Jüdischer Friedhof (ObjektID: 28735), Stremtalstraße 13.
Ehem. Granarium und Teil der Stadtmauer (ObjektID: 28856), Clusiusweg 5
Figurenbildstock hl. Johannes Nepomuk (ObjektID: 28739), Schulstraße 2a, ehemals an der 1788 errichteten Brücke über den Strembach. Errichtet Ende des 18. Jahrhunderts.
Franziskanerkloster mit Klosterkirche und Batthyanischer Familiengruft (ObjektID: 28753), Franziskanerplatz 1, errichtet anstelle eines älteren, 1574 aufgegebenen und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zerstörten Augustiner Eremitenklosters. 1648 gestiftet und vermutlich nach Plänen des kaiserlichen Hofbaumeisters Philiberto Lucchese erbaut und 1649 bezogen. Dreiflügelbau, Hofmauer mit Portal mit Zinnengiebel (17. Jahrhundert). Daneben Pforte mit geschweiftem Giebel (18. Jahrhundert). Im Kreuzgang römerzeitlicher Grabstein mit Inschrift. Altar 1662 aus der Pfarrkirche. Bemerkenswerte Bibliothek (Handschriften, Inkunabeln, Erstdrucke, Teil der Stadtmauer (ObjektID: 28855), Hauptstraße, Ringmauer über dreieckigem Grundriss: Burg - Franziskanerkloster - ehem. Rathaus mit erhaltenem Turm.
Gesamtanlage Burg Güssing samt Burgmuseum und Vorburg (ObjektID: 28717), Batthyany-Straße 10, Weithin sichtbar auf einem steilen Kegel vulkanischen Ursprungs gelegen. 1157 Schenkung des Berges Kiscen an die Grafen Wolfer und Hedrich. Errichtung einer hölzernen Burg und Stiftung eines Benediktinerklosters auf dem Berg Quizin. 1180 Aufhebung des Klosters, Bau einer Steinburg unter König Béla III: Novum Castrum. 1289 Einnahme der Burg durch Herzog Albrecht von Österreich. Nach 1327 Burg und Herrschaft in wechselndem Besitz. 1524 an Franz Batthyány übergeben, bis 1870 Familienbesitz, seither Fürst Philipp Batthyánysche Stiftung. Mittelalterliche Teile im Untergeschoß des Bergfriedes und der Wohnbauten. Ausbau des Wohntraktes und der Befestigungen im 16. und 17. Jahrhundert. 1778 Beginn der Demolierung. Seit 1957 Bestandssicherung.
Kapelle hl. Franz Xaver (ObjektID: 28770), Langzeil 32, An der Mauer der Franziskanerkirche. Steinstatue auf Sockel, Inschrift mit Chronogramm 1846.
Kastell Batthyány (ObjektID: 6798), Clusiusweg 2, Der Zweiflügelbau mit hofseitig zweigeschoßigen Arkaden wurde um 1740 erbaut.
Kath. Pfarrkirche hl. Jakob d. Ä. (ObjektID: 28751), Batthyany-Straße 21, Romanische Kleinkirche aus Ziegel mit Eckquadern, erbaut um 1200. Rechteckiges Schiff; niedrige, eingezogene Halbkreisapsis; barocke Dachreiter. Am nördlichen Traufgesims Zahnschnittfries. In der Südwand drei romanische Fenster. In der Apsis ein originales Rundbogenfenster. Südlich angebaut neuere Sakristei und Totenkammer. Romanisches Westportal.
Latzer-Haus, ehem. Hotel Zum Hirschen (ObjektID: 28763), P.Gratian Leser-Straße 6, Zweigeschoßiges, zwölfachsiges Gebäude; im Erdgeschoß Arkaden. Fassadengliederung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Schloss Draskovich (ObjektID: 28760), Schloßgasse 12, erbaut 1804. Klassizistischer Bau, an der Ostfront drei, an der Rückfront zwei Geschoße. Dreiachsiger Mittelrisalit mit Giebel und Halbsäulengliederung; Seitenflügel mit je fünf Achsen. In der Hauskapelle befindet sich der einzige gotische Flügelaltar des Burgenlandes, lt. Inschrift aus dem Jahr 1469.
Teil der Stadtmauer (ObjektID: 28858), Clusiusweg 1, Ringmauer über dreieckigem Grundriss: Burg - Franziskanerkloster - ehem. Rathaus mit erhaltenem Turm.
Teil der Stadtmauer (ObjektID: 28859), Hauptstraße, Ringmauer über dreieckigem Grundriss: Burg - Franziskanerkloster - ehem. Rathaus mit erhaltenem Turm.
Teil der Stadtmauer (ObjektID: 28860), Hauptstraße, Ringmauer über dreieckigem Grundriss: Burg - Franziskanerkloster - ehem. Rathaus mit erhaltenem Turm.
Teil der Stadtmauer (ObjektID: 28854), Hauptstraße 4, Ringmauer über dreieckigem Grundriss: Burg - Franziskanerkloster - ehem. Rathaus mit erhaltenem Turm.
Teil der Stadtmauer (ObjektID: 28857), Hauptstraße 8, Ringmauer über dreieckigem Grundriss: Burg - Franziskanerkloster - ehem. Rathaus mit erhaltenem Turm.
Teil der Stadtmauer (ObjektID: 28741), P.Gratian Leser-Straße 1, Ringmauer über dreieckigem Grundriss: Burg - Franziskanerkloster - ehem. Rathaus mit erhaltenem Turm.
Wohn- und Geschäftshaus (ObjektID: 28766), P.Gratian Leser-Straße 13, Großer zweigeschoßiger Komplex, durch Fassade in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zusammengefasst. Im Mittelteil Erdgeschoßarkaden.
Wohnhaus, sog. Judengebäude (ObjektID: 28768), P.Gratian Leser-Straße 15, errichtet um 1740. Großer freistehender, vierseitiger, zweigeschoßiger, gegen den Marktplatz dreigeschoßiger Bau. Zur Straße Mittelrisalitgliederung mit flachen Pilastern, an der östlichen Hofseite zweigeschoßige Pfeilerarkaden.
Zollgebäude (ObjektID: 8003), Punitzer Straße 7.

Persönlichkeiten:
Ignaz von Batthyány (1741–1798), ungarischer Bischof von Siebenbürgen, Erlauer Domherr
Ladislaus Fürst Batthyány-Strattmann (1870-1931), Anfang September 1929 erkrankte Batthyány an Krebs. Er verstarb im Sanatorium Löw in Wien. Sein Leichnam wurde in der Familiengruft im Franziskanerkloster und Klosterkirche Güssing beigesetzt. Diese Gruft ist nach der Kapuzinergruft in Wien die zweitgrößte Familiengruft in Österreich. Am 23. März 2003 wurde Ladislaus Batthyány-Strattmann von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Im Jahre 2008 wurde eine Statue des Seligen bei der Gruft, in der Nähe des Hauptplatzes von Güssing, aufgestellt.
Christiane Brunner (* 1976), österreichische Politikerin (Grüne)
László Csákányi (geb. Ladislaus Eugen Zsigovits, 1921–1992), ungarischer Schauspieler und Chansonier
Franz Faludi (1704–1779) Erneuerer der nationalen ungarischen Sprache und Literatur
Veronika Floigl (* 1954), österreichische Politikerin (SPÖ)
Johann Hajszanyi (1876–1956), Wagnermeister, Landwirt und österreichischer Politiker
Nikolaus Hetfleisch (1919–1979), österreichischer Notar und Politiker
Karl Holper (1919–1997), österreichischer Seilermeister und Politiker
Günter Jandrasits (* 1960), österreichischer Rollstuhl-Tennisspieler
Heinz Janisch (* 1960), österreichischer Kinderbuchautor
Otto Kery (1923–2006), österreichischer Regisseur und Schauspieler, Theaterdirektor
Georg Krenn (* 1990), österreichischer Fußballspieler
Reinhold W. Lang (* 1954), Kunststofftechniker und Hochschullehrer
Michael Miksits (* 1981), österreichischer Fußballspieler
Josef Reichl (1860–1924), österreichischer Mundartdichter
Luise Renner (1872–1963), Mitgründerin der Volkshilfe, Ehefrau von Staatskanzler, später Bundespräsident Karl Renner
Wolf-Dieter Schuh (* 1957), österreichischer Geodät
Samuel Steinherz (1857–1942), österreichischer jüdischer Historiker
Martin Stranzl (* 1980), österreichischer Fußballspieler
Hermann Tancsics (1877–1940), Schuhmachermeister und österreichischer Politiker
Peter Traxler (1946–2011), österreichischer Kabarettist, Teil des Kabarettistenduos Muckenstruntz & Bamschabl
Josef Trinkl (1951–2004), österreichischer Politiker
Brigitte Unger (* 1955), österreichische Wirtschaftwissenschaftlerin
Johann Wolf, österreichischer Politiker, zwischen 1963 und 1973 Sondervertragslehrer am Bundesrealgymnasium in Güssing.
Ägidius Zsifkovics (* 1963), österreichischer Theologe, Bischof der Diözese Eisenstadt
Julia Dujmovits (* 1987), Snowboarderin, Olympia-Siegerin 2014

Johann Deutsch (1932–1990), Politiker und Landwirt, besuchte die Hauptschule in Güssing

Text: teilweise von Wikipedia
Güssing, Burg GüssingGüssing, Burg GüssingGüssing, Burg GüssingGüssing, Burg GüssingGüssing, HauptplatzGüssing, HauptplatzGüssing, JakobikircheGüssing, Technologiezentrum EEEGüssing, AktivparkGüssing,  Auswanderer- und Josef-Reichl-MuseumGüssingGüssingGüssingGüssingGüssingGüssing, Evangelisches BethausGüssing, Faludi-TafelGüssing, FeuerwehrGüssing, FranziskanerklosterGüssing, FranziskanerklosterGüssing, P. Gratian Leser-StraßeGüssing, Grazer StraßeGüssing, RathausGüssing, KulturzentrumGüssing, Landwirtschaftliche FachschuleGüssing, Lily ModenGüssing, Montecuccoli-KaserneGüssing, ÖlmühleGüssing, SportplatzGüssing, FestspieleGüssing, VolksschuleGüssing, Teichanlage