Ungarisch: Némethidegkut

Zwischen Lafnitztal und Güssinger Hügelland liegt die Marktgemeinde Deutsch Kaltenbrunn mit den beiden Ortsteilen Deutsch Kaltenbrunn und Rohrbrunn. Die Gemeinde hat knapp unter 2000 Einwohner. In den Hügelgebieten gibt es einige der größten und schönsten Streuobstwiesen (alte Obstbaumkulturen des Burgenlandes).

Deutsch Kaltenbrunn ist auch eine Sportgemeinde. Es gibt Möglichkeiten zum Reiten, Radfahren, Fischen, Laufen, Wandern usw..

Die günstige geographische Lage ermöglicht Ausflüge zu den umliegenden Thermen wie Loipersdorf (15 km), Bad Waltersdorf (15 km), Stegersbach und Blumau (je 10 km).

Sehenswert sind die beiden Kirchen von Deutsch Kaltenbrunn. Die 1531 eingeweihte Pfarrkirche zu Ehren des Hl. Nikolaus, stellt eine einfache flach gedeckte Saalkirche dar, die 1862 fertig gestellte evangelische Pfarrkirche ist eine einschiffige, dreijochige Saalkirche mit Polygonalpsis.

Geschichte: Deutsch Kaltenbrunn wird im Jahre 1281 erstmals urkundlich erwähnt.

Spuren einer Besiedelung des heutigen Gebietes gehen weit zurück, und es wird angenommen, dass Deutsch Kaltenbrunn schon zur Römerzeit als Siedlungsraum bekannt war. Dies wird durch einen Steinfund aus dem Jahr 1912 untermauert. Als sogenannter Römerstein befand er sich vor dem Haus Nr. 23, wo er in den 50er Jahren beim Bau der Wasserleitung eingegraben wurde.

Der Ortsname Deutsch Kaltenbrunn wird, wie folgt, erklärt: Ungarisch -Némethidegkut. Das aus 1427 überlieferte Hüdeyseeg bedeute "die Kälte"; davon Kaltenbrunn. "Nemet" = "Deutsch" und wahrscheinlich - auf die reindeutsche Bevölkerung des Ortes hin - dem Namen Kaltenbrunn beigefügt worden.

Von großer Bedeutung für diese Region war es, als die Güssinger Grafen (wissenschaftlich eher Günser Grafen) die Burg Güssing übernahmen. Die in diese Zeit fallenden kriegerischen Auseinandersetzung mit Herzog Albrecht von Österreich (Güssinger Fehde 1289/90) sind in die Geschichte eingegangen.

Nach dem Niedergang der Güssinger Grafen fielen Burg und Güter in den Besitz des Königs Sigismund. Dieser übergab sie im Jahre 1391 seinem Feldherrn Ladislaus von Saro ("von Leva") und erhielt im Tausch dafür zwei andere Burgen. In der Urkunde von 1391 werden nun erstmals sämtliche Güter, die zur Burg Güssing gehörten, genannt: Die Stadt Güssing sowie 25 weitere Ortschaften, von denen fünf bereits das Marktrecht besaßen. Es sind dies Rauchwart, Stegersbach, Rudersdorf, Heiligenkreuz und Deutsch Kaltenbrunn.

König Sigismund übertrug Peter Cseh von Leva, dem Sohn des Ladislaus, Burg und Herrschaft Güssing mit allen genannten Orten. In den ungarischen Thronkämpfen stand Ladislaus von Leva, der Sohn des Peter Cseh, auf Seiten der Nationalen gegen die Habsburger. Dafür gestattete ihm der Reichsverweser Johann Hunyadi im Jahre 1451 zur Sicherung und Verteidigung der Grenzgebiete, das Münzrecht in Güssing auszuüben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Kath. Pfarrkirche Hl. Nikolaus (ObjektID: 11442), seit 15. Oktober 2002, um 1900 im neoromanischen Stil erbaut, möglicherweise Einbeziehung von älteren Bauteilen (es ist die Weihe einer Kirche 1531 überliefert und die Pfarre bestand schon im Mittelalter), einfache flachgedeckte Saalkirche mit westlichem Fassadenturm.
Evangelische Pfarrkirche A. B. (ObjektID: 11444), seit 15. Oktober 2002, seit 1618 Pfarre, später Filiale von Kukmirn, seit 1862 wieder Pfarre, historistischer Bau von 1861, einschiffige Saalkirche mit schlankem der Westfassade aufgesetztem Turm.
Friedhofskapelle, erbaut im Jahre 1883
Kapelle im Ort, erbaut im Jahre 1868
Wegkreuz an der Straße nach Rohrbrunn, erbaut im Jahre 1860

Persönlichkeiten:
Alois Brunner (1912–2009/2010), SS-Hauptsturmführer und Mitarbeiter Adolf Eichmanns
Eduard Ehrenhöfler (* 1936), Politiker (ÖVP) und Tischlermeister
Franz Kurz (1920–2003), von 1979 bis 1982 Bürgermeister von Deutsch Kaltenbrunn
Kurt Zach (* 1942), von 1982 bis 1990 Bürgermeister von Deutsch Kaltenbrunn

Gewässer: Im Gemeindegebiet befinden sich die Lafnitz und der Lahnbach. Am Kracherberg in Deutsch-Kaltenbrunn entspringt der Kracherberger Bach. Weitere Bäche sind der Bach von Deutsch-Kaltenbrunn. Am Weichenberg zwischen Deutsch-Kaltenbrunn und Rudersdorf entspringt der Weichenberger Bach.

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