Ungarisch: Borostyánkő, Romani: Boroschtschaja

Im Südburgenland, 16 km nördlich von Oberwart, liegen in den Tälern und auf den Erhebungen des Bernsteiner Hügellandes die Marktgemeinde Bernstein und ihre Tochtergemeinden. Zu diesen zählen Dreihütten, Redlschlag, Rettenbach und Stuben. Bernstein liegt auf 619 m Seehöhe.

Geschichte: Der Ort wurde erstmals 1249 urkundlich erwähnt und zählt heute 1079 Einwohner. Der Name Bernstein geht auf einen Seitenarm der Bernsteinstraße zurück. Der Handelsweg wurde im Mittelalter als "Via Magna" bezeichnet und führte am heutigen Tauchental vorbei. Die Gegend rund um Bernstein war schon vor Jahrhunderten von den Kelten bewohnt. Ungefähr seit dem 12. Jahrhundert wird in Bernstein Bergbau betrieben, jedoch wurde damals zum größten Teil Eisen, Schwefel, Kupfer, Silber und sogar Gold abgebaut. Heute ist Bernstein weltweit der einzige Ort, in dem Edelserpentin gefördert wird.

Eng im Zusammenhang mit der geschichtlichen Entwicklung steht die hoch über dem Ort gelegene Burg aus dem 13. Jahrhundert. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel zwischen Österreich und Ungarn wurde die Burg fast ein Jahrhundert lang von verschiedenen Landsherrn verwaltet und Mitte des 17. Jahrhunderts an die ungarische Adelsfamilie Batthyány verkauft. 1892 wurde die Burg an die Familie Almásy weitergegeben, in deren Besitz sie heute noch ist.

Im Laufe der Zeit wurde die Burg mehrmals zerstört und immer wieder aufgebaut, da sie auch als Wehranlage für die Bevölkerung diente. 1617 zerstörte ein Blitzschlag den Großteil der Trakte um den Innenhof. Durch den Wiederaufbau erhielt die Burg einen schlossartigen Charakter. Um die Erhaltung der Burg zu sichern, wurde sie 1953 zu einem komfortablen Schlosshotel umgebaut. Es wird auch heute noch als Hotel geführt und kann besichtigt werden. Das Prunkstück des Schlosses ist der Rittersaal aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Er wird als der schönste des ganzen Burgenlandes bezeichnet. Überhaupt bietet die Burg Bernstein alles, was man von einer "richtigen" Burg erwartet: Alchemistenküche, Tiefbrunnen, Pulverturm, Bastionen, Rüstkammer, Verlies und Aussichtsbastei. Der Ausblick von der Aussichtsstation ist sehr weit: er reicht bis zu den Alpen in Kärnten und in die Steiermark. Man kann bis zu 200 km weit sehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Fabriksgebäude (ObjektID: 130651), seit 2015, Gartenweg 3
Steinbogenbrücke (ObjektID: 129242), seit 2012, Kalteneckerstraße, Pechgraben
Ehem. Wirtschaftsgebäude, Café Postkastl (ObjektID: 130652), seit 2015, Hauptplatz 7
Pfarrhof (ObjektID: 8069), Hauptstraße 45
Evangelisches Pfarrhaus (ObjektID: 8071), Hauptstraße 46
Evang. Pfarrkirche A.B. (ObjektID: 8070), Kirchengasse 1, als Bethaus 1787 erbaut und 1791 um einen Turm erweitert. Nach einem schweren Brand 1880 wurde der Turm und das nebenstehende Pfarrhaus restauriert. Der Altar im Inneren zeigt ein Bild mit der Auferstehung Christi, die Orgel wurde 1868 von H. Böttcher aus Magdeburg gebaut.
Burg Bernstein (ObjektID: 8072), Schloßweg 1, die Burg Bernstein wurde im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt, das weitläufige Gebäude wurde 1529 und 1532 von den Türken belagert. Da sie den Belagerungen standhielt, wurde sie zur Fluchtburg umgebaut. Durch eine Explosion des Pulvermagazines im Jahre 1617 wurde das Gebäude beschädigt und anschließend barockisiert. Sehenswert ist der Rittersaal aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, der eine prachtvolle Stuckdecke besitzt. Die Burg ist ein Hotel mit Restaurant (Anmeldung erforderlich). Die Alchimistenküche und die Folterkammer aus dem 16. Jahrhundert mit musealen Ausstellungsstücken können besichtigt werden.
Madonnenschlössl "Trutzschlössl" (ObjektID: 49650), Steinwandweg 6, von Husarenmajor Georg Gyömörei nach Streitigkeiten mit seinem Schwager Graf Almasi, Besitzer der Burg Bernstein, 1923 als Trotzburg erbaut. Das Erdgeschoß ist aus Serpentin gemauert. Die beiden Obergeschoße sind durch eine Holzbalkenkonstruktion getrennt, welche aufwändige Schnitzereien zeigt. Auf dem Dach befinden sich zwei Wasserspeier. 1957 wurde die Trotzburg vom Österreichischen Roten Kreuz als Unterkunft für Flüchtlingskinder erworben. Heute dient es als Veranstaltungszentrum.
Kath. Pfarrkirche hl. Michael (ObjektID: 8068), hinter Hauptstraße 45, im 15. Jahrhundert errichtet und 1733 von der Witwe des Grafen Ludwig Batthyány renoviert und erweitert. Der barocke Hochaltar zeigt eine Kreuzigungsgruppe. Sehenswert sind die gotische Sakramentsnische und die romanischen Fenster.
Ehem. Pranger (ObjektID: 8073), Hauptplatz, achteckiger frühbarocker Pfeiler am Hauptplatz
Wegkapelle (ObjektID: 8076)
Felsenmuseum
Edelserpentinschleifereien

Persönlichkeiten:
Ladislaus Almásy (* 1895 auf Burg Bernstein, † 1951 in Salzburg), Saharaforscher und Pilot (Der englische Patient)
Helmut Bieler (* 1952), Politiker
Manfred Sauer (* 1960), lutherischer Theologe

Personen mit Beziehung zur Stadt:
Eric W. Gritsch (1931–2012), amerikanischer lutherischer Theologe und Autor, aufgewachsen in Bernstein

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