Geschichte

Aufzeichnungen zufolge geht die Besiedlung von Sankt Nikolaus auf das Jahr 1545 zurück ...

Ortschaft St. NikolausKirche von St. NikolausMehrzweckhausWillkommen

Geschichte - Fortsetzung

... in diesem Jahr ließen sich 20 kroatische Flüchtlinge aus Slawonien mit ihren Familien in St. Nikolaus nieder:
 

Mattheus BELKOVICH Peter MEDEYCZ
Johann BERKJICS Blasius MYSAYAK
Jakob DAMBSYCS Martin NAY
Nikolaus DOECH Georg PAULIKOVICS
Johann GERGESCHICS Peter ROBEK
Matthias HINGWALA Marcus ROGOSAR
Peter HORWATH Blasius STANSICS
Matthaeus KEHEN Georg TOOTH
Matthias KISS Barnabas TOTH

Im Jahr 1598 existierten nur 10 Häuser, von denen die meisten im Jahr 1605 beim Bocskay-Aufstand (ungarischer Aufstand gegen die Habsburger) zerstört wurden.

Die Weingärten in St. Nikolaus wurden 1890 durch die Reblaus zerstört. Die Reblaus wurde 1868 mit Rebmaterial aus Nordamerika über Frankreich nach Österreich eingeschleppt, breitete sich rasant aus und vernichtete fast alle Bestände.

Die Kirche von St. Nikolaus bestand bereits 1545 und wurde die Kirche der Kroaten für das gesamte Güssinger Gebiet, sowie der Kroaten von Groß- und Kleinmürbisch, Krottendorf, Hasendorf, Kroatisch Tschantschendorf und Punitz, während die Jakobikirche als Pfarrkirche der Deutschen, und die Augustinerkirche (hier wurde 1648 das Franziskanerkloster errichtet) als Pfarrkirche der Ungarn diente. Auch die Toten aus Kleinmürbisch wurden bis zur Errichtung eines eigenen Friedhofes im Jahr 1822 in St. Nikolaus bestattet.

1580 – 1633 waren die Priester von St. Nikolaus Lutheraner

ab 1649 Priester des Franziskanerordens aus Güssing

Die alte Kirche befand sich inmitten des Friedhofes. Nach einem Feuer 1897, das die Kirche bis auf die Grundmauern zerstörte, wurden diese niedergerissen und die neue Kirche an ihrem heutigen Platz aufgebaut.

Weiters befand sich in St. Nikolaus auch eine Schule, die bis zum Jahr 1824 auch von den Kindern aus Kleinmürbisch besucht wurde. Lehrer in St. Nikolaus waren:
 

WERNER Martin, gest. 1759, 56 Jahre alt bis 1759
LIZICZKI Josef, aus St. Johann nahe Malaczka 1759 – 1766
JELENCSICS Johann, gest. 1771, 45 J. alt 1766 - 1771
KAUS Johann, gest. 1773, 49 J. alt 1771 - 1773
SCHIK Johann, aus Neusiedl bei Güssing 1773 – 1780
GANGL Josef 1780 – 1792
EBNER Karl, gest. 1795, 48 J. alt 1792 – 1795
KAISER Franz 1795 – 1802
BERCZKOVICS Stefan, aus Dt. Tschantschendorf 1802 – 1832
HEKENATZ Andreas 1832 – 1836
VLASICH Josef 1838 – 1839
SCHLESAK Georg, aus Poschendorf 1840 – 1869
DÖKKER Gabriel, gest. 1874, 29 J. alt 1870 – 1874
BERGER Ferdinand 1875 – 1895
HARMUTH Paul 1896 – 1902
KAPPEL Josef 1902 – 1906
LANDSMAN Georg 1906 – 1910
ZOTTER Franz, aus Königsdorf (war 1904-1908 Lehrer in Stadtschlainig, in Zahling von 1908-1910) 1910 – 1923
ZÜGER Franz 1923 – 1927
HERDIN Alfred, aus Wien ab 1927

Hausnummern und "Haushaltsvorstände" in St. Nikolaus bei Güssing,
im Jahr 185?.

Hausnummern und "Haushaltsvorstände" in St. Nikolaus bei Güssing, im Jahr 185?
 

Hausnr. Familienname Vorname
1 Reichl Anna
2 Oswald Katharina
3 Gerger Josef
4 Lenz Valentin
5 Weinhofer Johann
6 Fandl Michael
7 Schleder Michael
8 Fandl Johanna
9 Klee Josef
10 Fandl Franz
11 Jandrasits Alois
12 Fürst Lorenz
33 Gemeinde St. Nikolaus
13 Medovits Johann
14 Stranzl Johann
15 Wampl Michael
17 Teichmeister Simon
18 Sauer Anna
19 Jandrasits Mathias
20 Schober Franz
21 Wagner Andreas
22 Wagner Anna
23 Fandl Georg
24 Oswald Johann
25 Huber Georg
26 Stranzl Josef
27 Hofer Anton
28 Schiebek Zserafin
29 Keek Franz
30 Gaspar Andreas
31 Schule St. Nikolaus
16 Jandrasits Josef
39 Oswald Josef
38 Jandrasits Franz
34 Berner Zserafin
32 Hütter Johann
36 Bathyani Filip Fürst
37 Jandrasits Johann

Am 1.10.1940 wurden St. Nikolaus und Krottendorf an die Großgemeinde Güssing angeschlossen.

Josef Reichl

zum Artikel
 

Güssing von 5000 vor Chr. bis heute (GESCHICHTE GÜSSINGS - JUNGSTEINZEIT BIS HEUTE):

JUNGSTEINZEIT ab 5. Jahrtausend v. Chr. zahlreiche frühgeschichtliche Funde im Raum Güssing - Steinbeile, Lochäxte, usw. - deuten auf eine frühe Besiedelung unserer Region
METALLZEITEN ab 1. Jahrtausend v. Chr. Funde aus diesen Zeiten:
Lanzenspitze auf dem Burgberg Güssing,
keltische Silbermünzen aus der Eisenzeit, sowie Goldmünzen;
Hügelgräber in Urbersdorf, Strem, Krottendorf, Güssing, u.a.).
ANTIKE
Röm. Provinz "Pannonien"
ab 15 v. Chr. Güssing gehört in dieser Zeit zum wenig bedeutenden Hinderland von "Claudia Savaria", dem heutigen Szombathely (Steinamanger) - Ungarn. Obwohl keine Geschichtsquelle von einer röm. Besiedelung in Güssing zeugt, wird dies durch den Fund einer römischen Grabsteinplatte, aus dem 1. Jhdt. n. Chr., im Klostergarten des Franziskanerklosters untermauert.
Die Übersetzung der Inschrift der Grabsteinplatte lautet: "Hier liegt die 55jährige Claudia Quarta (zur Claudischen Kolonie Savaria zugehörig). Ihr Sohn, der Bürger Claudius, ließ dieses Grabmal errichten. Letzterer liegt, 80jährig verstorben, ebenfalls hier."
Völkerwanderung Langobarden und Ostgoten ziehen durch unser Land
MITTELALTER ab 6. Jhdt Ansiedelung von slawischen Völkern unter awarischer Patronanz.
Nach Niederwerfung der Awaren ist Güssing ein Teil des fränkischen Universalreiches.
9. Jhdt. Bayrisch-fränkische Kolonisation
10. Jhdt. Magyarensturm; nach deren Niederwerfung 955 - Grenzschutzlinie der Ungarn
11. und 12. Jhdt. erste große deutsche Siedlungsperiode
12. Jhdt an der steirisch-österreichischen Grenze werden Grenzburgen errichtet.
1140 - 1150 Graf Wolfer und dessen Bruder Heinrich begründen das Geschlecht der "Grafen von Güssing". Wolfer wurde der Berg "Kiscen" zugewiesen auf dem er eine hölzerne Burg und ein Mönchenkloster errichten ließ. Die wahrscheinliche Bauzeit der Burg und der Jakobikirche liegt um 1150.
Die Benediktiner gründen eine Abtei und errichten das befestigte Kloster "...de Monte Quizin".
2. Hälfte 12. Jhdt. König Bela III (*1148, +1196) von Ungarn hebt das Kloster auf und entzieht Wolfers Sohn Güssing (um 1180). Mit dem, in die königliche Festung einbezogenen Kloster, soll die "Neue Burg" (Novum Castrum) ein Gegengewicht zur Riegersburg und zum befestigten Fürstenfeld bilden.
um 1220 ist die Burg im Besitz des Grafen Demetrius von Csak - bis zu dessen Tod
1241/42 Die Anlage trotz dem Ansturm der Tartaren (Mongolen).
1247 Bela VI. (*1206, +1270) beruft den Johanniterorden nach Güssing
um 1250 erfolgt ein verstärkter Ausbau der Burg
1273 Die Burg hält den Angriffen Ottokars von Böhmen stand.
um 1270 - 1300 Große Machtausdehnung der Güssinger Grafen (mit Güns als Stammsitz), die abermals die Festung Güssing erlangen. Unter Iwan (gest. 1308) und dessen Brüdern erfolgte die größte Machtentfaltung - Souveränitätsbestrebungen und Raubzüge an den Grenzen.
1289/90 "Güssinger Fehde" Der "vollkommene Tyrann" Iwan wird in drei Feldzügen vom Habsburger Herzog Albrecht (*1255, + 1308) von Österreich bezwungen; die Festung Güssing nimmt Berthold von Emmerberg ein. Nach kurzem habsburgischen Besitz gelangt die Herrschaft abermals in die Hände der Güssinger Grafen.
1327 - 1391 die Burg samt Herrschaft im Besitz der ungar. Krone
1336 König Karl I. Robert (*1291, +1342) von Ungarn, aus dem Haus Anjou, beendet endgültig die Macht der Güssinger.
1391 König Sigismund übergibt "Kyzung" an seinen Feldherrn Ladislaus von Saro ("von Leva") und erhält dafür 2 andere Burgen. In der Urkunde von 1391 werden erstmals sämtliche Güter die zur Burg Güssing gehörten, erwähnt: die Stadt Güssing, sowie weitere 25 Ortschaften von denen 5 bereits das Marktrecht besaßen - Rauchwart, Heiligenkreuz, Deutsch Kaltenbrunn, Stegersbach und Rudersdorf. Die Herrschaft erfährt unter Peter Cseh von Leva (Sohn von Ladislaus) riesigen Reichtum.
1458 Nikolaus Ujlaky (Mitglied der Habsburger-Partei in Ungarn) bemächtigt sich der Burg.
1459 Kaiser Friedrich III (*1415, +1493) wird auf Burg Güssing von 25 westungar. Magnaten zum König von Ungarn gewählt und somit Gegenkönig zum ungar. König Matthias Corvinus I. (*1443, +1490). Die Verschwörung bricht zusammen. Ujlaky huldigt dem ungar. König. Nach dem Tod von Ujlakys Sohn Lorenz fällt Güssing an die ungar. Krone zurück.
NEUZEIT
1500/10
Gründung des Augustinerklosters in Güssing
30.6.1524 Ludwig II. König von Ungarn und Böhmen überträgt Güssing an Franz I. Batthyany und dessen Neffen Christoph. Im folgenden Jahrhundert gelangt das südl. Burgenland und einige Landstriche Westungarns in Besitz des Geschlechts der Batthyany.
16. und 17. Jhdt. Batthyany sind Träger des Abwehrkampfes gegen die Osmanen (Türken) an der "Kanisischen Grenze" zwischen dem Plattensee und der Drau
1526 Franz I. Batthyany kämpft bei Mohacs gegen die Türken. König Ludwig II. fällt auf dem Schlachtfeld. Die Treue der Batthyany zu Herzog Ferdinand I. von Habsburg (*1503, +1564) wird mit der Übertragung von Schlaining und Rechnitz an die Batthyany belohnt.
ab 1529 Ansiedlung von Kroaten in den Gebieten um Güssing
1530 Kroatenansiedlung in Hasendorf
1532 Sultan Soliman II. verwüstet die Herrschaft Güssing
1538 PROTESTANTISMUS Lehre Luthers in Güssing
1539 Kroatenansiedlung in Sulz
1540 - 1580 Ausbau eines Großteils der äußeren Burgbefestigung
1545 Kroatenansiedlung in St. Nikolaus (1631 als selbständige Gemeinde erwähnt; ebenso wie Krottendorf)
um 1568 Pest
Gründung der Klosterbibliothek Balthasar Batthyany (*1542, +1590) gründet die Klosterbibliothek in Güssing (umfasst heute ca. 3484 Exponate). Carolus Clusius (Charles de l´Ecluse, *1526, +1609), arbeitet als Botaniker am Hof Batthyanys.
1570 Balthasar Batthyany wird Protestant. Die neue Lehre breitet sich ungehindert auf alle Besitzungen aus.
ab 1576 Stephan (Istvan) Beythe wird als Hofprediger nach Güssing berufen. Danach auch calvinische Prediger. Im ehemaligen Augustinerkloster wird eine protestantische Schule errichtet.
1582 - 1585 der protestant. Wanderbuchdrucker Johannes Manlius ist in Güssing tätig
1588, 1595 Pest
1595 - 1597 Johannes Manlius ist erneut in Güssing tätig
1603 Franz II. Batthyany (*1570, +1625), Schutzherr der Protestanten und Held in der Schlacht gegen die Türken wird in den Grafenstand erhoben.
1604 Körmend kommt zur Güssinger Herrschaft
1605 Bocskay-Aufstand: Güssing wird ein Raub der Flammen
1621 Pest
1629/30 GEGENREFORMATION Adam Batthyany wird Katholik
1632 die Untertanen sollen durch die Jesuiten zum kath. Glauben zurückgeführt werden
1634 Kloster und Kirche werden zerstört. Alle protestant. Geistlichen müssen die Herrschaft Güssing verlassen.
1639 Franziskaner kommen nach Güssing
um 1640  zählen zur Herrschaft Güssing 72 Dörfer
1644 Erwerb der Herrschaft Bernstein mit Pinkafeld
1648 Gründung des Franziskaner-Klosters durch Graf Adam Batthyany
1662 Adams Söhne Christoph (*1637, +1687), Begründer der älteren (fürstl.) Linie und Paul (*1639, +1674), Begründer der jüngeren (gräfl.) Linie teilen Herrschaft Güssing, Schlaining, Rechnitz und Bernstein.
1664 Schlacht gegen die Türken bei Mogersdorf unter General Raimund Fürst Montecuccoli (*1609, +1680) bei der auch die Brüder Batthyany siegreich waren
1683 Christoph Batthyany und dessen Sohn Adam II. huldigen zwar den Türken, nehmen aber mit den Grafen Draskovich und Nadasdy unter den kaiserl. Truppen deren Verfolgung auf.
1703 - 1709 Franz II. (gräfl. Linie) hält während des Kuruzzenaufstandes dem Kaiser die Treue.
Kuruzzen: Ungarische Aufständische nannten sich ab dem 15. Jhdt. Kuruzzen ("Kreuzträger"). Bei ihrem Aufstand unter Franz II. Rakaoczi gegen die Habsburger wurden ab 1703 Teile von Niederösterreich, sowie dem Burgenland und der östl. Steiermark (im Raum Lafnitz, Raab und Pinka) bis 1709 mehrmals überfallen und verwüstet. Zentrum der Verteidigung war Güssing. Bis 1711 Besetzung des Gebietes.
1709 Pest
1713 Pest
1741 Graf Ludwig Ernst Batthyany (*1696, +1765) bewegt ungarische Magnaten in Pressburg zur Kriegshilfe für Maria Theresia.
1761 Graf Ludwig Ernst Batthyany lässt ein Kastell am östl. Stadttor erbauen. Weiters Baubeginn des heutigen Schlosses Draskovich.
1763 Graf Karl Joseph Batthyany (*1698, +1772), seit 1748 Erzieher des späteren Kaisers Jospehs II., dann bis 1763 dessen Obersthofmeister, wird von Maria Theresia in den Fürstenstand erhoben.
1766 Die Theresianische Bauernschutzpolitik schafft zwar Roboterleichterungen für die Bauern, dennoch gibt es weiterhin Beschwerden über zu hohe Abgaben und Robotleistungen.
1776 Joseph Batthyany wird Erzbischof von Gran, bald darauf auch Kardinal
ab 1778 Weil die Funktion als Wehranlage nicht mehr vorhanden ist, beginnt die Abtragung der Burg. Die Waffen sowie die Munition werden veräußert und wegen der sehr hohen Steuerleistungen ("Dachsteuer") werden die Ziegel u.a. zum Bau von Maierhöfen, des Judengebäudes und der Mühlbachbrücke verwendet.
seit 18. Jhdt. Aufblühen der jüdischen Gemeinde in Güssing
1804 Fertigstellung des heutigen Schlosses Draskovich.
Die gräfliche Familie Draskovich von Trakostyan ist kroatischer Uradel (seit 1631 im Grafenstand), der sich zuerst nach der Burg Cetin nannte und um 1230 den Namen "Draskovics" vom Stammvater Dragos Mogorovics, Comes de Cetin, annahm.
1822 "Schul- und Rat-Haus" wird von der Bürgerschaft errichtet
1828 Vorläufer der Gendarmerie - die Panduren - werden erstmals erwähnt
1837 Graf Philipp Batthyany (*1781, +1870) erlaubt der Bevölkerung die Herstellung gebrannter Ziegel (bis dahin herrschaftl. Recht). Dadurch nimmt die Anzahl der gemauerten Häuser zu
1840 Jüdische Gemeinde in Güssing zählt 526 Mitglieder. Die neue Synagoge entsteht ("Judentempel" an der Stelle des heutigen Rathauses).
1841 Graf Karl Draskovich von Trakostyan heiratet Elisabeth, die Nichte des kinderlosen Fürsten Philipp Batthyany. Dadurch fallen die batthyanyschen Güter in Punitz, Heiligenkreuz und Güssing in den Besitz der Familie Draskovich.
1848/49 LIBERALISMUS Revolutionsjahre führen zur Bauernbefreiung. Der Großgrundbesitz in der heutigen Form entsteht.
1853 Eröffnung des Bezirksgerichtes
Das neue Steueramt erspart den Weg nach Steinamanger
ab 1867 Magyarisierungsmaßnahmen trüben das Verhältnis des Volkes zum ungar. Staat
1872 Gründung der "Güssinger Sparkasse"
1873 Gräfin Elisabeth von Draskovich hinterlässt 400 Gulden zur Errichtung eines Krankenhauses und 1244 Gulden zur Förderung der kath. Schule
1882 Bau der 1. Güssinger Wasserleitung unter Graf Paul Draskovich (+ 1889)
1886 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Güssing
1898/99 Baubeginn des Krankenhauses
1899 Eröffnung der Eisenbahnlinie Güssing - Körmend unter Graf Dionys Draskovich (+1909)
1900 Eröffnung des Krankenhauses
1901 Bau eine Rüsthauses für die FF Güssing
1906 Beginn der Anlegung des Fischteiches, Fertigstellung während des 1. WK
1907 Zerstörung des östlichen Stadttores
1. WELTKRIEG
1914 - 1918
Anlass war die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand (*1863, +1914) und seiner Gemahlin Sophie Herzogin von Hohenberg (*1868, +1914) in Sarajevo am 28.6.1914. Kriegserklärung an Serbien 28.7.1914 - Waffenstillstand am 11.11.1918.
Metallwaren wie Glocken, Orgelpfeifen, Kessel, usw. müssen abgeliefert werden, um damit Waffen und Munition herzustellen. Schmuggelwesen im Grenzgebiet. Die Kriegsgefangenen der serbischen und russischen Armee werden in Güssing als Arbeiter eingesetzt.
Güssing verzeichnet 50 gefallene Soldaten.
12.11.1918 Ausrufung der "Republik Deutsch-Österreich" vor dem Parlament in Wien (1. Republik)
10.9.1919 Im Schloß Saint-Germain in Paris unterzeichnet Staatskanzler Karl Renner als Leiter der österreichischen Delegation zur Friedenskonferenz nach dem 1. Weltkrieg den Vertrag zwischen Österreich und den 27 "alliierten und assoziierten Mächten", der 381 Artikel in 14 Teilen umfasst. Die deutschsprachigen Gebiete West-Ungarns (Burgenland) wurden Österreich zugesprochen. Der Anschluss an Deutschland wurde verboten, der Staatsname von Deutsch-Österreich auf Österreich abgeändert
1919/1920 Elektrisches Licht in Güssing
4.6.1920 Endgültige Entscheidung für den Anschluss an Österreich
1921 Ungarn will die Beschlüsse von Saint-Germain nicht anerkennen. Ungarische Freischärler besetzen Teile des heutigen Burgenlandes und schlagen vorübergehend im Kastell Batthyany ihre Befehlsstelle auf.
Entente - Kommission gegen die bewaffnete ungarische Übermacht in Güssing
August bis September - Kämpfe zwischen österreichischen Gendarmen und "westungar. Aufständischen".
Am 28.11.1921 zieht das österreichische Bundesheer in Güssing ein.
1922/23 1. Massenauswanderung nach Amerika
25.3.1923 1. Demokratische Gemeinderatswahlen in Güssing
6.3.1924 1. Klasse der Bürgerschule Güssing wird eröffnet.
1925 Hochwasserkatastrophe
1.3.1928 Bürgerschule übersiedelt in den Neubau in der Grabenstraße
1931 Dr. Ladislaus Batthyany-Strattmann (*1870, +1931) - "Arzt der Armen" - wird in der Familiengruft der Klosterkirche in Güssing beigesetzt. 1900 promovierte er an der Universität Wien zum Doktor der Medizin, errichtete in Kittsee und Körmend Privatspitäler, war anerkannter Augenfacharzt und Träger der höchsten Ordensauszeichnung der Monarchie - dem "Orden des Ritters vom Goldenen Vlies". Er stand zahllosen Kranken und Hilfsbedürftigen selbstlos zur Seite.
30er Jahre bedingt durch die Weltwirtschaftskrise steigt die Auswanderungswelle weiter an
5.5.1934 Dr. Otto Habsburg und Engelbert Dollfuß werden Ehrenbürger der Gemeinde
1934 das "Turnerbad" wird errichtet
1938 Bundeskanzler Kurt Schuschnigg besucht Güssing
März 1938 Anschluss an das Deutsche Reich
5.4.1938 Gründung der Molkereigenossenschaft Güssing
10.4.1938 Volksabstimmung über den Anschluss an das Deutsche Reich - 1234 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen
15.10.1938 Eingliederung des Bezirkes Güssing in den Kreis Fürstenfeld - Gau Steiermark
2. WELTKRIEG
1939 - 1945
Opferbilanz: 112 Gefallene, 32 Vermisste
13.9.1940 Suspendierung der Franziskanerpatres vom Religionsunterricht
1.10.1940 St. Nikolaus und Krottendorf werden an die Gemeinde Güssing angeschlossen
1.11.1944 Bombenangriff der Alliierten auf Güssing - 2 Todesopfer
12.4.1945 Einmarsch der Roten Armee - die Besatzungssoldaten bleiben bis 1955
ab 1945 WIEDERAUFBAU
1945/47 Sowjetische Kommandantur in Güssing
1949/50 Bau der neuen Volksschule und der Bauernschule
ab 1950 BURGSPIELE GÜSSING: Burgspiele fanden sieben Jahre lang zur Sommersonnenwende im weitläufigen Burghof statt. Die historischen Dramen "Iwein der Mächtige", " Im Zeichen des Halbmondes", "Im Zeichen des Kreuzes", "Husaren und Janitscharen" und "Grenzlandschicksal" wurden 1950 bis 1956 von einem engagierten Laienensemble aufgeführt. Infolge organisatorischer Probleme und Verlagerung der Interessen der Verantwortlichen gerieten die beliebten Burgspiele wieder in Vergessenheit.
15.12.1950 Dr. Karl Renner wird Ehrenbürger der Gemeinde Güssing
1953/55 Bau des Rathauses (an der Stelle des ehemaligen "Judentempels")
1956/57 in Güssing werden ca. 25.000 ungarische Flüchtlinge betreut
1962 Eröffnung der Kaserne
1963 Eröffnung des Schwimmbades (Baubeginn war 1959)
5.9.1963 Eröffnung des musisch.-pädag. Bundesrealgymnasiums
1965 Hochwasserkatastrophe
Eröffnung des neuerbauten Kindergartens
1969 - 1971 Gebäude der Bezirkshauptmannschaft Güssing und des Postamtes werden neu errichtet.
Das "Post- und Telegrafenamt Güssing" war zuvor in einem 1911/12 errichteten Gebäude untergebracht
1.1.1971 Urbersdorf, Glasing und Steingraben werden mit der Großgemeinde Güssing zusammengelegt.
1970 - 1973 Bau des neuen musisch.-pädag. Bundesrealgymnasiums
1971 - 1974 Bau der neuen Hauptschule
11.4.1973 Stadterhebung und Wappenverleihung
1977 Eröffnung des Kulturzentrums Güssing
1990 1. Landesausstellung auf der Burg Güssing "Die Ritter". Ein überragender Erfolg!
1991 Ausstellung "Folterinstrumente im Mittelalter"
1992 Landesausstellung "... nach Amerika"
1993 Ausstellung "Nostalgie"
Einweihung des Altenwohn- und Pflegeheimes der Jungarbeiterbewegung in Güssing mit dem Namen "Haus Sankt Franziskus".
Winter 1993/94 Das Fernheizwerk Güssing versorgt zahlreiche öffentliche Bauten und Privathäuser mit Fernwärme mittels Biomasse. Güssing ist "Europäisches Zentrum für erneuerbare Energie".
1994 Ausstellung "Märchen"
Wiederbelebung der BURGSPIELE GÜSSING "Iwein, der Mächtige"
1995 BURGSPIELE GÜSSING - "Süleyman, der Prächtige"
1996 Ausstellung "Gemeinsame Grenzen"
BURGSPIELE GÜSSING - "Teufel, Tod und Hex"
Gründung des UTC-Güssing als eigener Verein
1997 Ausstellung "Sagenhafte Welt - Welt der Sagen"
BURGSPIELE GÜSSING - "Die weiße Frau"
1998 BURGSPIELE GÜSSING - "Der Tribun"
1999 BURGSPIELE GÜSSING - "Landflucht", Regie: Frank Hoffmann
2000 Bau eines Aufzuges auf die Burg Güssing
BURGSPIELE GÜSSING - "Landflucht", Regie: Frank Hoffmann
2001 BURGSPIELE GÜSSING - "Der Kampf ums Recht", Regie: Frank Hoffmann
Eröffnung des WIM-Centers (Einkaufszentrum) in der Schulstraße
2002 Ausstellung "400 Jahre Kunstschaffen"
Eröffnung des Technologiezentrums in Güssing
BURGSPIELE GÜSSING - "Am Grenzweg" (vom Leben und Tod des Betyáren Savanyú Jósko), Regie: Frank Hoffmann
2003 BURGSPIELE GÜSSING - "Der Güssinger Jedermann", Regie: Frank Hoffmann
1. Öko-Energie-Marathon in Güssing
Eröffnung des Com.Inn-Hotels
2004 BURGSPIELE GÜSSING - "Die Kreuzelschreiber", Regie: Frank Hoffmann
Ausstellung "Batthyány Herrschaftsgeschichte", "Kirchliches Tafelsilber"
2. Öko-Energie-Marathon in Güssing
   
   
22.01.2012 Schwarzenegger besucht im Jänner 2012 die Ökomusterstadt. Arnold Schwarzenegger erwähnt die Stadt Güssing immer wieder in seinen Vorträgen. Sein Besuch in Güssing zählt sicherlich zu den Highlights in der Geschichte von Güssing.
   

Die Türken in Güssing (Sage)

Bei der Belagerung der Burg Güssing durch die Türken gab es einen langen Kampf. Vergebens hatte der Feind die auf einem steilen Felsen gelegene Burg bestürmt. Die Tapferkeit der Verteidiger vereitelte jeden Erfolg. Als die Türken endlich erkannten, das die Burg mit Waffengewalt nicht zu erobern sei, wollten sie die Besatzung durch Aushungerung zur Übergabe zwingen.

Lange dauerte die Belagerung schon, und trotz aller Einschränkung gingen die Lebensmittel in der Burg allmählich zur Neige. Es war den tapferen Verteidigern klar, dass sie sich nicht mehr lange halten konnten. Da wollte es der Burgherr in der äußersten Not noch mit einer List versuchen, um die Belagerer zu täuschen und sie zum Abzug zu veranlassen.

Er ließ den noch vorhandenen bescheidenen Mehlvorrat herbeischaffen, der aber so gering war, dass er kaum ein kleines Körbchen füllte. Bei Nacht stellte man ein großes Mehlfass auf die äußere Burgmauer, so zwar, dass der Boden des Fasses nach oben zu stehen kam. Darauf schüttete man die geringe Mehlmenge, so dass es den Anschein hatte, als sei das Fass bis über den Rand gefüllt und noch Mehl im Überfluss in der Burg vorhanden. Bei Tagesanbruch ließ der Burgherr den letzten Ochsen, der noch in der Feste am Leben war, hinter der Burgmauer herumtreiben und so heftig mit Knütteln schlagen, dass das schmerzgequälte Vieh unaufhörlich brüllte. Den Belagerern sollte dadurch vorgetäuscht werden, dass noch eine ganze Herde von Schlachtvieh in der Burg vorhanden sei.

Als die Türken das anhaltende Ochsengebrüll hörten und das übervolle Mehlfass auf der Burgmauer stehen sahen, glaubten sie wirklich, die Belagerten seien mit Vorräten noch im Überfluss versorgt und es sei daher zwecklos, noch länger auf eine Hungersnot in der Burg zu warten. Sie hoben die Belagerung auf und zogen noch am selben Tag eine halbe Stunde vor Mittag von Güssing ab.

Zur Erinnerung an diese Rettung aus der Türkengefahr wurden seit dieser Zeit die Glocken in der alten Pfarrkirche zu Güssing täglich um halb zwölf Uhr geläutet
.

 

Scheune aus St. Nikolaus:

Im Österreichischen Freilichtmuseum in Gerersdorf bei Güssing befindet sich eine aus grob behauenen Hölzern in überkämmtem Blockbau errichtete Scheune aus St. Nikolaus bei Güssing. Die Scheune wurde im 18. Jahrhundert errichtet und im Jahr 1967 nach Gerersdorf übertragen. Die Scheune ist so gebaut, dass zwischen den Zimmerungskränzen Zwischenräume für die Belüftung des darin gelagerten Heus vorhanden sind, sodass keine Gefahr der Selbstentzündung entstehen konnte.

Quelle: Österreichisches Freilichtmuseum