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Die Mur (slowenisch, kroatisch und ungarisch Mura), ist
ein Fluss, der durch Österreich, Slowenien und Kroatien fließt und in Teilen
seines Verlaufs auch die Grenze zwischen den drei Staaten bildet.
Verlauf: Die Mur entspringt südöstlich des Murtörls
(2.260 m) in der so genannten Schmalzgrube auf einer Höhe von 1.898 m ü. A. in
den Niederen Tauern (an der Grenze zu den Hohen Tauern) im Salzburger Lungau,
fließt weiter als Hauptfluss durch die Steiermark und ihre Hauptstadt Graz. In
der Südsteiermark bildet sie die Grenze zu Slowenien. Sie mündet nach 453 km bei
Legrad an der kroatisch-ungarischen Grenze in die Drau.
Kurz davor mündet der Principáliskanal in sie ein, der die
Zala mit der Mur verbindet.
Natur und Umwelt: Schon an ihrem Oberlauf in
Österreich zählte die Mur bis in die späten 1980er-Jahre vor allem durch
Abwässer der an ihren Ufern und Zuflüssen angesiedelten Papierindustrie in Pöls,
Niklasdorf und Gratkorn sowie der Schwerindustrie (Voestalpine Donawitz) zu den
am stärksten verschmutzten Flüssen Österreichs.
Heute ist die Mur in ihrem langsam fließenden steirischen Bereich südlich von
Graz weitgehend saniert und weist eine zufriedenstellende Gewässergüte auf, wie
die Rückkehr einiger sensibler Fischarten (z.B. der Äsche) beweist.
In Stauraum des Murkraftwerkes Gralla haben sich auch zahlreicher Wasservögel
angesiedelt. Bei der dort errichteten Beobachtungsstation kann man verschiedene
Entenarten, Schwäne und Reiher (wie Silberreiher und Graureiher) beobachten. Mit
etwas Glück bekommt man auch einen Eisvogel zu sehen. Über das Aufstauen des
Flusses aufgrund der Wasserkraftwerke und der Anhebung des Grundwasserspiegels
konnten sich zumindest teilweise in den nicht durch intensiven Ackerbau (zumeist
Maisanbau) genutzten Flächen wieder Landschaften entstehen, die der Aulandschaft
vor den Regulierungsmaßnahmen zumindest ähnlich sind.
Angrenzend an den Fluss sind dort wo keine landwirtschaftliche Nutzung der
angrenzenden Flächen erfolgt, Feuchtwiesen oder Auwald vorhanden. Die typischen
Pflanzenarten, wie Sumpfdotterblumen findet man an den angrenzten Wiesen oder
bewalteten Flächen neben der Mur (z.B. in der Höhe des Flusskraftwerks
Gabersdorf).
2001 wurde die Mur von der steiermärkischen Landesregierung zum Fluss des Jahres
gekürt.
Nutzung: Der Fluss wird in der Steiermark durch
zahlreiche Wasserkraftwerke, wie in Leoben, Pernegg an der Mur, Gralla,
Obervogau, Gabersdorf oder Spielfeld, für die Stromerzeugung genutzt. Daneben
sind weitere vier Projekte im Großraum Graz in Planung, in Stübing, Gratkorn,
Gössendorf und Kalsdorf, um den Anteil an erneuerbarer Energie möglichst
auszunutzen.
Ein im Juni 2010 im Rahmen des Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren
erstelltes Gutachten bescheinigt dem Projekt für die Staustufe Gratkorn negative
Auswirkungen auf den Fischbestand. Bemerkenswert hierbei ist, dass das Gutachten
des Gewässerökologen Clemens Gumpinger nicht von Gegnern des Projekts, sondern
von der Verbund AG, dem Projektwerber selbst, beauftragt wurde.
Nach der Fertigstellung ist mit dem weitgehendsten Verschwinden von 21
Fischarten zu rechnen. Neben dem bereits auf der Roten Liste gefährdeter Arten
befindlichen Huchen wären Äsche und Strömer am stärksten betroffen. Die
geplanten Fischaufstiegshilfen könnten von den Fischen zwar überwunden werden,
sie würden damit jedoch lediglich ins nächste Staugebiet gelangen. Viele
Fischarten in der Mur benötigen für die Fortpflanzung jedoch fließendes
Gewässer.
Schiffsmühlen auf der Mur: In der Mur befinden sich
heute noch drei der inzwischen selten gewordenen Schiffsmühlen, auf dem Wasser
schwimmende und zum Ufer hin vertäute Kähne, die als Doppelrumpf durch Balken
miteinander verbunden sind und zwischen denen ein Wasserrad von der
Flussströmung unterschlächtig angetrieben wird.
Die erste der drei Schiffsmühlen auf der Mur befindet sich in Mureck, zwischen
Spielfeld und Bad Radkersburg an der slowenischen Grenze. Sie ist im Winter
2005/2006 auf Grund gelaufen. Nach einem Abgang der Originalausführung mit
Totalschaden bildet die heutige einen authentischen Nachbau und ist ein
attraktiver Anziehungspunkt für Besucher. Um den Erhalt kümmert sich ein Verein.
Die zweite Mühle findet man stromabwärts in Slowenien in der Nähe von Veržej,
nördlich von Ljutomer. Als „Babič-mlin“ bekannt, ist sie eine im Original
erhaltene Mühle, deren Wasserrad mit Getriebe auf dem Wasser schwimmt, während
das Mühlenhaus am Flussufer steht. Die Kraftübertragung zum Land hin erfolgt
über einen Seiltrieb. Die Mühle wird in Privatbesitz betrieben und ist ein
beliebtes Ziel für Touristen aus der Umgebung.
Die dritte Schiffsmühle ist ein authentischer Nachbau von einem Typ, wie er
häufig an der Mur zu finden war. Sie liegt etwas stromaufwärts von Mursko
Središće im Länderdreieck von Slowenien, Kroatien und Ungarn am kroatischen
Ufer. Wie in Mureck trägt der landseitige Ponton das Mühlenhaus während der
stromseitige Schwimmer das Gegenlager des Mühlrades aufnimmt. Es gibt noch eine
weitere Schiffsmühle auf der Mur, allerdings als Wrack im Trockenen auf dem
Gelände des Thermalbades in Lendava, Slowenien.
Text: Wikipedia |