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Der Hornád (ungarisch Hernád, deutsch selten Kundert) ist
ein 286 km langer Fluss in der Ostslowakei und im nordöstlichen Ungarn. 195
Kilometer Flusslänge verlaufen auf slowakischem Territorium.
Er ist der viertgrößte Fluss der Slowakei und wegen seines malerischen Oberlaufs
im Slowakischen Paradies eine beliebte Urlaubsregion. In den Bergen südlich
seines Verlaufs werden seit dem Mittelalter verschiedene Erzlagerstätten
ausgebeutet, die der Mittelslowakei früher zu gewissem Wohlstand verholfen
haben.
Der Fluss entspringt zwischen der Niederen Tatra und den Ausläufern des
Slowakischen Erzgebirges, etwa 20 km südwestlich von Poprad.
Auf seinem teilweise gewundenen Lauf tangiert der Hornád die kulturhistorisch
bekannte Landschaft Zips (siehe Karpatendeutsche und Meister Paul von Leutschau)
und fließt durch die Stadt Spišská Nová Ves. Im Gegensatz zu den anderen großen
Flüssen des Landes wie die Waag oder Hron fließt der Hornad ostwärts, sodass er
mit der Waag eine die Slowakei teilende Ost-West-Achse bildet. Diese typische
Parallelstruktur von großen Tälern ist für alpidische Gebirge typisch und findet
sich - praktisch spiegelverkehrt - auch in den großen Längstälern Österreichs.
Die Ursache dieses Talverlaufs ist großteils in geologischen Störungslinien
begründet, die nach dem Schweizer Geophysiker A.E. Scheidegger mit den
großräumigen Kluftsystemen der verschiedenen orogenen Phasen der Erdgeschichte
zusammenhängen. Sie machen die Landschaft des Hornad-Oberlaufs äußerst
abwechslungsreich, die deshalb auch Slowakisches Paradies genannt wird.
Nach einem Drittel des Flussverlaufs nimmt der Hornad den Fluss Hnilec auf und
bildet dort - zwischen 1200 Meter hohen Bergketten - einen etwa 20 km langen
Stausee. Danach tritt der vereinigte Fluss aus dem Slowakischen Erzgebirge in
eine breite Ebene aus, die inzwischen vom Industriegebiet der ostslowakischen
Großstadt Kosice eingenommen wird. Die Stadt mit ihrer berühmten frühgotischen
St. Elisabeth-Dom liegt hoch über dem Fluss auf einer Talschulter, und etwas
südlicher der schon um 1200 gegründete Ort Krásna nad Hornádom .
Bei Kosice wendet sich das Tal nach Süden und erreicht nahe der ungarischen
Grenze einen trichterförmigen Ausläufer der Großen Ungarischen Tiefebene, die er
auf ungarischem Staatsgebiet weitere 100 km durchläuft. Östlich der
Universitätsstadt Miskolc
vereinigt sich der nun Hernád benannte Fluss mit dem etwa gleichgroßen
Sajó, um 10 km weiter seine wasserreiche Flut in
die Theiß zu ergießen. Vom riesigen
Einzugsgebiet dieses größten Nebenflusses der Donau (160.000 km², fast 2-mal
Ungarn) entfallen auf Hornad und Sajó knapp 10
Prozent.
In Mitteleuropa gibt es nur wenige Flüsse, die an Vielfalt der Landschaft und
durchquerten Geologie dem Hornád nahekommen. Dennoch ist seine Region
touristisch noch weitgehend unerschlossen - im Gegensatz zu den Tälern und
Städten seiner westlichen "großen Schwester", der Waag.
Quellen:
Istituto Geografico de Agostini, Großer Weltatlas, München/Novara 1985
Brockhaus, Allbuch in 5 Bänden und einem Atlas, Band 2, 5 und 6, Wiesbaden
1958-1960
Hydrologie der Donau (4-sprachig), 270 p., Publ.Prihoda, Bratislava 1988. |