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Eger (dt.: Erlau, serb. und kroat.: Jegar oder Jegra, tsch.:
Jager, slowak.: Jáger, pol.: Jagier, türk.: Eğri, Lateinisch: Agria) ist eine
Stadt im Norden Ungarns mit ca. 56.000 Einwohnern. Es ist eine der ältesten
Stadtgründungen Ungarns und der Komitatssitz des
Komitats Heves.
Bekannt ist Eger durch die großen Weinanbaugebiete in der Umgebung, die neben
anderen Weinsorten auch den bekannten Rotwein Erlauer Stierblut (Egri bikavér)
hervorbringen. In der Stadt gibt es zahlreiche Weinstuben und traditionelle,
teils unterirdische, Weinkeller. Das Stadtbild ist außerdem geprägt durch
barocke Bauten, das Minarett aus der Zeit der osmanischen Herrschaft, die
mittelalterliche Burg und durch die Basilika, die nach der in Esztergom die
zweitgrößte in Ungarn ist.
Ferner ist Eger für seine Thermalquelle und das Thermalbad bekannt. Das
Thermalbad befindet sich direkt neben dem großen Stadtpark und ist für Jung und
Alt geeignet. Es gibt Becken mit unterschiedlichen Wasserarten und
-temperaturen. Im Sommer ist das Bad sehr gut besucht. Eger hat durch die
Thermalquellen immer schon einen Bezug zum Baden und zum Wassersport. Die
Förderung von möglichen Talenten beginnt schon im Schulalter und wird durch den
Stundenplan unterstützt. Eger hat eine der stärksten Wasserball-Mannschaften im
Land und die verschiedenen Schwimmteams erringen oft hohe Medaillenplätze.
Geschichte: Die Gebiete von Eger sind seit der Steinzeit bewohnt. Zuerst
lebten hier germanische und slawische Stämme. Im 10. Jahrhundert begannen Ungarn
hier zu siedeln. Bereits Anfang des 11. Jahrhunderts wurde Eger von dem ersten
König von Ungarn, Stephan I. zum Bischofssitz ernannt. Das damals errichtete
Gebäude, das nicht mehr existiert, stand auf dem heutigen Burgberg, von da aus
wuchs die Ortschaft über die Jahre. Eger war also von Anfang an ein wichtiges
Religionszentrum.
1241 wurde Eger von den Mongolen vollständig zerstört und die meisten Einwohner
getötet.
Während der Regierungszeit von Matthias Corvinus im 15. Jahrhundert erlebte die
Stadt sowie ganz Ungarn ihre Renaissance.
Zur Zeit der Türkenkriege war die Stadt immer wieder Angriffen ausgesetzt. Im
Jahr 1552 konnte ein kleines Heer (weniger als 2100 Mitbewohner und Soldaten
unter der Führung von István Dobó) die Stadt noch vor einer riesigen osmanischen
Übermacht verteidigen (beschrieben u.a. in dem Roman "Egri Csillagok/Sterne von
Eger" von Géza Gárdonyi). Es war die erste große Niederlage der Türken, und
Europa atmete bereits erleichtert auf.
1596 wurde Eger jedoch eingenommen und blieb 91 Jahre unter osmanischer
Herrschaft. In dieser Zeit entstanden Moscheen und Bäder - das heute noch
erhaltene Minarett gilt als das nördlichste historische Bauwerk der Osmanen.
Nach der türkischen Belagerung von Wien (1683) gelang es im Gegenstoß den
Habsburgern, die Osmanen aus Mitteleuropa zu vertreiben. Unter der Führung Karl
von Lothringens wurde Eger 1687 zurückerobert. Bis 1701 eroberten die
habsburgischen Armeen fast ganz Ungarn zurück.
Ihre Blütezeit erlebte die Stadt ab Mitte des 18. Jahrhunderts, als die heute so
bezeichnenden Barockgebäude errichtet wurden.
Während des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt von mehreren Bränden und Epidemien
(Cholera) heimgesucht.
1804 wurde die Stadt zum Erzbischofssitz ernannt.
Partnerstädte:
Esslingen am Neckar (Deutschland)
Tscheboksary (Russland)
Gainesville (USA, Georgia)
Gheorgheni (Gyergyószentmiklós, Rumänien)
Kutná Hora (Kuttenberg, Tschechien)
Mâcon (Frankreich)
Turkei Pamukkale Denizli (Türkei)
Pori (Finnland)
Przemyśl (Prömsel, Polen)
Sarzana (Italien)
Slowakei (Unterkubin, Slowakei)
Klima: Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Ganzes Jahr
Durchschnittstemperatur (°C) 0,9 3,7 10,1 15,9 21,6 25 27,3 26,6 22,3 15,6 7,7
3,1 15
Minimale Durchschnittstemperatur (°C) -5,7 -4,5 -0,2 4,3 9,7 12,5 13,9 13,4 9,6
4,5 0,5 -3
Niederschlag (mm) 30 28 35 48 64 77 63 59 45 49 50 42 590
Stadtteile: Eger besteht aus 20 Stadtteilen. Almagyar ist der eleganteste
Stadtteil mit einigen Gebäuden der Eszterházy-Hochschule. Der nördlichste
Stadtteil Almár beherbergt Wochenendhäusern. Belváros (Innenstadt) ist der
Barockstadtteil mit der berühmten Eszterházy-Hochschule. Die Wohnsiedlung Berva
wurde für die Industriearbeiter der Gegend errichtet. Cifra hóstya liegt
nördlich vom Zentrum, mit sehr vielen engen Straßen. Érsekkert
(Erzbischofsgarten) ist der größte Park der Stadt mit Schwimmhallen und
Sportanlagen.
Bis zum letzten Jahrhundert war Felnémet ein Vorort von Eger, dann wurde es an
die Stadt angeschlossen. Das dörfliche Aussehen hat der Stadtteil bewahrt.
Felsőváros (Oberstadt) besteht hauptsächlich aus Blockhäusern. Károlyváros
(Karlstadt) ist der größte Stadtteil und westlich vom Zentrum zu finden. Der
bekannteste Stadtteil mit sehr vielen Weinkellern ist Szépasszonyvölgy (Schönfrauental).
Der Legende nach sollen die türkischen Opfer der Belagerung 1552 in Tetemvár
(Leichenburg) begraben worden sein.
Weitere Stadtteile sind Hatvani hóstya, Ipari Park (Industriegelände),
Lajosváros (Ludwigstadt), Maklári hóstya - Tihamér, Rác hóstya, Vécsey-völgy (Vécseytal),
der historische Stadtteil Vár (Burg) und die Gartenstädte Hajdúhegy (Hajdúberg)
und Pásztor-völgy (Schäferthal).
Sehenswürdigkeiten:
Basilika
Burg und
István-Dobó-Museum
Minarett der
Kethuda-Moschee (nördlichstes osmanisches Bauwerk)
Minoritenkirche Sankt-Antonius
Dobó Platz
Aladár-Bitskey-Schwimmhalle
Barockgebäude
der Kossuth-Straße
Szépasszonyvölgy (Schönfrauenthal) - mit den Weinkellern
Rác-templom
(Serbische Griechisch-orthodoxe Kirche)
Karl-Eszterházy-Hochschule
Fazola Tor
Galerie.
Text: Wikipedia

Haupteingang der Basilika, Autor: Wojsyl |