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Budapest ist die Hauptstadt und
zugleich größte Stadt der Republik Ungarn. Mit etwa 1,7 Millionen Einwohnern
(Stand März 2007) ist Budapest die neuntgrößte Stadt der Europäischen Union. Die
Einheitsgemeinde Budapest entstand 1873 durch die Zusammenlegung der zuvor
selbständigen Städte Buda, Pest und Óbuda. Der Name Budapest selbst tauchte
zuvor nicht auf, üblich im Sprachgebrauch war Pest-Buda.
Geographische Lage: Budapest liegt an der Donau, die an dieser Stelle das
ungarische Mittelgebirge verlässt und in das ungarische Tiefland fließt. Die
höchste Erhebung in Budapest ist der 527 Meter hohe János-Berg. Geotektonisch
gesehen liegt die Stadt auf einer Bruchstelle, deshalb ist besonders Buda so
reich an Thermalquellen.
Klima: Wegen der Binnenlage und der abschirmenden Wirkung der Gebirge hat
Budapest ein relativ trockenes Kontinentalklima mit kaltem Winter und warmem
Sommer. Die mittleren Temperaturen liegen im Januar bei -1 °C sowie im Juli bei
22 °C. Im Frühsommer sind die ergiebigsten Niederschläge zu verzeichnen. Die
mittlere Niederschlagsmenge beträgt im Jahr rund 600 Millimeter.
Geschichte: Budapests Geschichte beginnt um 89 mit der Gründung eines
römischen Militärlagers in ehemals vom keltischen Stamm der Eravisker
besiedelten Gebiet. In der Folge entstand um das Lager die römische Siedlung
Aquincum, die zwischen 106 und 296 Hauptstadt der Provinz Pannonia Inferior war.
Unter römischer Herrschaft prosperierte die Stadt, es lassen sich ein
Statthalterpalast, mehrere Amphitheater und Bäder nachweisen, außerdem wurde die
an der gefährdeten römischen Donaugrenze gelegene Stadt mit einer Mauer
versehen. Am Ende des 4. Jahrhunderts kam es im Zuge der Völkerwanderung
vermehrt zu Einfällen germanischer und hunnisch-alanischer Stämme; nach dem
Zusammenbruch des Römischen Reiches und dem Ende der Völkerwanderung siedelte
hier zunächst eine slawische Bevölkerung, die aber ab 896 von Ungarn, uralischen
Völkern, die in die pannonische Tiefebene einwanderten, verdrängt wurden.
Die später christianisierten und sesshaft gewordenen Ungarn wohnten in Dörfern
mit Kirchen und betrieben Ackerbau und Viehzucht. Im Zentrum wichtiger
Verkehrswege gewann Pest immer mehr an Bedeutung. Bereits zu dieser Zeit
entstand über die Donau (etwa bei der heutigen Elisabethbrücke) ein reger
Fährverkehr zum gegenüberliegenden Buda. Mit der Krönung Stephans I. 1000/1001
zum ersten König von Ungarn bauten die Ungarn ihre Vorherrschaft aus. Durch den
Einfall der Mongolen ("Mongolensturm") 1241 kam es nach der Schlacht bei Muhi
fast zur völligen Zerstörung. Die königliche Residenz wurde zunächst nach
Visegrád verlegt. 1308 wurde die Stadt erneuert und 1361 Hauptstadt des
Königreiches. 1514 fand ein Bauernaufstand statt.
Ab 1446 griffen die Osmanen immer wieder Ungarn an, was in der Besetzung des
größten Teils des Landes gipfelte. So fiel Pest 1526 und das durch die Burg
etwas geschützt Buda 15 Jahre später. Die Hauptstadt des noch unbesetzten
Ungarns, das fast nur noch aus der heutigen Slowakei bestand, wurde von 1536 bis
1784 Preßburg. Während Buda zum Sitz des türkischen Gouverneurs wurde, fand Pest
kaum mehr Beachtung und verlor einen großen Teil seiner Einwohner.
Schließlich gelang es den Habsburgern, die seit 1526 Könige von Ungarn waren,
die Osmanen zu vertreiben und Ungarn wieder herzustellen. Für die Bevölkerung
von Buda und Pest änderte sich allerdings nur wenig, sie wurde weiterhin von
Fremden verwaltet und musste sehr hohe Steuern zahlen. Die Einwohner wehrten
sich in einem Aufstand, der aber niedergeschlagen wurde. Pest war seit 1723 der
Sitz der administrativen Verwaltung des Königreiches. Es wurde trotz der
widrigen Verhältnisse und eines verheerenden Hochwassers 1838 mit 70.000 Opfern
zu einer der am schnellsten wachsenden Städte des 18. und 19. Jahrhunderts. 1780
wurde Deutsch von den Habsburgern als Amtssprache eingeführt. Dies geschah auch,
um die immer wieder aufflammenden revolutionären Bewegungen besser kontrollieren
zu können. Damit wurde man auch den regelmäßig ins Land gerufenen deutschen
Siedler gerecht, die mittlerweile große Stadtteile besiedelten. Das Kernland der
Kroaten, etwa das Gebiet des heutigen Kroatiens, war jahrhundertelang durch eine
Personalunion mit Ungarn verbunden und Budapest unterstellt. Sie bezeichnen die
Stadt auch heute noch als Budimpesta (kroat. Budim für den Stadtteil Buda und
Pesta für Pest). Diese Bedeutung für viele Völker ist der Grund, dass viele
Länder eigene Namen für die Stadt und ihre Stadtteile, Kirchen und Brücken
haben.
Einer der Hauptgründe für den Aufschwung Budapests war die Existenz einer Brücke
im Sommer, welche aus aneinander befestigten Booten bestand. Die Kettenbrücke
(ungarisch Széchenyi Lánchíd) überspannt hier in Budapest die Donau. Sie wurde
in der Zeit von 1839 bis 1849 als erste feste Brücke auf Anregung des
ungarischen Reformers Graf István Széchenyi erbaut. Angeregt wurde er dazu,
nachdem er eine Woche lang warten musste, um zum Begräbnis seines Vaters ans
andere Ufer zu kommen. Den ungarischen Namen trägt sie ihm zu Ehren. Sie ist die
älteste und bekannteste der neun Budapester Brücken über die Donau. Sie war bei
ihrer Einweihung 1849 die erste Donaubrücke flussabwärts von Regensburg.
Während der ungarischen Revolution 1848 war Budapest einer der Hauptplätze der
Unruhen, mit denen die Ungarn gegen die reformfeindliche Unterdrückung durch die
Habsburger ankämpften. Zwar wurde der Aufstand letztlich mit Hilfe Russlands
blutig niedergeschlagen, aber die Ereignisse von 1849 führten 1867 indirekt in
den Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn. Damit wurde Ungarn weitgehend
unabhängig. Symbol des Ausgleichs war der jährliche mehrwöchige Aufenthalt
Kaiser Franz Josephs in Budapest. Als König von Ungarn residierte er auf der
Budaer Burg und nahm in dieser Zeit - in ungarischer Sprache und in eine
ungarische Uniform gekleidet - mit den Ministern Ungarns und dem königlich
ungarischen Reichstag seine ungarischen Ämter wahr.
Die Zusammenlegung von Buda, Óbuda und Pest war schon 1849 unter der
revolutionären Regierung Ungarns verordnet worden. Als die Habsburger ihre Macht
wiederherstellten, widerriefen sie diesen Beschluss. Erst 1872, fünf Jahre nach
dem Österreichisch-Ungarischem Ausgleich von 1867, kam es endgültig zur
Vereinigung der beiden Stadthälften. Vorausgegangen war bereits 1870 die
Gründung eines „Hauptstädtischen Rates für öffentliche Arbeiten“, der die
bauliche und infrastrukturelle Entwicklung der Gesamtstadt koordinieren sollte.
Zur Jahrtausendfeier der "Landnahme" der Ungarn (dem so genannten Millennium)
1896 wurden zahlreiche Großprojekte, etwa der Heldenplatz und die erste U-Bahn
auf dem europäischen Festland fertig gestellt. Die Einwohnerzahl im gesamten
Stadtgebiet versiebenfachte sich zwischen 1840 und 1900 und stieg auf rund
730.000.
Der verlorene Erste Weltkrieg, die daraus resultierenden Todesopfer und der
Austritt Ungarns aus der Donaumonarchie 1918, und die riesigen
Gebietsabtretungen Ungarns brachten für Budapest nur einen kurzzeitigen
Rückschlag. Mit dem Vertrag von Trianon verlor Ungarn fast drei Viertel seines
Reichsgebiets.
1919 bildete sich kurzzeitig eine kommunistische Räteregierung unter Béla Kun.
Miklós Horthy als Kriegsminister der in Szeged gebildeten
konservativ-reaktionären Gegenregierung nahm den Kampf gegen das Regime von Béla
Kun auf. Nach seinem Sieg zog er an der Spitze der konservativen Truppen am 16.
November 1919 in Budapest ein. Miklós Horthy wurde Reichsverweser (Regent;
ungarisch: "kormányzó") Ungarns, das immer noch Königreich war.
Durch die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkriegs in Ungarn starb rund
ein Drittel der jüdischen Bevölkerung von 500.000 Ungarn. Die deutsche Besatzung
erfolgte am 19. März 1944 (Operation Margarethe) nach dem Versuch Ungarns, sich
vom verbündeten Deutschland zu lösen. Im selben Jahr wurde Budapest durch
amerikanische und britische Bombenangriffe teilweise zerstört. Die stärksten
Verwüstungen geschahen jedoch, als sowjetische Streitkräfte von Ende Dezember
1944 bis Anfang Februar 1945 während der Schlacht um Budapest die Stadt
belagerten. Die eingeschlossenen deutschen und ungarischen Truppen sprengten bei
ihrem Rückzug auf die Budaer Seite des Kessels sämtliche Brücken über die Donau.
38.000 Budapester Zivilisten starben während dieser Zeit.
Nach dem Ende des Krieges folgte 1946 die Ausrufung der Republik und 1949 die
Ausrufung der Volksrepublik Ungarn. 1956 war Budapest der Ausgangspunkt des
Ungarischen Volksaufstandes, nach dessen blutiger Niederschlagung es zu
Säuberungswellen im ganzen Land kam. Am 23. Oktober 1989 wurde in Budapest die
Republik Ungarn ausgerufen. Dies war neben anderem wegbereitend für den Zerfall
des ganzen Ostblocks. Im Jahre 2000 fanden ungarnweit Feierlichkeiten zum
tausendjährigen Jubiläum der Staatsgründung statt. Aus diesem Anlass wurde auch
die Hauptstadt verschönert. Die Parkanlage und das Kulturzentrum Millenáris-Park
sowie der Millenniumsstadtteil mit dem Nationaltheater wurden errichtet. Die
Budaer Donauseite mit dem Campus der Technischen Universität wurde modernisiert.
Am 1. Mai 2004 wurde Ungarn Mitglied in der EU. Dies wurde mit vielen Festen im
ganzen Land, besonders in der Hauptstadt Budapest gefeiert.
Name: Pest steht ungarisch für den veralteten Namen "Ofen", dies ist auf
auf slawisch *peć', *pest "Ofen" zurückzuführen. Namensgebend waren die warmen
Quellen oder möglicherweise die vielen Kalkbrennereien auf der Ostseite der
Donau. Zur Etymologie von Buda ist dort nachzulesen.
Einwohnerentwicklung: Der starke Anstieg der Bevölkerung zwischen 1949
und 1960 ist auf die Eingemeindung von sieben Städten und sechzehn Gemeinden in
der Umgebung zurückzuführen. So stieg die Einwohnerzahl am 1. Januar 1950 um
582.000 Personen auf 1,64 Millionen, die Fläche von 206 Quadratkilometer auf 525
Quadratkilometer, die Zahl der Stadtbezirke von 14 auf 22.
Stadtteile: Die Stadt besteht aus drei selbständigen Städten, die erst
1873 zur Gemeinde Budapest vereint wurden. Auf der östlichen, flachen Seite der
Donau liegt Pest, das zwei Drittel der Stadtfläche einnimmt, auf der westlichen,
bergigen Seite Buda (dt. Ofen) und Óbuda (dt. Alt-Ofen) das restliche Drittel
der Stadt.
Bezirke: Budapest ist verwaltungsrechtlich in 23 Bezirke eingeteilt. Am
1. Januar 1950 wurde die Stadt in 22 Bezirke geteilt, der 23. (XXIII.) wurde
später aus dem 20. (XX.) abgeteilt. Ausgehend vom ersten Bezirk um das
Burgviertel (Vár) werden die Bezirke im Uhrzeigersinn mit römischen Zahlen
durchnummeriert und dabei mehrmals die Donau übersprungen.

Bezirk Stadtteil:
Bezirk I
Tabán, Vár (Burgviertel), Krisztinaváros (Christinastadt), Süd-Víziváros
(Wasserstadt)
Bezirk II
Rózsadomb (Rosenhügel), Pasarét (Ried), Hegyvidék (Bergland), Hűvösvölgy (Kühles
Tal), Pesthidegkút (Kaltenbrunn), Nord-Víziváros, Országút (Landstraße),
Törökvész (Rochusberg)
Bezirk III
Óbuda (Alt-Buda bzw. Alt-Ofen), Újlak (Neustift), Békásmegyer (Krottendorf),
Óbudai-sziget (Altbudaer Insel)
Bezirk IV
Újpest (Neu-Pest), Káposztásmegyer
Bezirk V
Belváros (Innere Stadt), Lipótváros (Leopoldstadt)
Bezirk VI
Terézváros (Theresienstadt)
Bezirk VII
Erzsébetváros (Elisabethstadt)
Bezirk VIII
Józsefváros (Josefstadt)
Bezirk IX
Ferencváros (Franzstadt)
Bezirk X
Kőbánya (Steinbruch)
Bezirk XI
Újbuda (Neu Buda), (Kelenvölgy (Kreintal), Kelenföld (Kreinfeld), Lágymányos (Leutmannosch),
Albertfalva (Albertdorf), Gellérthegy (Gerhardsberg), Sashegy (Adlerberg),
Gazdagrét (Reicheried), Őrmező (Feldhut))
Bezirk XII
Hegyvidék (Bergland), (Farkasrét (Wolfwiese), Jánoshegy (Johannesberg),
Németvölgy (Deutschenthal), Svábhegy (Schwabenberg), Zugliget (Auwinkel))
Bezirk XIII
Újlipótváros (Neu-Leopoldstadt), Angyalföld (Engelsland), Margitsziget
(Margaretheninsel)
Bezirk XIV
Zugló (Alsórákos (Unter-Rákos), Herminamező (Herminenwiese), Istvánmező (Stefanswiese),
Kiszugló (Klein-Zugló), Nagyzugló (Groß-Zugló), Rákosfalva (Rákos-Dorf), Törökőr
(wörtlich: türkischer Wächter), Városliget (Stadtwäldchen))
Bezirk XV
Rákospalota, Pestújhely , Újpalota
Bezirk XVI
Mátyásföld, Sashalom (Adlerhügel), Cinkota, Rákosszentmihály
Bezirk XVII
Rákosmente (Rákoskeresztúr, Rákoscsaba, Rákosliget, Rákoshegy, Rákoskert
Bezirk XVIII
Pestszentlőrinc, Pestszentimre
Bezirk XIX
Kispest
Bezirk XX
Pesterzsébet
Bezirk XXI
Csepel
Bezirk XXII
Budatétény, Nagytétény, Budafok (Promontor)
Bezirk XXIII
Soroksár
Städtepartnerschaften:
Budapest unterhält derzeit (2008) Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
Tel Aviv,
Israel, seit 1989
Fort Worth,
USA, seit 1990
Frankfurt am
Main, Deutschland, seit 1990
Wien,
Österreich, seit 1990
New York,
USA, seit 1991
Berlin,
Deutschland, seit 1992
Lissabon,
Portugal, seit 1992
Zagreb,
Kroatien, seit 1994
Sarajevo,
Bosnien und Herzegowina, seit 1995
Bukarest,
Rumänien, seit 1997
São Paulo,
Brasilien, seit 2000
Dublin,
Irland, seit 2006
Bonn,
Deutschland
Florenz,
Italien, seit 2008
Städtepartnerschaften der Bezirke:
Der 1. Bezirk
(das Burgviertel Vár) unterhält eine Partnerschaft mit Regensburg, seit 2005
Der 4. und
der 15. Stadtbezirk unterhalten eine Partnerschaft zum Berliner Stadtbezirk
Marzahn-Hellersdorf.
Der 8. Bezirk
unterhält eine Partnerschaft mit dem gleichnamigen Bezirk Josefstadt in Wien und
mit Josephstadt in Timişoara im „Bund der Josefstädte“.
Der 11.
Bezirk unterhält seit 1996 eine Partnerschaft mit dem Stuttgarter Stadtbezirk
Bad Cannstatt, beide Bezirke haben das größte Mineralwasservorkommen in Europa.
Der 13.
Bezirk (Angyalföld) unterhält eine Partnerschaft mit dem 21. Wiener
Gemeindebezirk (Floridsdorf).
Der 15.
Bezirk unterhält seit 1997 eine Partnerschaft mit der Kärnter Gemeinde
Obervellach.
Der 16.
Bezirk unterhält seit 2003 eine Partnerschaft mit Waltershausen in Thüringen,
Deutschland.
Der 18.
Bezirk unterhält eine Partnerschaft mit der bayerischen Stadt Roding.
Der 22.
Bezirk (Budafok) unterhält seit 1991 eine Partnerschaft mit dem Stadtbezirk Bonn
der Stadt Bonn.
Der 23.
Bezirk (Soroksár) unterhält seit 1988 eine Partnerschaft mit Nürtingen in
Deutschland.
Sehenswürdigkeiten: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt liegen
am Ufer der Donau. Auf der westlichen, Budaer Seite erhebt sich der felsige
Gellértberg mit der Freiheitsstatue und der Zitadelle. Am Fuße des Berges liegt
das Gellért-Hotel mit Thermalbad sowie weiter flussabwärts der Hauptbau der
Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität. Nördlich des
Gellértberges liegt der Burgberg mit der ehemaligen Königlichen Burg. Sie
beherbergt heute die Nationalbibliothek, die Nationalgalerie sowie das
Stadtmuseum. Neben der Burg befindet sich im klassizistischen Sándor-Palais der
Sitz des ungarischen Staatspräsidenten.
Im nördlichen Teil des Burgbergs erhebt sich die Matthiaskirche und, ihr zur
Donau hin vorgelagert, die Fischerbastei. Das Budaer Burgviertel und das
Donaupanorama stehen seit 1987 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Unter
dem Burgviertel verläuft ein teils öffentlich zugängliches Labyrinthsystem.
Am östlichen Donauufer, auf der flachen Pester Seite, erheben sich das
Parlamentsgebäude, die Akademie der Wissenschaften, eine Reihe großer Hotels am
so genannten Donaukorso, die Pester Redoute (Ballsaal), die Corvinus-Universität
(Wirtschaftsuniversität) Budapest und weiter südlich das Nationaltheater und der
Palast der Künste.
Die Donau ist die eigentliche Hauptattraktion Budapests und wird im Stadtgebiet
von neun stadtbildprägenden Brücken überspannt. Die bedeutendste, weil älteste
und zugleich Wahrzeichen der Stadt, ist die Kettenbrücke.
Von hier aus führt auf Pester Seite der kleine Ring zur Freiheitsbrücke, vorbei
an der Großen Synagoge, dem Nationalmuseum und der Großen Markthalle. Die Große
Synagoge in der Dohány-utca markiert den Zugang zum historischen jüdischen
Viertel Budapests, gelegen zwischen kleinem und großem Ring. Der kleine Ring
folgt in etwa dem Verlauf der früheren Pester Stadtmauer, deren letzten
Stadttore Ende des 18. Jahrhunderts abgebrochen wurden. Reste der Stadtmauer
stehen allerdings noch. Zwischen kleinem Ring und Donau liegt die eigentliche
Innenstadt Budapests. Parallel zum Fluss verläuft mit der Váci utca (Waiznergasse)
die älteste Handelsstraße und heute bekannteste Flaniermeile der Stadt.
Große Markthalle: Sie verbindet die Große Markthalle mit dem Vörösmarty
tér. Nördlich der Innenstadt, aber noch im zentralen 5. Bezirk gelegen, erhebt
sich der höchste Kirchenbau Budapests, die St.-Stephans-Basilika.
Der große Ring wurde zwischen 1872 und 1906 errichtet. Er führt von der
Petőfibrücke zur Margaretenbrücke und ist eines der bedeutendsten
Architekturensembles seiner Zeit in Europa. Der hier gelegene Nyugati pályaudvar
(Westbahnhof) ist gemeinsam mit dem Keleti pályaudvar (Ostbahnhof) Zeugnis
großer Bahnhofsarchitektur.
Am großen Ring, dessen Abschnitte die Namen des Heiligen Stefan sowie der
angrenzenden Bezirke Teréz, Erzsébet, József und Ferenc tragen, stehen mehrere
Theaterbauten (bis zu seiner Sprengung 1965 stand hier, am Blaha-Lujza-Platz
auch das Nationaltheater) und viele Filmtheater, von denen einige Ende der
1990er Jahre schließen mussten, da am Westbahnhof und anderen Stellen der Stadt
die Multiplexkinos mehr Zuschauer anlocken konnten. Der Ring wird beim
achteckigen Platz Oktogon von der Andrássy-Straße gekreuzt, die den Stadtkern
mit dem Stadtwäldchen verbindet.
Die Andrássy-Straße ist bis heute das herausragendste städtebauliche Vorhaben
der ungarischen Hauptstadt. In nur vierzehn Jahren, von 1871 bis 1885, wurde
eine 2,4 Kilometer lange Allee errichtet, die gesäumt wird von so genannten
Wohnpalästen im Historismus, der Ungarischen Staatsoper, dem Museum Haus des
Terrors, mehreren Plätzen und auf den Heldenplatz hinführt, der seinerseits von
der Kunsthalle und dem Museum der Schönen Künste eingefasst wird. In der Mitte
des Platzes gruppieren sich um das Millenniumsdenkmal die Standbilder von
vierzehn ungarischen Königen. Südlich des Heldenplatzes liegt der langgestreckte
Platz der 56-er, auf dem das Mahnmal des Aufstandes von 1956 steht. Ein aus
verschieden hohen Stahlstelen sich verengender Keil schiebt sich scheinbar vom
Stadtwäldchen kommend unter den Belag des Platzes genau an der Stelle, wo 1956
ein Standbild Stalins gestürzt wurde und über Jahrzehnte die Aufmärsche zum 1.
Mai stattfanden. 50 Jahre nach dem Aufstand von 1956 wurde das Mahnmal am 23.
Oktober 2006 um 19.56 Uhr enthüllt.

Heldenplatz mit Millenniumsdenkmal, Bild Wikipedia, User:
uzo19
Seit 2002 gehört auch die Andrássy-Straße zum Weltkulturerbe. Unter ihr verkehrt
die erste Budapester U-Bahn, sie ist nach der London Underground die
zweitälteste Europas.
Weiter östlich stadtauswärts, direkt hinter dem Heldenplatz, liegen im
Stadtwäldchen die Vajdahunyad-Burg, die zur Budapester Millenniumsausstellung
1896 errichtet wurde, der Zoo, der Zirkus, die Eiskunstlaufbahn sowie das
Széchenyi-Bad. Neben dem Gellért-Bad ist es das wohl bekannteste der Budapester
Thermalbäder.
Außerhalb des Stadtzentrums befinden sich, am westlichen Donauufer, die römische
Siedlung Aquincum sowie, aus jüngerer Zeit, der Skulpturenpark (Szobor Park),
mit Statuen aus der Periode des Realsozialismus.
Kultur und Freizeit: Budapest besitzt 86 Theater, zwei Opernhäuser,
Konzertsäle, Musikclubs und zahlreiche große und kleine Kinos.
Theater: Das wichtigste Theater ist das Ungarische Nationaltheater
Nemzeti Színház, kurz nur „Nemzeti“ genannt. Die bedeutendste Bühne des Landes
musste jedoch oft ihren Sitz wechseln. 1837-1908 stand das erste, schlichte
Gebäude in der damaligen Kerepesi út, heute Rákóczi út, gegenüber dem Hotel
Astoria. Der ursprüngliche Name war Pesti Magyar Színház (Pester Ungarisches
Theater). Ab 1840 heißt das Theater Nemzeti Színház. 1908 wurde dieses Haus
geschlossen und 1914 abgerissen, weil es aus Brandschutzgründen für gefährlich
erklärt wurde. Das Theater zog in das 1875 gebaute Gebäude des Pester
Volkstheaters (Népszínház) am heutigen Blaha Lujza-Platz (der Platz wurde 1920
nach einer ungarischen Schauspielerin benannt). Dieses traditionsreiche Gebäude,
das sogar besungen wurde (in einem alten Lied von Lajos Lajtai heißt es: Hétre
ma várom a Nemzetinél, ott, ahol a hatos megáll - Um 7 Uhr warte ich auf Sie am
Nemzeti, dort, wo die (Linie) Sechs hält), musste 1965 den U-Bahn-Bauarbeiten
weichen und wurde abgerissen. Es folgte ein jahrzehntelanges Provisorium (Nagymező
utca und Hevesi Sándor tér), bis 2002 nach langen politischen Debatten über den
Standort und die Planung endlich das neue, moderne Haus im Bajor-Gizi-Park (im
9. Bezirk) bezogen werden konnte. Im Haus am Hevesi-Sándor-Tér befindet sich das
heutige Magyar Színház (Ungarisches Theater). Für junges Publikum sind die
Vorstellungen des Katona József Theaters in der Petőfi Sándor-utca (hier
arbeitet oft der ungarische Bühnenregisseur Tamás Ascher) und die des
Új-Theaters (Neues Theater) attraktiv. Eine alternative Bühne für ungewöhnliche
Theaterprojekte ist das Krétakör Színház (Krétakör Theater) des ungarischen
Regisseurs Árpád Schilling. Musical- und Operettenfreunde besuchen gern das
Operettszínház am „ungarischen Broadway“ in der Nagymező utca. Eine
traditionsreiche Bühne in einem sehr schönen Gebäude ist das Vígszínház
(Lustspieltheater) am Körút auf der Pester Seite. Opernfreunde schätzen die -
eher traditionell inszenierten - Vorstellungen der Ungarischen Staatsoper Magyar
Állami Operaház, deren Haus in der Andrássy-út viele Ähnlichkeiten mit der
Wiener Staatsoper aufweist. Für Kinder sind die Vorstellungen des Puppentheaters
Bábszínház, ebenfalls in der Andrássy-út, interessant. Das bekannteste
Konzerthaus ist der Jugendstil-Festsaal der Musikakademie am Liszt-Ferenc-Platz.
Den modernsten akustischen Forderungen entspricht die moderne
Bartók-Béla-Konzerthalle, die sich in der Nähe des Nationaltheaters befindet.
Museen: Die wichtigste Kunstsammlung, das Museum der Bildenden Künste
Budapests, befindet sich am Heldenplatz. Hier gibt es eine antike Sammlung, eine
alte Galerie, eine ägyptische Sammlung, eine Sammlung aus dem 19.-20.
Jahrhundert, eine Barockskulptursammlung, eine Sammlung deutscher,
österreichischer, niederländischer und flämischer Malerei. Außer den permanenten
Ausstellungen werden regelmäßig temporäre Ausstellungen von internationaler
Bedeutung abgehalten, wie z. B. die Ausstellung zu Van Goghs Werken Ende 2006,
die einen gewaltigen Besucheransturm zu verzeichnen hatte.
Gegenüber dem Museum steht die Kunsthalle für moderne Kunstprojekte. Die
ungarische Malerei wird in der Nemzeti Galéria (Nationalgalerie) im Burgpalast
ausgestellt. Das Budapester Ludwig-Museum ist seit 2005 im Palast der Künste in
der Nähe des neuen Nationaltheaters beheimatet. Wichtig zu erwähnen sind noch
das Jugendstilgebäude des Museums für Angewandte Kunst an der Ecke Üllői út und
Ferenc körút, bzw. das Ethnographische Museum am Kossuth-Platz. Seit 2004 wird
in der Páva-Synagoge und dem anschließenden Neubau von István Mányi das
Holokaust-Dokumentationszentrum (Holokauszt Emlékközpont) aufgebaut. Neben den
32 Museen verfügt das kulturelle Zentrum Ungarns über viele kleine Galerien, von
denen die meisten in der Innenstadt oder im Burgviertel zu finden sind.
Kulturelle Ereignisse: Alljährlich im Frühjahr und Herbst finden große
Kulturfestivals statt, in deren Rahmen vor allem Programme für die Liebhaber
klassischer Musik angeboten werden: im Frühling das Budapester
Frühlingsfestival, im Herbst das Budapester Herbstfestival. Für Filmfreunde ist
im Februar die Ungarische Filmschau, im April das Internationale Filmfestival
Titanic zu empfehlen, außerdem gibt es jährlich ein internationales
Theaterfestival und im August das Inselfestival „Sziget“, ein Fest mit vielen
Konzerten für vor allem jugendliche Besucher mittlerweile aus allen Ländern. Ein
neues Kulturzentrum auf der Budaer Seite ist der Millenáris-Park, der im Jahre
2000, anlässlich der Millenniumsfeierlichkeiten zur Staatsgründung auf einem
alten Fabrikgelände errichtet wurde. Hier finden im Sommer Konzerte,
Ausstellungen und andere kulturelle Ereignisse statt. Der Kinderspielplatz hat
handgeschnitzte, einem Volksmärchen entnommene Figuren. Seit Oktober 2005 hat
auch das ungarische Kindermuseum Csodák palotája (Palast der Wunder) hier ein
neues Zuhause.
Sonstige Freizeitbeschäftigungen: Die bergige Umgebung Budapests bietet
viele Ausflugsmöglichkeiten. Die malerische Kleinstadt Szentendre nördlich von
Budapest und das Schloss in Gödöllő, der Lieblingsort von Königin und Kaiserin
Elisabeth, sind interessant. Das Donauknie erstreckt sich bis Esztergom. Südlich
der Stadt, auf der Csepel-Insel bei Halásztelek erhebt sich der Sendemast
Lakihegy. In den Budaer Bergen, deren höchste Erhebung mit 527 Metern der
János-Berg ist, verkehrt die Kindereisenbahn. An der Endhaltestelle der
Kindereisenbahn endet der Internationale Bergwanderweg Eisenach-Budapest. In der
mit Parks unterversorgten Stadt nimmt die Margareteninsel als Erholungsgebiet
eine zentrale Rolle ein.
Seit 1984 finden der Budapest-Marathon (seit 1996 Ende September/Anfang Oktober)
sowie Einmal jährlich findet der Budapest-Halbmarathon (seit 1996 im September)
statt, an denen jeweils mehrere Tausend Läufer teilnehmen.
Einzelhandel: Die wichtigsten Einkaufsstraßen von Budapest befinden sich
im 5. Bezirk (Innenstadt). Die bekannteste von ihnen ist die Váci utca, in der
fast alle großen Modelabels der Welt vertreten sind. Am Vörösmarty tér wird
jedes Jahr ein Weihnachtsmarkt veranstaltet, der dem am Wiener Rathausplatz
ähnlich ist (hier fungieren die Fenster des Gerbeaud-Kaffeehauses als
Adventkalender). Seit das Warenhaus Luxus am Vörösmarty tér 2005 in Konkurs
ging, gibt es kaum noch traditionelle Warenhäuser. „Luxus“ wurde zwar Ende 2005
wiedereröffnet, sein Schicksal ist jedoch ungewiss. Dem alten Gebäude vis-à-vis
entsteht jetzt anstelle eines abgerissenen Bürogebäudes eine H-&-M-Filiale.
Bekannt war auch die Warenhauskette Skála, die in den 1970er-Jahren als
verhältnismäßig gut sortiert bezeichnet werden konnte. An der Stelle des ersten
Skála-Kaufhauses im 11. Bezirk wird 2006 ein modernes Einkaufszentrum errichtet.
Im größten Skála-Kaufhaus am Nyugati pályaudvar (Westbahnhof) wurde 2005 ein
Burger-King-Restaurant eröffnet, der Rest des Gebäudes wird vor allem von
chinesischen Händlern gemietet.
Inner- und außerhalb der Stadt werden große Einkaufszentren nach amerikanischem
Muster (Plazas) errichtet, die den Konsumenten außer langen Öffnungszeiten eine
Auswahl an Dienstleistungen aller Art und Gastronomie bieten. Weiterhin sind
große Hypermärkte außerhalb der Stadt sehr beliebt. Südlich von Budapest (in
Budaörs) gibt es seit einigen Jahren nach dem Vorbild der Shopping City Süd bei
Vösendorf (Österreich) eine Art Shopping City.
In den Budapester Innenbezirken und in den Einkaufszentren ist an Wochen- und
Samstagen bis max. 21 Uhr und an Sonntagen bis 18 Uhr geöffnet. Gegen die starke
„Amerikanisierung“ gibt es bürgerliche Bewegungen, die den Kauf ungarischer
Produkte propagieren und die Verbreitung der übergroßen Einkaufszentren
ablehnen.
Es gibt zehn Plazas in der Stadt. 2007 wird die Arena Plaza gegenüber dem Keleti
pályaudvar (Ostbahnhof), das größte Einkaufszentrum in Mittel- und Osteuropa,
fertig sein. Hier wird es zahlreiche Geschäfte, Kinos und Restaurants geben. Die
Errichtung dieser Einkaufszentren hat dazu geführt, dass sehr viele Geschäfte in
der Innenstadt und am Ring (Körút) pleite gegangen sind und dort die
Räumlichkeiten leerstehen. An den Ringstraßen kann man eigentlich nicht mehr
wirklich einkaufen, es gibt dort fast nur noch Banken, Versicherungen oder
Gastronomie. Auch in der Innenstadt, wo noch bis Mitte der neunziger Jahre die
Geschäfte sogar in die Hinterhöfe und Keller expandierten, ist ein
fortschreitender Rückgang zu beobachten. Es wurde der Fehler gemacht, die großen
Einkaufszentren zu tief im Inneren der Stadt anzusiedeln. Auch sind deswegen
fast alle der wunderschönen alten Kinos mittlerweile geschlossen.
Bäder: Die Geschichte der Budapester Bäder kann auf eine Vergangenheit
von 2000 Jahren zurückblicken. Bereits die Römer nutzten die Quellen der Stadt.
Aus dem Jahr 1178 gibt es Hinweise auf eine Siedlung Felhéviz auf dem Gebiet vom
heutigen Óbuda - der Name bedeutet „Heilquelle“. Am Gellértberg wird die
Elisabeth-Quelle erwähnt (die heilige Elisabeth war die Tochter von König
Andreas). Die Herrschaft der Osmanen brachte unter anderem eine andere
Badekultur in die Stadt, die Baudenkmäler dieser Zeit sind bis heute in
Gebrauch. Im 18. Jahrhundert, nach einem Erlass von Maria Theresia begann man
sich mit der Analyse der Heilquellen der Stadt auseinanderzusetzen. 1812 begann
man auf Vorschlag von Pál Kitaibel damit, die Quellen zu systematisieren, er
schrieb auch eine Hydrografie der Stadt. 1930 wurde Budapest als Stadt mit den
meisten heilenden Quellen der Titel „Badestadt“ verliehen.
Die wichtigsten Heil- und Freibäder sind: Csepeli (Freibad) Csillaghegyi
(Freibad), Dagály (Heil- und Freibad), Dandár (Heilbad), Gellért (Heil-, Frei-
und Erlebnisbad), Király (Heilbad, türkisches Bad), Lukács (Heilbad, Schwimmbad,
türkisches Bad), Palatinus (Heil- und Freibad, Jugendstilbau auf der
Margaretheninsel), Paskál (Freibad), Pesterzsébeti (Freibad), Pünkösdfürdői
(Freibad), Római (Frei- und Erlebnisbad), Rudas (Heilbad, türkisches Bad),
Széchenyi (Heilbad, Schwimmbad), Újpesti (Freibad). Einige der Bäder haben eine
Subkultur: Ältere Männer spielen im Széchenyi-Bad im warmen Wasser stundenlang
Schach, das Lukács-Bad ist traditionell ein Treffpunkt von Schauspielern und
Künstlern. Das Palatinus, „Pala“ genannt, ist ein traditionelles Bad für
Jugendliche.
Es gibt auch viele Schwimmbäder in Budapest, am bekanntesten ist das Császár in
Buda und das Sportschwimmbad auf der Margaretheninsel, das nach Olympiasieger
Alfréd Hajós benannt ist.
2008 hat einer der größten überdachten Wasserthemenparks Europas eröffnet, das
Ramada Resort.
Gastronomie: Ähnlich wie in Wien blühte im 19. Jahrhundert und um die
Jahrhundertwende in Budapest eine rege Kaffeehauskultur. Eines der literarischen
Zentren war das mehr als einhundert Jahre alte kávéház Café New York, das im
Sommer 2006 nach einer umfangreichen Renovierung wiedereröffnet wurde; in der
Zeit des Kommunismus existierte es unter dem Namen Hungária Kávéház. Ein
Schauplatz der Revolution im Jahre 1848 war das legendäre Pilvax-Kaffeehaus, in
dem sich die Anhänger von Sándor Petőfi versammelten. Die Kaffeehäuser dienten
auch als Arbeitsplatz für Schriftsteller, Dichter, Journalisten - Ferenc Molnár
war beispielsweise ein häufiger Besucher dieser Kaffeehäuser. Diese wurden in
den kommunistischen Zeiten verstaatlicht und umfunktioniert, viele verschwanden
oder wurden vernachlässigt. Zu diesen Zeiten waren die verrauchten kleinen „Presszós“
(Espressos) die einzigen Lokale, in denen man zu zweit einen „Fekete“ (einen
kleinen schwarzen, stark gekochten ungarischen Kaffee) genießen konnte. Das Café
Centrál am Ferenciek tere wurde Ende der 90er Jahre wieder eröffnet und glänzt
wieder in der alten Pracht. Das Café Museum an der Múzeum körút ist eher ein
Nobelrestaurant geworden. Als vornehmstes und schönstes Kaffeehaus gilt das Café
Gerbeaud am Vörösmarty tér. Die zwei ältesten Konditoreien in Buda sind die
Konditorei Ruszwurm im Burgviertel und die Konditorei August neben dem Budaer
Fény-utca-Markt.
Straßenverkehr: Obwohl der Anteil des Individualverkehrs am gesamten
Verkehrsaufkommen der Stadt eher gering ist, kommt es täglich zu Staus in und um
die ungarische Hauptstadt. Mehr als 600.000 zugelassene PKW nutzen das
Budapester Straßennetz mit einer Länge von über 4.000 Kilometern. Die
Innenstadtbezirke und Teile von Buda sind Kurzparkzonen. Verschärft wird die
Situation durch einen eklatanten Mangel an Parkhäusern.
Das historische Straßennetz Budapests ist durch Ring- und Radialstraßen
gekennzeichnet. Zwischen diesen breiten Straßen liegen eher schmale, heute nur
noch für den Einbahnstraßenverkehr geeignete Verkehrswege.
Die meisten Autostraßen Ungarns führen über Budapest. Das Straßennetz muss somit
neben dem Stadt- auch den Durchgangsverkehr aufnehmen. Die wenigen Donaubrücken
sind dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Zudem verfügt die Stadt über
nur wenige und zu schmale Zubringerstraßen. Ein Autobahnring um die Stadt ist
nur abschnittsweise fertig gestellt.
Da der Automobilverkehr einen Beitrag zur Luftverschmutzung des im Winter mit
Smog verhangenen Budapest leistet, gibt es seit 2009 ein Gesetz, welches das
Autofahren an bestimmten Tagen verbieten kann. Bei deutlich zu hohen
Feinstaubwerten ist das Fahren an ungeraden Tagen nur für Autos mit einer
ungeraden Endziffer auf der Nummerntafel erlaubt, an geraden Tagen entsprechend
nur für Autos mit gerader Endziffer. Die Polizei kann Verstöße nicht mit
Bußgeldern ahnden, sondern nur an die Moral der Autofahrer appellieren. Im
Januar 2009 trat ein solches Fahrverbot erstmals in Kraft. Der Automobilverkehr
reduzierte sich um rund 18%.
Schienenverkehr: Die meisten Züge kommen auf den drei großen
Kopfbahnhöfen an, dem Keleti pályaudvar (Ostbahnhof), dem Nyugati pályaudvar
(Westbahnhof), dessen Bahnbetriebswerk als Bahnhistorischer Park Budapest
Europas größtes interaktives Eisenbahnmuseum ist, und dem Déli pályaudvar
(Südbahnhof).
Vom auf Pester Seite gelegenen Ost- beziehungsweise Westbahnhof gibt es
Direktverbindungen in 25 europäische Hauptstädte, vom auf Budaer Seite gelegenen
Südbahnhof wird unter anderem der Plattensee angefahren. Alle drei Bahnhöfe sind
mit der Metro erreichbar. Es gibt weitere, kleinere Personen- und Güterbahnhöfe.
Die Stadt liegt an einem Endpunkt der "Magistrale für Europa", einem wichtigen
transeuropäischen Projekt, mit dem bis zum Jahr 2015 zwischen Paris und Budapest
eine Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke realisiert werden soll.
Nahverkehr: 3,8 Millionen Fahrgäste bewegen sich täglich auf den
insgesamt über 2.000 Kilometer langen Netzstrecken des Öffentlichen Nahverkehrs
in Budapest. Das Budapester Verkehrsunternehmen (BKV) unterhält Metro-,
Straßenbahn-, Bus-, O-Bus- und HÉV-Linien (S-Bahn).
Neben der 1896 fertig gestellten U-Bahn Földalatti vasút (älteste U-Bahn auf dem
europäischen Kontinent), die als Linie 1, Millenniums-U-Bahn oder gelbe
Metrolinie bezeichnet wird und zwischen Vörösmarty tér und Mexikói út Fahrgäste
befördert, verkehren zwei weitere Metrolinien, die rote Linie 2 zwischen Déli
pályaudvar und Örs vezér tere, bzw. die blaue Linie 3 zwischen Újpest und
Kőbánya Kispest. Eine vierte soll 2011 übergeben werden, eine fünfte ist
geplant.
Zurzeit werden 22 % aller Wege mit der Metro zurückgelegt. 41 % aller Fahrtwege
sind Busfahrten, weitere 26 % Straßenbahn- (villamos) und fast 5 %
O-Bus-Fahrten. Demnach werden fast drei Viertel aller Wege mit straßengebundenen
Verkehrsmitteln bewältigt. Auf die fünf Linien der HÉV, einer Art S-Bahn in die
Budapester Vororte, entfallen 6 %.
Die Straßenbahnlinien 4 und 6, die mit Ausnahme des einen Streckenendes in Süden
von Buda denselben Streckenabschnitt ringförmig um die Altstadt von Pest herum
befahren, gehört zu den meistbenützten Straßenbahnlinien und wurde im Frühjahr
2006 erneuert und mit dem längsten Straßenbahnwagen der Welt (den
Niederflurwagen Combino Plus von Siemens) ausgestattet.
Weitere interessante Verkehrsmittel sind noch die Libegő (Seilbahn zum
János-hegy), die Kindereisenbahn (ehemalige Pioniereisenbahn), die Zahnradbahn
zum Svábhegy und die Sikló (Standseilbahn) hinauf zum Burgberg.
Luftverkehr: Der internationale Flughafen Ferihegy von Budapest liegt
etwa 28 Kilometer außerhalb der Stadt. Mit dem Einstieg mehrerer
Billigfluggesellschaften in den ungarischen Markt steigen die Passagierzahlen
seit 2004 stark an. Der Flughafen ist mit einem Zubringerbus (reptér-busz) oder
über eine Schnellstraße erreichbar. Seit dem 16. Juli 2007 existiert auch eine
Zugverbindung von Ferihegy Terminal 1 zum Westbahnhof (Nyugati pályaudvar). Eine
Schnellbahn- oder Metroverbindung von den Terminals 2A und 2B und vom geplanten
2C ins Zentrum ist vorgesehen.
Schiffsverkehr: Der Schiffsverkehr hat kaum Bedeutung. Neben
Ausflugsfahrten gibt es Linienfahrten mit Tragflügelbooten nach Bratislava und
Wien.
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